Was tut sich gerade in Österreichs kleiner Medienwelt? Hier finden Sie kurze Updates über jüngste Entwicklungen, nicht tagesaktuell, aber nach Kräften. Nicht nur große Entwicklungen, sondern auch kleine, aber vielleicht auch vielsagende Ereignisse. Mit Links zu Stichwörtern, Dossiers, Büchern zum Thema auf DIEMEDIEN.at. Für die neuesten Updates klicken Sie bitte auf den Ausklapp-Titel "Das Letzte: Updates zum Ausklappen" gleich unter diesem Einleitungstext – ich stelle gerade mein Update-System um und verlege die Aktualisierungen in dieses Format. Darunter finden Sie vorerst eine ältere Version der Update-Liste, die ich noch aufarbeite.

Das Letzte: Updates zum Ausklappen


Krone-Streit: Eva Dichand bestätigt Gespräche mit René Benko
Eva Dichand, Herausgeberin von der Gratiszeitung Heute und Frau von Krone-Herausgeber Christoph Dichand, bestätigt im Trend Gespräche mit René Benko. Die Dichands reagierten zunächst mehr als irritiert, als sich der Tiroler Immobilienmilliardär Ende 2018 mittelbar an Krone und Kurier beteiligte. Benko übernahm rund die Hälfte an einer Holdingfirma, in der die deutsche Funke-Mediengruppe ihre 50 Prozent an der Krone und fast 50 Prozent am Kurier gebündelt hat. Und Benko will die Funke-Anteile komplett übernehmen – wenn Vorrechte der Dichands wie ein millionenschwerer jährlich garantierter Gewinn und das Sagen bei Personal und Redaktion der Krone entweder rechtswirksam gekündigt sind (was die Dichands bei Schiedsgerichten bekämpfen) oder mit einem Verhandlungskompromiss neu gefasst werden. Eva Dichand, die an der Krone nicht beteiligt ist, am 6. September 2019 im Trend: "Wir warten auf ein Schiedsgerichtsurteil, das irgendwann zwischen September und Dezember kommen soll. Es ist auf jeden Fall Zeit, den Streit zu beenden. Die Gespräche sind, wie ich höre, weit fortgeschritten und verlaufen konstruktiv. Die Benko-Seite bemüht sich sehr."

Youtube, Netflix, Amazon bei jungem Publikum vor klassischem TV
Die Deutschen zwischen 14 und 29 Jahren nutzen Videoportale häufiger und länger als Fernsehen (einschließlich zeitversetzte Nutzung): Die ARD/ZDF-Studie Massenkommunikation 2019, veröffentlicht im September 2019, deckt sich grob mit den Ergebnissen der österreichischen Bewegtbildstudie von RTR und TV-Veranstaltern vom Frühjahr 2019 mit 4000 Befragten. In Deutschland geben – bei insgesamt 2000 Befragten – 51 Prozent der unter 30jährigen an, sie haben am Vortag Filme oder Videos über das Internet gesehen, 47 Prozent nutzten TV-Angebote (auch zeitversetzt). In Österreich liegt bei Onlinevideoportalen Youtube deutlich vorne. In Deutschland haben 36 Prozent der Menschen zwischen 14 und 29 am Vortag Streamingplattformen wie Amazon Prime und Netflix genutzt und 22 Prozent Youtube und andere Videoportale. Von 151 Minuten, die junge Menschen unter 30 am Vortag für Video nutzten, gingen 68 ans klassische Fernsehen (inklusive zeitversetzte Nutzung), 81 an Film/Video online. 51 Minuten davon widmeten sie Streamingdiensten wie Netflix, 27 Videoportalen wie Youtube, 3 Prozent Newsportalen und Facebook.

ProSiebenSat1Puls4 startet News- und Eventkanal Puls 24
ProSiebenSat1Puls4 startet den News- und Eventkanal Puls 24 offiziell als (klassischer) Fernsehsender am 1. September 2019, seit Frühjahr gab es ihn schon in der ProSiebenSat1Puls4-App "Zappn". Bezahlte Event-Übertragungen sollen bei der Finanzierung des Projekts helfen. Konzernchef Markus Breitenecker spricht von maßgeblichen Millionen-Investitionen für den Sender, allein vier für die Technik. Bisher mehrere Redaktionen von Puls 4 wurden in einem Puls-24-Newsroom vereint, der als Agentur für die Konzernsender dient, kartellbehördlich ausgenommen: ATV. Zwei Newsshows täglich um 12 und 20.15, um 21.00 bis auf Samstag täglich Talk. Am Samstag eine Eventshow namens Life  is live. Das ist zugleich der Werbe-Claim des Senders.

TV-Marktanteile: Servus TV zieht im August 2019 gleich mit ATV und Puls 4
Dietrich Mateschitz' Red-Bull-Kanal Servus TV holt im August 2019 erstmals die österreischen Privatsender der ProSiebenSat1Puls4-Gruppe ein: 3,4 Prozent Marktanteil (nach 2,4 im August 2019 und 3 im Juli) schaffte der Sender vor allem dank Sport: MotoGP in Spielberg brachte den besten Sendungsmarktanteil in der Geschichte, ATP-Tennis mit Dominic Thiem aus Kitzbühel und ein Testspiel von Red Bull Salzburg gegen Real Madrid stützten die Quote ebenfalls. Das könnte Appetit auf mehr machen: Ende 2020 läuft der ORF-Vertrag mit der Formel 1 ab, in den Jahren danach die mit dem ÖSV vereinbarten Skirechte (Ende 2021 die Auslandsbewerbe, Ende 2022 die Inlandsbewerbe). In der Werbezielgruppe (12 bis 49 Jahre) steht es im Privatfunk im August 2019: 4,9 Prozent für Puls 4, 4,8 Prozent für ATV, 3 Prozent für das älter programmierte Servus TV.

Tiroler Blogger Markus Wilhelm lehnt Gatterer-Preis des ÖJC ab
Der Tiroler Blogger Markus Wilhelm (dietiwag.org), kritischer Aufdecker der Verflechtungen von ÖVP-dominierter Landespolitik, Wirtschaft und Medien im Land, erklärt am 28. August 2019, dass er den – mit immerhin 10.000 Euro dotierten – Claus-Gatterer-Preis des Österreichischen Journalisten-Clubs am 5. September 2019 nicht entgegennehmen wird. "Ich hab mit dem Journalistenbetrieb nichts zu tun, noch weniger mit dem Österreichischen Journalisten Club, der den Preis vergibt, am allerwenigsten mit den Herrschaften, die ihn neuerdings finanzieren" – dem Land Burgenland und den Esterházy-Betrieben. Sein Blogeintrag dazu erklärt Markus Wilhelms Ablehnung recht deutlich. Der ÖJC verkündet tags darauf kurz vor Mitternacht, dass nun das Fußballmagazin Ballesterer den Preis bekomme.

Facebook-Seite HC Strache unter Oberhoheit der FPÖ
Parteihoheit über die Facebookseite HC Strache - und damit eine zentrale Kommunikationsplattform der FPÖ unter Heinz-Christian Strache mit rund 800.000 Fans. Immerhin hat die FPÖ über Jahre auch für die Bewerbung der nach ihrem Ex-Parteichef benannten Seite bezahlt. Am 21. August 2019 bestätigt Strache nach langem Hin und Her seit seinem Rücktritt im Mai 2019 wegen des Ibiza-Videos: Die FPÖ hat die Administratorrechte an der Seite, und jedenfalls bis zur Nationalratswahl würden alle Inhalte mit der Partei akkordiert.

Die Fellners starten ihr bundesweites „Radio Austria“ am 26. Oktober 2019
Österreichs zweite bundesweite Privatradiolizenz (nach Kronehit 2004) wäre beinahe noch vor dem Start an den deutschen Medienkonzern Bauer gegangen und hätte zugleich eine neue Tempo-Höchstleistung der Fellner-Family beim Verkaufen von Medien bedeutet. Allein: Es wurde nichts aus dem Blitzsale noch vor dem Sendestart. Und Wolfgang Fellner tut am 9. August 2019 kund, dass seine Gruppe die nationale Lizenz ab 26. Oktober 2019, dem Nationalfeiertag, "zu 100 Prozent österreichisch und zu 100 Prozent Fellner" bespielen wird. Die (laut Fellner) "Antenne Österreich Mediengruppe" werde den Sender betreiben, als Firma gibt es diese Mediengruppe an diesem 9. August 2019 (noch) nicht im Firmenbuch. Radio Austria soll das Programm für eine ältere Zielgruppe zwischen 30 und 50 heißen, es verspricht den "Sound deines Lebens" und wirbt mit "Wir lieben Österreich, wir lieben Hits". Den Start verzögerten nicht allein die Verkaufsverhandlungen (die gaben aber den Ausschlag), sondern auch die Neuwahl des Nationalrats. Radio ist nicht gerade das Wahlwerbemedium der Wahl, und nach der Nationalratswahl sind deutlich mehr Plakatflächen zur Bewerbung frei.

Richard Schmitt verlässt die „Krone“ und geht zu „Oe24“
Richard Schmitt (*13. August 1968), der ab 2011 krone.at auch im Social-Media-Zusammenspiel mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache groß gemacht hat, verlässt die Krone mit 31. Juli 2019 und wechselt direkt zu Oe24 der Familie Fellner als Chefredakteur Online und TV. Im heimlich aufgenommenen Ibiza-Video wollte Strache 2017 einer angeblichen russischen Milliardärstochter die Übernahme der Krone näherbringen, um sie auf FPÖ-Linie zu bringen. An anderer Stelle lobt Strache Schmitt. Als Spiegel und Süddeutsche Zeitung Ausschnitte am 17. Mai 2019 veröffentlichen, entscheidet das den schon länger laufenden Machtkampf zwischen Schmitt und Krone-Chefredakteur Klaus Herrmann. Herrmann führt mit Juli auch krone.at, Schmitt wird zum Projektleiter für eine Streamingplattform verräumt und geht. Schmitt war schon Chefredakteur des U-Express und von Heute (2004 bis 2011) mit Rückkehrrecht zur Krone. Für die Krone arbeitete Schmitt seit seinem 18. Lebensjahr - bei der Oberösterreich-Ausgabe, wo sein Vater Vize-Chefredakteur war.

Gerhard Weis, ORF-General von 1998 bis 2001, ist tot
Der langjährige ORF-Manager und -Taktiker Gerhard Weis (* 1. Oktober 1938) stirbt am 26. Juli 2019 nach kurzer, schwerer Krankheit, wie die Familie verlauten ließ. Der bürgerliche Zeitungsjournalis Weis kam 1967 mit Gerd Bacher in den ORF. Kommunikationschef Weis geht für den ORF in jene Reformarbeitsgruppe von Kanzler Bruno Kreisky (SPÖ) für ein neues ORF-Gesetz, mit dem Kreisky Bacher 1974 von der ORF-Spitze entfernt; Weis wird Intendant von FS1. Bacher kehrt 1978 zurück, Weis wird wieder Öffentlichkeitsarbeiter und Unternehmensplaner, dann Chefredakteur in der ORF-Generalintendanz - da entstehen 3sat und Teletext. Ab 1992 macht ihn Bacher zum Wiener Landesintendanten, wo er Radio Wien auf die Privatfunkkonkurrenz vorbereiten soll. Sozialdemokrat Gerhard Zeiler wird 1994 ORF-Chef, und Weis Radio-Intendant und ab 1997 zudem ORF-Generalsekretär, eine Schlüsselfunktion im Beziehungsleben von ORF und Politik. Als sich Zeiler 1998 an die RTL-Spitze verabschiedet, wird Weis ORF-General - als Kandidat der SPÖ gegen den ÖVP-Kandidaten und bisherigen Finanzdirektor Peter Radel. Wolfgang Schüssel wird 2000 mit der FPÖ Kanzler und serviert Weis mit dem nächsten ORF-Gesetz von 2001 ab - das wiederum Monika Lindner an die Spitze des Rundfunks bringt. Weis macht 1998 einen roten ORF-Stiftungsrat (der ihn gewählt hat) zum Finanzdirektor, der Polittaktik nicht erst von Weis lernen muss, und der den ORF die nächsten zwei Jahrzehnte prägen wird: Alexander Wrabetz, längstdienender ORF-Chef aller Zeiten - zur DIEMEDIEN.bio über Wrabetz geht es unter diesem Link.

Helmut Brandstätter gibt „Kurier“-Herausgeber auf und wird Neos-Kandidat
Helmut Brandstätter (*24. April 1955) gibt am 23. Juli 2019 grob ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages auch den Herausgeberjob beim Kurier auf und wird Kandidat auf Listenplatz 2 der Neos für die Nationalratswahl 2019. Am 20. Juli gingen erste Leseproben aus seinem Buch über Kurz & Kickl (Kremayr & Scheriau) in die Öffentlichkeit, in dem er den Umgang von ÖVP-Chef und Kanzler Sebastian Kurz und seiner Medienleute mit Medien und insbesondere Interventionen und Interventionsversuche beim Kurier und seinen Eigentümern - die Mehrheit gehört Raiffeisen - recht anschaulich schildert. Ende September 2018 musste Brandstätter die Funktion des Kurier-Chefredakteurs vorzeitig an Martina Salomon abgeben.

Schredder-Gate: „Falter“ recherchiert bei ÖVP – und die spielt die (verkürzte) Story via „Kurier“ hinaus
Falter-Chefredakteur Florian Klenk (* 23. Juni 1973) konfrontiert Sebastian Kurz' ÖVP in der vorvorletzten Juliwoche 2019 (KW 29) mit seinem Informationsstand über einen ungewöhnlichen Vorgang beim Abschied der Kurz-Mannschaft aus dem Kanzleramt am 23. Mai 2019 - eine Recherche für den am 24. Juli erscheinenden Falter: Arno M., Leiter der Social-Media-Abteilung im Bundeskanzleramt unter Sebastian Kurz, nahm fünf Festplatten aus dem Kanzleramt mit und ließ sie beim Aktenvernichtungsprofi Reisswolf vernichten - er besteht auf drei Schredder-Vorgänge in seinem Beisein, nimmt die Platten-Brösel wieder mit, und das unter falschem Namen und Adresse, aber mit richtiger Mobilnummer, und ohne die Rechnung über 76 Euro zu bezahlen. Die ÖVP spielt Klenks Infos aus seiner Anfrage (nach dessen Darstellung) teilweise und von ihr geframed schon für die Samstagausgabe des 20. Juli an den Kurier. Da ist etwa nur von einer Festplatte die Rede – die ÖVP bleibt bis zum Falter-Bericht bei dieser Version.

Die Graue Eminenz der Styria ist tot: Johann Trummer 1940 – 2019
Er war die Graue Eminenz in größten katholisch geprägten Medienkonzern des Landes: Johann Trummer (* 18. Februar 1940), Priester, Musikprofessor, Organist und langjähriger Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Stiftungsvorstands der Styria Media Group und der Katholischer Medienverein Privatstiftung. Dass der Mutterkonzern von Kleine Zeitung, Presse und Willhaben.at einer Stiftung gehört, geht nicht zuletzt auf Trummer zurück - der das Medienhaus unter alleiniger Kontrolle des Press-Vereins in der Diözese Graz-Seckau nicht ausreichend vor dem Einfluss des Grazer Bischofs geschützt sah. Trummer war bis zu seinem Tod am 18. Juli 2019 Stellvertreter von Styria-Aufsichtsratschef Friedrich Santner und Vorstandsvorsitzender der Katholischer Medienverein Privatstiftung.

Delendum: „Addendum“ stellt TV-Magazin „Factum“ auf Servus TV nach vier Monaten ein
Ein Studio, eine Mannschaft - aber bei Dietrich Mateschitz geht es manchmal auch beflügelt schnell wieder dem Ende zu: Am 20. März 2019 gestartet, beendet Addendum-Chef und Präsentator Michael Fleischhacker das wöchentliche politische Magazin Factum der von ihm geführten Rechercheplattform auch schon wieder – immerhin auch im Abgang offensiv und transparent kommuniziert. Man wolle sich wieder auf die Kernaufgabe des Rechercheportals der Quo Vadis Veritas-Stiftung (Stifter: allergrößtenteils Red-Bull-Chef Mateschitz) konzentrieren - also Rechercheprojekte, und nicht TV-Magazine.

Oberlandesgericht Graz bestätigt Urteil gegen Medienmanager G.
Am 2. Juni 2017 steigen vier Freunde nach einem feucht-fröhlichen Mittagessen am Wörthersee in ein 335 PS starkes Motorboot (Malibu Response TXI), gechartert von einem Unternehmer, der dem ORF das mobile Studio für Guten Morgen Österreich vermietet. Einer der vier, ein Medienmanager, steuert das Boot. Bei einem sogenannten Power-Turn-Manöver fällt sein Freund aus dem Boot. Und der Fahrer legt den Rückwärtsgang ein, um den Kumpel aus dem Wasser zu holen. Ein No-Go für Motorbootfahrer - und tatsächlich kommt der über Bord Gegangene mit Hand und Kopf in die Schraube. Zu diesem Schluss jedenfalls kommt das Landesgericht Klagenfurt und verurteilt den Fahrer zu zehn Monaten Haft wegen grob fahrlässiger Tötung - bis zu einem Jahr ist es möglich, eine Fußfessel zu beantragen. Am 16. Juli bestätigt das Oberlandesgericht Graz das Urteil und reduziert wegen langer Verfahrensdauer die Strafe um zwei Wochen. Der Medienmanager ist seit dem Vorfall sehr nachdrücklich darum bemüht, dass Medien seine Identität nicht preisgeben.

Kurier“ kauft Bauer Kleinanzeiger „Bazar“ und immmo.at ab
Der Kurier tut am 15. Juli 2019 kund: Er übernimmt vom deutschen Medienkonzern Bauer den Kleinanzeiger Bazar (Print und Online) sowie das Immobilienportal immmo.at. Magazin- und Radioriese Bauer trennt sich damit von seinen einzigen Österreich-Beteiligungen – wenn man vom Österreicher Veit Dengler (* 21. November 1968) als Chief Operating Officer (COO) absieht. Aber das muss ja nicht so bleiben mit der Zurückhaltung in Österreich...

Stefan Kaltenbrunner verlässt „Addendum“ Richtung Puls 4/Puls 24
Stefan Kaltenbrunner, erst im Sommer 2018 als Online-Chefredakteur vom Kurier zu Addendum gewechselt, verlässt Dietrich Mateschitz' Rechercheplattform auch schon wieder und wird Chefredakteur Online und bald auch des Nachrichtensenders Puls 24 bei ProSiebenSat.1Puls4.

Privatrundfunkförderung auf 20 Millionen aufgestockt: Fellner räumt ab
Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) brachte im Frühjahr 2019 recht rasch (und rechtzeitig vor dem Regierungsende) ein Viertel mehr Privatrundfunkförderung auf den Weg – schon 2019 gibt es 20 statt bisher 15 Millionen für kommerzielle TV- und Radiokanäle. Beim zweiten Vergabetermin dieses Jahres im Juli 2019 räumt vor allem ein Sender ab: Oe24.TV kann seine Förderung mehr als verdoppeln – zu 985.000 Euro beim ersten Termin im Jänner kommen nun weitere 1,095 Millionen (etwa für eine "Medien-Show" und viele Wahlformate). RTR-Geschäftsführer Oliver Stribl entschied hier nach meinen Informationen gegen die Empfehlung des Fachbeirats für mehr Förderung als empfohlen. Puls 4 kommt 2019 auf rund 2,2 Millionen Euro Förderung, Konzernschwester ATV auf 1,73 Millionen, Servus TV auf 1,7 Millionen und Krone.tv auf immerhin 1,3 Millionen. Mehr dazu demnächst unter Medienförderungen. Die etwas unübersichtlichen Daten der RTR dazu finden Sie unter diesem Link.

Neues STANDARD-Ranking der größten österreichischen Medienhäuser
Alle Jahre wieder stelle ich für den STANDARD eine Übersicht der größten Medienhäuser Österreichs zusammen, gereiht nach (möglichst) konsoldierten Umsätzen nach Eigenangaben, Jahresabschluss oder - wo bis zur Veröffentlichung nichts davon aufzutreiben ist - Schätzungen. Die Übersicht finden Sie, regelmäßig aktualisiert, auch auf DIEMEDIEN.at.

Kritische Burschenschafter-Doku findet doch einen ORF-Programmplatz – nach Regierungsende
Geplant war die Dokumentation über Burschenschafter eigentlich für den Jänner 2019, um den rechten WKR-Ball in der Wiener Hofburg. Allein, es mochte sich für die Doku von Ex--Report-Chef Robert Wiesner und Georg Stuhlpfarrer kein Sendeplatz finden, in der es unter anderem um Heinz-Christian Straches einschlägige Aktivitäten und Beziehungen ging. Doch Strache war mit 18. Mai und Straches Ibiza-Video nicht mehr Vizekanzler und FPÖ-Chef, und die FPÖ nicht mehr Regierungspartei. Am 10. Juli 2019 findet der ORF denn doch noch einen Platz für Männer, Macht und Mensuren um 22.30 in ORF 2.

Ein Viertel weniger Newsroom-Jobs binnen zehn Jahren in den USA
Das Pew Research Center hat die Beschäftigtenzahlen in US-Reaktionen über zehn Jahre laut offiziellen Statistiken analysiert und kommt zum Schluss: Von 2008 bis 2018 sank die Zahl insgesamt um ein Viertel, in Zeitungsredaktionen gleich um 47 Prozent. Die (wie ich finde) recht eindrucksvolle Pew-Grafik:

Die 100 reichsten Österreicher 2019 – mit Medien-Playern wie Mateschitz, Benko, Dichand, Falk, Taus
Die Österreichsten 2019: Das Wirtschaftsmagazin Trend reiht und taxiert, wie alle Jahre im Sommer, die 100 reichsten Menschen und Familien des Landes. Unter ihnen finden sich auch einige Schlüsselspieler der Medienbranche. Ein Überblick aus Medien-Sicht, hoffentlich einigermaßen vollständig – Anregungen immer willkommen:  
 
  • Platz 2 mit laut Trend 15,6 Milliarden Euro: Dietrich Mateschitz. Der Dosenmilliardär leistet sich und seinem Konzern ein Red Bull Media House mit Servus TV, Redbull.com, ein Red Bulletin, Servus in Stadt und Land, eine Produktionsfirma und ein Magazin namens Terra Mater sowie eine Rechercheplattform namens Addendum.
  • Platz 8 mit 4,1 Milliarden Euro: René Benko. Der Immobilien- und Handelstycoon ist seit Ende 2018 mittelbar an Krone und Kurier beteiligt – über eine Beteiligungsgesellschaft der deutschen Funke Mediengruppe und mit der Option, die gesamten 50 Prozent an der Krone (und wohl auch der fast 50 Prozent am Kurier) von den Deutschen zu übernehmen, wenn die Vorrechte der Miteigentümer Dichand erfolgreich gekündigt sind. Im September 2019 wird mit einer Entscheidung eines Schiedsgerichts nach Schweizer Recht darüber gerechnet.
  • Platz 59 mit 680 Millionen Euro: Familie Dichand. Den Krone-Erben Helga, Michael, Johanna und Christoph Dichand gehört neben 50 Prozent an Österreichs größter Zeitung noch eine gewaltige Kunstsammlung und die eine oder andere Immobilie. Unter den Nachkommen von Hans Dichand (+2010) und Helga Dichand hat nur Christoph Dichand hat Kinder (zwei Söhne, eine Tochter) aus seiner Ehe mit Eva Dichand (Heute).
  • Platz 61 mit 400 bis 650 Millionen Euro: Noah und Samuel Falk, die Erben von Ex-Krone-Mitbegründer und Ganze Woche-Boss Kurt Falk (+2005). Noah führt die auflagenstärkste Wochenzeitung/-illustrierte ohne seinen Bruder mit Falks ehemaliger Assistentin.
  • Platz 79, ebenfalls in der Liga 400 bis 650 Millionen: Josef Taus. Der Industrielle und ehemalige ÖVP-Chef betreibt etwa die Zeitungsdruckerei Herold. Der medieninteressierte Unternehmer verhandelte etwa auch schon einmal über eine Beteiligung an Datum.
Mediale Verbindungen oder Medien-Geschichte haben auch noch ein paar andere der Österreichsten, die mir auffielen: Aus den Weiten der Familien Porsche und Piech (Platz 1 mit 37 Milliarden) kommt auch der Anwalt Hans Michel Piech, der rund 12,5 Prozent an der ST VerlagsbeteiligungsgesmbH hinter dem Falter hält. Der Bauindustrielle Hans Peter (Platz 22 mit 1,81 Milliarden) ist nicht nur wesentlicher Financier der Neos, sondern auch ihr Stiftungsrat im ORF (ab 2014 und auch 2019 noch). Immobilien- und Bank-Multimillionär Günther Kerbler (Platz 71 mit 400 bis 650 Millionen) versuchte in den 1990ern schon einmal, ein Wirtschaftsmagazin zu betreiben (New Business), er versuchte, die AZ zu retten, er half, den Falter durch gröbere Schwierigkeiten zu bringen und unterstützte ein alternatives Wiener Fernsehprojekt namens TIV.

Presseförderung 2019 großteils vergeben – Fellners „Österreich“ vorerst abgewiesen
Als Wolfgang Fellner Österreich 2006 startete, nannte er die Presseförderung eine "Misserfolgsförderung", die seine Zeitung nicht beantrage - überwiegend gratis verteilt, hätte sie laut damals und auch 2019 noch gültigem Presseförderungsgesetz auch keine Chance auf Förderung. 2018 aber benannte er die großteils idente Gratisausgabe in Oe24 um - auch im Sinne einer gemeinsamen Marke für Online, TV, Print und Radio, die in Reichweitenstudien hilft. Und 2019 beantragte die Gruppe auch schon Presseförderung für die Kaufvariante Österreich - Vertriebsförderung und Vielfaltsförderung. Die Medienbehörde lehnte den Antrag ab. Maßstab für die Bewertung ist immer das Vorjahr, und da gab es nur ein halbes Jahr eine eigene Kaufzeitungsvariante namens Österreich. Ab 2020 bedeutet das Aussichten auf Presseförderung für die Zeitung.

Mateschitz nimmt Servus TV zur Brust – und löst den Sender aus dem Red Bull Media House
Die Mitarbeiter von Servus TV werden, durchaus überrascht, davon informiert, dass der Sender künftig nicht mehr Teil der Medienholding Red Bull Media House ist und nun auch formal direkt an Konzernboss Dietrich Mateschitz berichtet. Das bedeutet auch: Das Red Bull Media House vermarktet den Sender nicht mehr. Und damit ist auch klar, dass der erst im Mai 2018 angeheuerte Vermarktungschef Gerhard Riedler, davor Mediaprint-Geschäftsführer, die Gruppe spätestens mit Ende 2019 verlässt, eher rascher.

Andreas Vretscha führt Österreichs mächtigsten Mediaagentur-Verbund Group M
Die größte Mediaagentur des Landes, die Mediacom, hat er seit 2016 geführt, mit Juli 2019 rückt Andreas Vretscha (*24. Mai 1970) auf CEO der Group M mit Agenturmarken wie Mediacom, Mindshare, Wavemaker aus dem weltgrößten Werbekonzern WPP. Der langjährige Group-M-Boss Peter Lammerhuber (*29. Dezember 1957), zugleich Minderheitsgesellschafter der Mediacom, wird Chairman des Group-M-Boards.

Funke vs. Dichand: „Krone“-Streit vor dem Handelsgericht über Dichands Entlassung als Chefredakteur
Die Funke-Gruppe klagte beim Handelsgericht Wien gegen das Patt der Krone-Gesellschafter am 23. März 2019 zu ihrem Antrag, Christoph Dichand wegen Spesenvorwürfen (die er entschieden bestreitet) als Chefredakteur mit sofortiger Wirkung zu entlassen und ihn als Herausgeber der Krone abzuberufen. Bis das laufende Schiedsgericht (erwartet: im September 2019) entschieden hat, ob Funke-Gruppe die Rahmenvereinbarungen mit den Dichands über Vorrechte rechtswirksam kündigen konnte, wird das Verfahren unterbrochen. Denn die Vereinbarungen aus 1987 und 2003 sagen sehr global, dass ein Schiedsgericht Rechtsstreit der Krone-Gesellschafter klären muss. Erkenntnisse aus der Verhandlung mit Christoph Dichand und Andreas Urban von der Funke-Gruppe: Die Vereinbarung aus 1987 sah 60 Millionen Schilling jährlichen Vorabgewinn für die Dichands vor, später wurden daraus 100 Millionen (7,3 Millionen Euro), für die nötigenfalls die Mitgesellschafter der Dichands geradestehen müssen. Unterschrieben wurde erst die Rahmenvereinbarung vom 24. Jänner 2003 (mit Verweis auf die erste), darüber soll es laut Dichands auch einen Gesellschafterbeschluss geben.

Clivia Treidl wechselt von Oe24 zu Puls 4
Moderatorin und Societyreporterin Clivia Treidl wechselt von Oe24 zu Puls 4, also von Fellner zu Breitenecker, berichtet TV-Media; Treidl ist die Lebensgefährtin von Gernot Blümel, Kanzleramts- und Medienminister in der ersten türkisblauen Koalition von ÖVP und FPÖ und einer der wichtigsten Wegbegleiter von Sebastian Kurz.

Blauer Schraubendreher: Offene Worte, wie die FPÖ ORF-Manager sieht
FPÖ-Mediensprecher Hans-Jörg Jenewein offenbart am 12. Juni 2019 in den Salzburger Nachrichten recht unbeschwert, wie er und wohl auch seine Partei den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ORF sehen. Der Redakteur fragt nach Umfärbungen von rot auf blau im ORF, er verweist auf den von ÖVP und FPÖ geplanten ORF-Vorstand, in dem die FPÖ zwei von voraussichtlich vier Mandaten besetzen sollte. Jenewein: "Das wären dann zwei von 2500. Wenn die ÖVP an einer Schraube dreht, drehen sich 250 andere mit. Bei mir gäbe es dann zwei Schrauben, die ich unter Kontrolle habe." Der FPÖ-Manager äußert auch praktische Gründe, warum das Umfärben auf den unteren Ebenen auf Blau gar nicht so einfach ist. Einerseits stehe "das Redaktionsstatut über allem. Zum anderen, weil es in den Redaktionen keine freiheitlichen Journalisten gibt. Das ist ein Nachteil für die FPÖ, aber ein Vorteil, weil wir unbefangen reingehen können." Die ÖVP/FPÖ-Koalition endete knapp ein Monat davor, als bekannt wurde, wie Heinz-Christian Strache gegen Staatsaufträge mit einer vermeintlichen russischen Oligarchin die Kronen Zeitung und womöglich auch einen ORF-Sender kapern wollte.

ProSiebenSat1Puls4 startet Nachrichtenkanal Puls 24 – vorerst in der Zappn-App
2019 startet ProSiebenSat1Puls4 einen Nachrichtenkanal für Österreich – man kann nur nicht sagen, wann genau. Am 28. Mai 2019 – zehn Tage nach dem Ende der ÖVP-FPÖ-Koalition – präsentiert Markus Breitenecker den Nachrichtenkanal einerseits als "Pop-Up"-Sender, den Breitenecker aber andererseits "nicht so bald wieder stoppen" will, und überhaupt mit Blick auf die Nationalratswahl "eher ausbauen" möchte. Fürs erste läuft dieses "Puls 24" in der P7S1P4-App "Zappn". Es lässt sich aber recht einfach absehen, dass es nicht bei der App-Wesenheit bleiben soll und der Kanal ins "richtige" Fernsehen kommt (wenn sich absehen lässt, dass man nicht gegen Fellners Oe24.TV quotentechnisch abstinkt – der Sender hat immerhin 0,4 Prozent Marktanteil im Juli 2019). Absehen lässt sich das schon wegen der Privatsenderförderung (für klassisches TV): Da bekommt ein Sender namens "Puls 24" beim zweiten Vergabetermin 2019  290.000 Euro Subvention – übrigens als einziger Antrag von Puls 4.

Ibizagate: Ende der ÖVP-FPÖ-Koalition, Neuwahlen – und ein aufatmender ORF-General
Heinz-Christian Strache tritt am 18. Mai 2019 als Vizekanzler und FPÖ-Chef zurück und Kanzler Sebastian Kurz beendet die Koalition einen Tag nach Bekanntwerden des 2017 heimlich aufgenommenen Videos, in dem die FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte Staatsaufträge für die Übernahme und FP-freundliche Ausrichtung der Krone in Aussicht stellen, und am besten dazu einen ORF-Sender. Die türkis-blaue Regierung zerbröselt. – Alexander Wrabetz bleibt also noch länger ORF-Generaldirektor. Mit der ÖVP-FPÖ-Regierung fällt auch der Plan für ein neues ORF-Gesetz noch 2019.

Ibiza-Video: Strache, Gudenus wollten Russin zur Übernahme der Krone bewegen
Spiegel und Süddeutsche Zeitung veröffentlichen ein Video von FP-Chef Strache und Klubchef Johann Gudenus, in dem sie 2017 auf Ibiza einer angeblichen russischen Oligarchennichte Staatsaufträge versprechen, wenn sie die Krone übernimmt und vor der Wahl 2017 auf FPÖ-Kurs bringt. Die FPÖ-Politiker tappten da in eine heimlich gefilmte Falle. Am 18. Mai 2019 treten Strache und Gudenus zurück. Kanzler Sebastian Kurz verkündet das Ende von Türkis-Blau 1 und Neuwahlen.

ÖVP-Gesetzesentwurf für Identifizierungspflicht in Foren geht ans Parlament
Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) übermittelt dem Parlament am 10. April 2019 seinen Gesetzesentwurf über Registrierungs- und Identifzierungspflicht für Foren. Nicht allein im Standard wird das "Gesetz für Sorgfalt und Verantwortung im Netz" als Angriff auf die größte Medien-Community im deutschsprachigen Raum gesehen - auch wenn sich der ÖVP-Medienminister andererseits europäische und österreichische Social-Media-Plattformen wünscht, die den US-Giganten wie Facebook gegenübertreten. Die Begutachtungsfrist endet am 23. Mai 2019 – wenige Tage nach Ibiza-Gate wird die ÖVP-FPÖ-Regierung da gerade durch ein Beamtenkabinett abgelöst. Den Entwurf finden Sie hier auf der Seite des österreichischen Parlaments (Link).

Lisa Totzauers Reform von ORF 1 beginnt im Vorabend – bestenfalls zäh
Lisa Totzauer ist im Mai 2018 als Channel Managerin von ORF 1 mit dem durchaus fordernden Ziel angetreten, dem jüngeren Serien-, Film- und Sportsender ORF 1 österreichische, möglichst eigenproduzierte Inhalte zu verpassen. Am 8. April 2019 beginnt sie die Reform im Vorabend - mit Nachrichten und Magzin 1 um 18.10 Uhr statt Simpsons. ORF 1 verliert nun schneller Marktanteile und kann beim jüngeren Publikum die ohnehin auch schon matten Werte der gelben Familie einigermaßen halten. Ab 12. September 2019 talkt Lisa Gadenstätter jeden Donnerstag. um 21 Uhr passend zur Doku davor. Im Spätherbst soll ein von Mischa Zickler entwickeltes Quiz (unter jeweils vier Aussagen ist eine falsche, die die Kandidaten herausfinden müssen) gleich nach Magzin 1 die Quote retten. Servus TV spielt mit einigem Erfolg im Vorabend (um 19.35 gegen die Zeit im Bild Quizmaster. Der Mateschitz-Sender überlegt offenbar, auf das ORF-Quiz mit weiteren Rateformaten reagieren.

Red Bull verkündet Aus für Red Bull Music Academy und Red Bull Radio
Ende März informiert Red Bull die Mitarbeiter seiner Red Bull Music Academy und des Red Bull Radio mit 31. Oktober 2019, am 4. April wird das vom Konzern nicht begründete Ende der 1988 gegründeten globalen Veranstaltungsreihe publik. Künstler protestierten und boykottierten die Academy und vor allem die 20-Jahr-Ausgabe in Berlin nach Dietrich Mateschitz' Wutbürger-Interview in der Kleinen Zeitung am 8. April 2017. Mehr zu Mateschitz' Aufsehen erregenden Positionen etwa zur Migrationspolitik etwa unter Addendum.

FPÖ-Wunsch, ORF-Gebühr abzuschaffen, wird mit Budget verhandelt
Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs (FPÖ) bestätigt sehr offen in der ORF-Pressestunde, dass es bei den Budgetverhandungen konkret um den "starken Wunsch" von FPÖ und ihrem Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache geht, die GIS abzuschaffen und den ORF - mit Kürzungen - aus dem Staatsbudget zu finanzieren. Die Landeshauptleute - vor allem auch der ÖVP - legen sich tags darauf dagegen entschieden quer - für sie geht es auch um Millionen-Einnahmen aus Abgaben auf die GIS.

ZiB: Neuer zentraler Sendungschef für die ORF-Fernsehnachrichten
ORF-Chef Alexander Wrabetz installiert einen gemeinsamen Sendungsverantwortlichen für alle ZiBs in ORF 2 mit Ausnahme der ZiB 2. Die bisher 2 Sendungschefs (Tag und Zeit im Bild) wurden 2018 ins Channel Management von ORF 1 beziehungsweise ORF 2 versetzt. Der neue Chef der ORF-Nachrichten unter dem neuen Chefredakteur Matthias Schrom: Christian Braun-Staudinger, bisher einer der Chefs vom Dienst und Außenpolitikredakteur.

Bundesweite Radiolizenz für Fellner-Gruppe
Familie Fellner (Mediengruppe Österreich) bekommt von der Medienbehörde KommAustria im Tausch für ihre Radiolizenzen (und einige zugekaufte von Lounge FM) eine bundesweite Radiolizenz, die zweite Kronehit (2004). Die Fellners wollen den Sender noch vor dem Sommer 2019 samt einer Reihe von Streaming-Spartenkanälen starten. Es wird – auch wegen Verkaufsverhandlungen schon vor dem Start mit der deutschen Bauer-Gruppe – dann doch 26. Oktober 2019.

ZiB 2 am Sonntag, Martin Thür moderiert
Am 13. Jänner 2019 moderiert Marthin Thür (zuletzt Addendum, davor ATV) die erste ZiB 2 am Sonntag, unmittelbar vor Im Zentrum. Erster Studiogast: Infrastrukturminister und Regierungskoordinator Norbert Hofer (FPÖ). Thür könnte auf Sicht in der bisher von Armin Wolf geprägten ZiB 2 mehr Gewicht bekommen.

Neuer Moderator für die „ZiB“
Am 12. Jänner 2019 präsentiert erstmals Johannes Marlovits zusammen mit Susanne Höggerl die Zeit im Bild um 19.30. Marlovits begann 1996 im Landesstudio Niederösterreich, er war schon Korrespondent in Washington und Berlin, Vize-Ressortleiter Chronik und Vize-Sendungschef der ZiB 2. Rainer Hazivar, seit 2014 Anchor in den ORF-Hauptnachrichten, ging zurück zum ORF-Radio.31. Dezember 2018

Morawa stellt Zeitungsvertrieb ein
Am 11. Juni 2018 informiert der große Buch- und Zeitungsvertrieb Morawa die Belieferung von Trafiken und anderen Einzelverkaufsstellen mit Zeitungen und Magazinen mangels Aussicht auf wirtschaftliche Führung mit Jahresende 2018 einstellt. Eine Fusion mit der Zustellung des Salzburger Pressegroßvertriebs PGV ging wettbewerbsrechtlich nicht durch. Nun ist der PGV vorerst allein im (schwierigen) Markt. Laut Zeitungsverband werden weniger als 7 Prozent der Auflagen über den Einzelhandel abgesetzt, der allergrößte Teil über Abonnements.

DIEMEDIEN.bio 2018 über ORF-General Alexander Wrabetz
Die nächste Medienbiografie auf DIEMEDIEN.at widmet sich ORF-Langzeitgeneraldirektor Alexander Wrabetz – mit einem eigenen Lexikon und einem Überblick auch der aktuellen ORF-Entwicklungen. Zur DIEMEDIEN.bio über Alexander Wrabetz geht es hier.

Eine ORF-Hauptabendshow für Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP)
Alexander Wrabetz organisiert für "Initiator" und Bundeskanzler Sebastian Kurz noch rasch eine Hauptabendshow über Lebensretter – Österreichs Heldinnen und Helden. Die Einsatzkräfte zeichnet der Kanzler aus, die Jury: Regierungssprecher, ORF-General, Krone-Chefredakteur. Mehr in der DIEMEDIEN.bio über Alexander Wrabetz.

Richard Grasl in der Kurier-Chefredaktion
Richard Grasl, 2016 an Alexander Wrabetz gescheiterter, von ÖVP und FPÖ unterstützter Bewerber für den Job des ORF-Generals, wird, umständehalber doch etwas überraschend, im November als neues Mitglied der Kurier-Chefredaktion, Digital- und Onlinechef kommuniziert.

ORF-Redakteure warnen vor „absichtlicher Zerstörung“ des Rundfunks
Der ORF-Redakteursausschuss veröffentlicht eine seiner bisher dramatischsten Resolutionen – sie warnt, ÖVP und FPÖ wollten den ORF "absichtlich zerstören". Resolution im Wortlaut unter diesem Link.

Benkos Signa-Gruppe steigt (mittelbar) bei Krone und Kurier ein
Am 12. November gibt die Funke-Gruppe bekannt, dass Immobilien- und Handelsmilliardär René Benko Funke knapp die Hälfte ihrer Beteiligungen an Krone und Kurier abnimmt. Benkos Signa-Gruppe kauft 49 Prozent der Funke-Holding WAZ Ausland Holding GmbH, die 50 Prozent an der Krone und fast 50 Prozent am Kurier hält. Durchgerechnet gehören der Signa damit 24,5 Prozent an der Krone und 24,22 Prozent am Kurier. Die Funke-Gruppe plant schon länger den Rückzug aus Österreich. Einen Überblick über den ewigen Krieg der Gesellschafter des Kampfblatts Krone, über Motive und Tücken finden Sie unter diesem Link. Wer erwartet was von Benkos mittelbarem Einstieg bei Krone und Kurier? – Meine (sehr spekulative) Analyse der Möglichkeiten aus dem November 2018 finden Sie unter diesem Link.  

320.239 unterstützen Volksbegehren gegen GIS-Gebühr
Für die Abschaffung der GIS und ein Ende des Politeinflusses im ORF stimmen insgesamt 320.239. Das Volksbegehren betrieb die Christliche Partei Österreichs (CPÖ); das Ergebnis könnte – jedenfalls bei den Gebühren – ÖVP-FPÖ-Plänen für den ORF in die Hände spielen. Die Krone unterstützte das Anti-GIS-Volksbegehren massiv. Parallel erhielt das Anti-Rauch-Volksbegehren 881.569 Unterschriften und jenes für weitere Gleichstellung von Frauen 481.906. Das GIS-Begehren liegt damit (Stand Oktober 2018) auf Platz 21 der stimmenstärksten Volksbegehren in Österreich. Mehr unter Rundfunk-Volksbegehren.

Vorzeitig neue Chefredakteurin für den Kurier
Helmut Brandstätter muss die Chefredaktion des Kurier, mehrheitlich im Besitz von Raiffeisen, vorzeitig an Stellvertreterin Martina Salomon abgeben. Brandstätter war eng mit Ex-SPÖ-Chef und -Kanzler Werner Faymann. Salomon positioniert sich in Kommentaren und Kolumnen recht rechtskonservativ. Brandstätter bleibt vorerst - unbefristet - Herausgeber. Bis Ende Juli 2019, da bekommt "Brandy" den zweiten Listenplatz der Neos für die Nationalratswahl.

Krone-Erbe 8 Jahre nach Dichands Tod geregelt
Gut 8 Jahre nach dem Tod von Gründer Hans Dichand hat sich seine Familie über das Erbe geeinigt. Am 27. September 2018 werden die neuen Anteile an der Kronen Zeitung ins Firmenbuch eingetragen: Witwe Helga und die Kinder Michael, Johanna und Christoph halten nun je 12,5 Prozent an Österreichs größter Tageszeitung, die deutsche Funke-Gruppe vorerst weiter die übrigen 50 Prozent. Die Aufteilung liefert der Funke-Gruppe bald interessante neue Angriffspunkte, die etwa bei Klagen über Dichands Entlassung als Chefredakteur und Herausgeber vor dem Handelsgericht Wien eine Rolle spielen werden: Die Krone-Verträge sehen eine Stimme pro 1000 Schilling Einlage vor. Dichands und Funke haben jeweils 250.000 Schilling Einlage. Durch die Teilung haben Helga, Michael, Johanna und Christoph Dichand aber jeweils 12,5 Prozent und damit 62.500 Schilling Einlage. 500 sind keine vollen 1000, argumentiert die Funke-Gruppe nun in Klagen, die Dichands hätten durch die Teilung nur noch 248 Stimmen, die Funkes 250.

US-Medienriese Comcast übernimmt Sky
Am 22. September 2018 wird die Übernahme des Pay-TV-Konzerns Sky durch den US-Konzern Comcast, dem unter anderem NBC Universal gehört, offiziell. Mit 39 Milliarden Dollar überbietet Brian L. Roberts, der den Konzern mit 33 Prozent der Stimmrechte (bei 1 Prozent Anteil) kontrolliert, den bisherigen Sky-Marshal Rupert Murdoch. Murdochs Entertainmentkonzern 21st Century Fox kontrollierte 39 Prozent seiner Erfindung Sky, die Murdochs versuchten seit Jahren, Sky komplett zu übernehmen. Roberts kam ihnen dazwischen. Bald darauf verkaufen die Murdochs große Teile von 21st an Disney.

Medienminister Blümel holt Autor für das ORF-Gesetz
Ab Anfang Juli 2018 hat der damalige Medienminster Gernot Blümel (ÖVP) einen kundigen Rundfunkjuristen in seinem Kabinett, um das neue ORF-Gesetz zu konzipieren: Philipp König, davor seit 2012 im ORF als Rechtsexperte tätig - beim Chefproducer (Roland Weissmann) etwa und ab 2015 beim Finanzdirektor, zunächst Richard Grasl, ab Herbst 2016 dann bei Andreas Nadler.

Jetzt ist schon wieder was passiert. Unter dem Ausklapptitel gleich über diesem Text finden Sie einen – möglichst laufend aktualisierten – Überblick der laufenden Ereigenisse in Österreichs kleiner Medienwelt (und rundherum). Nach dem Datum des Bekanntwerdens – oder, wenn festzumachen, des Vorfalls. Wenn Ihnen etwas fehlt – Hinweise immer willkommen! Weil ich aber gerade erst auf diese Update-Funktion für DIEMEDIEN.at insgesamt umstelle, finden Sie unter diesem Text und an vielen anderen Stellen vorerst auch noch ältere Updates. An der Behebung wird gearbeitet.

18. Mai 2019
Ibizagate: Ende der ÖVP-FPÖ-Koalition, Neuwahlen Heinz-Christian Strache tritt als Vizekanzler und FPÖ-Chef zurück und Kanzler Sebastian Kurz beendet die Koalition einen Tag nach Bekanntwerden des 2017 heimlich aufgenommenen Videos, in dem die FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte Staatsaufträge für die Übernahme und FP-freundliche Ausrichtung der Krone in Aussicht stellen, und am besten dazu einen ORF-Sender. Die türkis-blaue Regierung zerbröselt.
ORF-General Wrabetz kann verschnaufen
Alexander Wrabetz bleibt noch länger ORF-Generaldirektor. Mit der ÖVP-FPÖ-Regierung fällt auch der Plan für ein neues ORF-Gesetz noch 2019. Anlass: Ein heimlich aufgenommenes Video aus 2017, in dem die FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte Staatsaufträge für die Übernahme und FP-freundliche Ausrichtung der Krone in Aussicht stellen.
17. Mai 2019
Video: Strache, Gudenus wollten Russin zur Übernahme der Krone bewegen em>Spiegel und Süddeutsche veröffentlichen ein Video von FP-Chef Strache und Klubchef Johann Gudenus, in dem sie 2017 auf Ibiza einer angeblichen russischen Oligarchennichte Staatsaufträge versprechen, wenn sie die Krone übernimmt und vor der Wahl 2017 auf FPÖ-Kurs bringt. Die FPÖ-Politiker tappten da in eine heimlich gefilmte Falle. Am 18. Mai 2019 treten Strache und Gudenus zurück. Kanzler Sebastian Kurz verkündet das Ende von Türkis-Blau 1 und Neuwahlen.
17. März 2019
FPÖ-Wunsch, ORF-Gebühr abzuschaffen, wird mit Budget verhandelt Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs (FPÖ) bestätigt sehr offen in der ORF-Pressestunde, dass es bei den Budgetverhandungen konkret um den „starken Wunsch“ von FPÖ und ihrem Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache geht, die GIS abzuschaffen und den ORF – mit Kürzungen – aus dem Staatsbudget zu finanzieren. Die Landeshauptleute – vor allem auch der ÖVP – legen sich tags darauf dagegen entschieden quer – für sie geht es auch um Millionen-Einnahmen aus Abgaben auf die GIS.
1. März 2019
ZiB: Neuer zentraler Sendungschef für die ORF-Fernsehnachrichten ORF-Chef Alexander Wrabetz installiert einen gemeinsamen Sendungsverantwortlichen für alle ZiBs in ORF 2 mit Ausnahme der ZiB 2. Die bisher 2 Sendungschefs (Tag und Zeit im Bild) wurden 2018 ins Channel Management von ORF 1 beziehungsweise ORF 2 versetzt. Der neue Chef der ORF-Nachrichten unter dem neuen Chefredakteur Matthias Schrom: Christian Braun-Staudinger, bisher einer der Chefs vom Dienst und Außenpolitikredakteur.
21. Februar 2019
Bundesweite Radiolizenz für Fellner-Gruppe Familie Fellner (Mediengruppe Österreich) bekommt von der Medienbehörde KommAustria im Tausch für ihre Radiolizenzen (und einige zugekaufte von Lounge FM) eine bundesweite Radiolizenz, die zweite Kronehit (2004). Die Fellners wollen den Sender noch vor dem Sommer 2019 mit einer Reihe von Spartenkanälen starten.
31. Dezember 2018
Morawa stellt Zeitungsvertrieb ein Am 11. Juni informiert der große Buch- und Zeitungsvertrieb Morawa die Belieferung von Trafiken und anderen Einzelverkaufsstellen mit Zeitungen und Magazinen mangels Aussicht auf wirtschaftliche Führung mit Jahresende 2018 einstellt. Eine Fusion mit der Zustellung des Salzburger Pressegroßvertriebs PGV ging wettbewerbsrechtlich nicht durch. Nun ist der PGV vorerst allein im (schwierigen) Markt. Laut Zeitungsverband werden weniger als 7 Prozent der Auflagen über den Einzelhandel abgesetzt, der allergrößte Teil über Abonnements.
19. November 2018
Richard Grasl in der KurierChefredaktion Richard Grasl, 2016 an Alexander Wrabetz gescheiterter, von ÖVP und FPÖ unterstützter Bewerber für den Job des ORF-Generals, wird recht überraschend im November als neues Mitglied der KurierChefredaktion, Digital- und Onlinechef kommuniziert.
12. November 2018
Benkos Signa-Gruppe steigt (mittelbar) bei Krone und Kurier ein Am 12. November gibt die Funke-Gruppe bekannt, dass Immobilien- und Handelsmilliardär René Benko Funke knapp die Hälfte ihrer Beteiligungen an Krone und Kurier abnimmt. Benkos Signa-Gruppe kauft 49 Prozent der Funke-Holding WAZ Ausland Holding GmbH, die 50 Prozent an der Krone und fast 50 Prozent am Kurier hält. Durchgerechnet gehören der Signa damit 24,5 Prozent an der Krone und 24,22 Prozent am Kurier. Die Funke-Gruppe plant schon länger den Rückzug aus Österreich.
Einen Überblick über den ewigen Krieg der Gesellschafter des Kampfblatts Krone, über Motive und Tücken finden Sie unter diesem Link.
Wer erwartet was von Benkos mittelbarem Einstieg bei Krone und Kurier? – Meine (sehr spekulative) Analyse der Möglichkeiten aus dem November 2018 finden Sie unter diesem Link.
1. November 2018
Krone-Innenpolitikchef wird nach Salzburg versetzt Claus Pandi, langjähriger Innenpolitikchef der Krone und Intimus von Exkanzler Werner Faymann und Exkanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) wird, kundgetan am 5. September 2018, mit November 2018 als Chefredakteur der Salzburg-Krone nach Westen geschickt. Pandi teilte die Begeisterung des Kleinformats für die Regierung Sebastian Kurz in seinen Texten nicht durchgängig.
9. Oktober 2018
Österreich gegen Wiener Linien: Jahrzehnt-Kartellverfahren über Gratiszeitungsboxen endet mit Vergleich Fast ein Jahrzehnt prozessierte die Mediengruppe Österreich gegen die Wiener Verkehrsbetriebe und ihren Vertrag mit Konkurrent Heute über Stellplätze für Entnahmeboxen in den U‑Bahnen. Anfang September einigte man sich auf einen Vergleich, im Oktober macht ihn die Wettbewerbsbehörde offiziell. Heute in den Stationen, Österreich davor mit zusammen gut 500 Boxen ist okay, künftige Diskriminierung wird ausgeschlossen. Krone und Heute spekulieren über millionenschwere Entschädigungs- oder Kompensationszahlungen an die Fellner-Gruppe, die dementiert die kolportierte Höhe von 5 Millionen Euro. Fellners und Dichands klagen nun einander wegen der Artikel und Konter darüber wieder einmal, Eva Dichand verlangt die komplete Offentlegung des Vergleichs. Die BWB-Zusammenfassung gibt’s hier.
8. Oktober 2018
320.239 unterstützen Volksbegehren gegen GIS-Gebühr Für die Abschaffung der GIS und ein Ende des Politeinflusses im ORF stimmen insgesamt 320.239. Das Volksbegehren betrieb die Christliche Partei Österreichs (CPÖ); das Ergebnis könnte – jedenfalls bei den Gebühren – ÖVP-FPÖ-Plänen für den ORF in die Hände spielen. Die Krone unterstützte das Anti-GIS-Volksbegehren massiv. Parallel erhielt das Anti-Rauch-Volksbegehren 881.569 Unterschriften und jenes für weitere Gleichstellung von Frauen 481.906. Das GIS-Begehren liegt damit (Stand Oktobre 2018) auf Platz 21 der stimmenstärksten Volksbegehren in Österreich.
1. Oktober 2018
Vorzeitig neue Chefredakteurin für den Kurier Helmut Brandstätter muss die Chefredaktion des Kurier, mehrheitlich im Besitz von Raiffeisen, vorzeitig an Stellvertreterin Martina Salomon abgeben. Brandstätter war eng mit Ex-SPÖ-Chef und ‑Kanzler Werner Faymann. Salomon positioniert sich in Kommentaren und Kolumnen recht rechtskonservativ. Brandstätter bleibt vorerst – unbefristet – Herausgeber.
27. September 2018
Krone-Erbe 8 Jahre nach Dichands Tod geregelt 8 Jahre nach dem Tod von Gründer Hans Dichand hat sich seine Familie über das Erbe geeinigt. Am 27. September 2018 werden die neuen Anteile an der Kronen Zeitung ins Firmenbuch eingetragen: Witwe Helga und die Kinder Michael, Johanna und Christoph halten nun je 12,5 Prozent an Österreichs größter Tageszeitung, die deutsche Funke-Gruppe vorerst weiter die übrigen 50 Prozent.
24. September 2018
Kickls Innenministerium will Infos an kritische Medien einschränken Am 24. September wird ein Mail des Ressortsprechers von Innenminister Herbert Kickls (FPÖ), Christoph Pölzl bekannt. Pölzl weist Landespolizeipressestellen darin an, „kritischen Medien“ (er nennt Standard, Falter, Kurier) nur das gesetzliche Mindestmaß an Infos zu geben, „Zuckerl“ aber den anderen (freundlicheren); eine ATV-Polizeiserie werde das Ministerium „abnehmen“, heißt es zudem im Mail. Und: Nationalität/Herkunft von Straftätern seien zu nennen, Sexualdelikte in der Öffentlichkeit „proaktiv“ zu kommunizieren.
1. September 2018
Neuer Geschäftsführer für die Wiener Zeitung Medienminister Gernot Blümel verlängert den bis Ende Juni 2019 laufenden Vertrag des von Faymann/Ostermayer (SPÖ) eingesetzten Sozialdemokraten Wolfgang Riedler als Chefredakteur der republikseigenen Wiener Zeitung nicht. Martin Fleischhacker (* 21. November 1975)), Chef von IT und Rechnungswesen des Republiksorgans, rückt per 1. September nach.
August 2018
Österreichs „Vice“-Redaktion geht geschlossen Aus Protest gegen eine gemeinsame Redaktionsleitung für Deutschland, Österreich und Schweiz (Laura Himmelreich) verlässt die ohnehin im vergangenen Jahr stark reduzierte „Vice“-Redaktion samt den zwei „Noisey“-Macherinnen Anfang August geschlossen die internationale Jugendmediengruppe. Unter den 8 Abgängern: der bisherige Chefredakteur Markus Lust, seine bisherige Stellvertreterin Hanna Herbst, Managing Editor Verena Bogner.
31. Juli 2018
T‑Mobile übernimmt UPC Mit Ende Juli 2018 schließt der deutsche Telekomriese T‑Mobile die Übernahme von Österreichs größtem TV-Kabelnetz (und Breitbandnetz) UPC ab. Kaufpreis: flotte 1,9 Milliarden Euro.
1. Juli 2018
Gernot Blümel holt einen Autor für das ORF-Gesetz Ab Anfang Juli 2018 hat Blümel einen kundigen Rundfunkjuristen in seinem Kabinett, um das neue ORF-Gesetz zu konzipieren: Philipp König, davor seit 2012 im ORF als Rechtsexperte tätig – beim Chefproducer (Roland Weissmann) etwa und ab 2015 beim Finanzdirektor, zunächst Richard Grasl, ab Herbst 2016 dann bei Andreas Nadler.
Juli 2018
Bundesliga und Champions League bei Sky (und Dazn) Der ORF wird 2018 unfreiwillig ein gutes Stück unsportlicher: Die Livespiele der österreichischen Fußballbundesliga gehen ab 2018/19 – bis auf vier pro Saison sowie Highlightshows – komplett und exklusiv für zumindest vier Jahre an Sky. Der ORF bekommt Highlightshows, auf Sky (3) und A1.TV (1) laufen die letzten 4 Livespiele im Free-TV. Und die Rechte an der Champions League holten sich Sky und Dazn.
Juni 2018
Entwurf für Klarnamenpflicht in Foren und Regierungsinserate Im Juni 2018 liegt im Bundeskanzleramt ein Gesetzesentwurf, der noch vor dem Sommer 2018 den Ministerrat passieren soll. Er macht Klarnamen in Foren zur Bedingung für öffentliche Inserate. Das würde vor allem den Standard und seine wirtschaftliche Basis treffen. Die FPÖ lehnt ab, wohl aus Sorge um ihr nahestehende Medien und Foren ab, der Entwurf wird vorerst schubladisiert.
29. Juni 2018
Die Gratisausgabe von Österreich heißt nun Oe24 Die Fellers beklagten, dass die Media-Analyse Zeitungen benachteilige, die in Print und Online unterschiedlich heißen. Ab Mitte 2018 nennen sie die Gratisausgabe nun nicht mehr Österreich, sondern Oe24 wie das Onlineportal, Radios und TV-Kanal.
15. Juni 2018
Verlagsgruppe News: Kurier nicht mehr Miteigentümer Die Verlagsgruppe News gehört nun zu 75 Prozent der Familie Pirker und zu 75 Prozent der Gründerfamilie Fellner – jedenfalls laut Eintragung im Firmenbuch. Der Kurier will dagegen vorgehen.
12. Juni 2018
Mediaprint-Manager Bogocz abgelöst, Niemöller übernimmt Funke-Funktion Die Funke-Gruppe wechselt nach dreieinhalb Jahren ihren Geschäftsführer in der Mediaprint ab: Axel Bogocz, Anfang 2014 als Geschäftsführer der News-Gruppe abgelöst, muss auch beim größten Zeitungskonzern gehen. Christoph Niemöller (49), 2007 bis 2016 Geschäftsführer von NOZ-Medien, einem der größeren regionalen Medienhäuser Deutschlands mit 25 Tageszeitungen, übernimmt Bogocz Job in der Mediaprint und auch gleich jene des Co-Geschäftsführers bei der Krone (als Nachfolger von Bernhard Schneider).
9. Juni 2018
Rechtsextremes Magazin Aula eingestellt Das rechtsextreme Magazin Aula wird nach der Juni-Ausgabe nicht fortgeführt, lassen die Freiheitlichen Akademikerverbände verlauten, denen die Publiksation gehört. Sie kündigen für Herbst 2018 ein neues Medium unter anderem Namen an. Die FPÖ distanzierte sich als Neo-Regierungspartei distanzierte sich auch wirtschaftlich von der Aula, Inserate der Bundespartei etwa blieben aus. Im Frühjahr 2018 bezeichnete die Aula Song-Contest-Kandidat Cesár Sampson als „Quotenmohr“.
7. und 8. Juni 2018
Medienenquete der Regierung: Inszenierung, Finanzierung Zwei Tage große, perfekt organisierte Medienenquete mit internationaler Besetzung (Zeiler, Doepfner, Jourova, Pörksen). Keine relevanten Stimmen für Budgetfinanzierung des ORF, aber viele für Gebühren. Breitenecker (ProSiebenSat1) rückt von Forderung nach Gebühren für Private ab (will aber Anteil an ORF-Werbeeinnahmen). Blümel fasst zusammen – und vermeidet dabei ORF-Themen, insbesondere die Finanzierung. Nun geht es ans ORF-Gesetz.
28. Mai 2018
ZiB 2 verliert Sendungschef an den Report Wolfgang Wagner, seit gut einem Jahrzehnt Rückgrat der von der Politik meistkritisierten ORF-Infosendung, wird Sendungschef des Politikmagazins Report; die ZiB 2 damit zum nächsten Umbauobjekt.
25. Mai 2018
Neue, passende Chefs fürs ORF-Fernsehen ORF-General Alexander Wrabetz bestellt die – seit Regierungsantritt im November 2017 – Fixstarter zu Channel Managern und Chefredakteuren: Lisa Totzauer und Wolfgang Geier für ORF 1, Alexander Hofer und Matthias Schrom für ORF 2. TV-Chefredakteur (und Sozialdemokrat) Fritz Dittlbacher hat mit der neuen Struktur keinen Job mehr.
17. Mai 2018
Norbert Steger (FPÖ) wird gemäß Regierungsdeal Stiftungsratschef Norbert Steger wird nach einer kleinen Abkühlphase öffentlicher Zurückhaltung Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats, des zentralen ORF-Entscheidungsgremiums. Nun 15 ÖVP-nahe, 8 FPÖ-nahe, ein unabhängiger Katholikenvertreter und der Stiftungsrat des rot-blauen Burgenland wählen ihn. Franz Medwenitsch (ÖVP) wird einstimmig zum Vize wiederbestellt.
28. Februar 2018
ÖVP-FPÖ-Mehrheit im Stiftungsrat, erste Etappe Die Regierung entsendet ihre neun Stiftungsräte in den ORF (4 ÖVP wie bisher, der bürgerliche Kirchenmann Alfred Trendl plus 4 FPÖ), dazu sechs Parteienvertreter, davon nun zwei ÖVP. Türkis-Blau hat damit die Mehrheit im wichtigsten ORF-Gremium. Bis Mai werden die Gremien komplett neu besetzt, dann wird daraus eine Zweidrittelmehrheit.
16. Jänner 2018
News-Mehrheitseigentümer Horst Pirker zieht die Option auf die Anteile des Kurier an der Verlagsgruppe News. Die Option stammt noch aus Zeiten der Formil-Fusion der Kurier-Magazine mit der Verlagsgruppe News. Pirker sagt, die damals Mehrheitseigentümer Gruner+Jahr eingeräumte Option sei auf ihn übergegangen; der Kurier bestreitet das. Der Verkaufspreis für die 25,3 Prozent an der News-Gruppe bemisst sich an deren Ergebnissen der vergangenen drei Jahre. Und 2014 bis 2016 schrieb der Magazinkonzern Verluste – wenn der Coup gelingt, bekommt Pirker die Anteile also sehr günstig. Mit Rechtsstreit ist zu rechnen. Der Kurier forderte früher dafür das 2001 eingebrachte Nachrichtenmagazin Profil, Pirker lehnt das bisher ab.
Jänner 2018
Gerhard Valeskini wird neuer Krone-Geschäftsführer nach Langzeitmanager Wolfgang Altermann Gerhard Valeskini (* 26. November 1965), langjähriger Manager und zuletzt Anzeigen-Geschäftsführer der Kleinen Zeitung tritt im Oktober 2017 bei der Krone an und übernimmt mit 2018 von Altermann, der im Jänner 76 wird. Mehr unter Kronen Zeitung
1. Jänner 2018
Krone-Verträge ab sofort kündbar Mit Ende 2017 sind die Verträge der Krone-Gesellschafter, Familie Dichand und Funke-Gruppe, kündbar. Die Dichands stehen auf dem Standpunkt: Nur durch Kündigung der Gesellschaftsverträge bei der Krone. Wenn sich die seit Jahrzehnten streitenden Eigentümer von Österreichs weitaus größter Tageszeitung nicht auf Kauf/Verkauf der Anteile einigen – wird diese Kündigung der nächste Fall für ein Schiedsgericht nach Schweizer Recht. Mehr unter Kronen Zeitung.

2017

18. Dezember 2017
Kabinett Kurz-Strache: Die zweite ÖVP-FPÖ-Regierung wird angelobt Türkis-blaue Medienpläne: Neue ORF-Gremien, verschärfte Regeln für Journalisten für „Objektivität“, ORF-Inhalte für Private, ORF-Vermarktungsplattform mit Privaten, Leistungsschutzrecht, Besteuerung für Google, Facebook. Gleich am selben Abend gastieren Kurz und Strache als erstes Regierungsduo im Hauptabendprogramm des ORF, befragt von Armin Wolf/Claudia Reiterer.
14. Dezember 2017
DAB+: Medienbehörde vergibt Digitalradioplattform für Wien Die KommAustria vergibt die technische Plattform für DAB+ im Raum Wien an die RTG Radio Technikum GmbH von Verein Fachhochschule Technikum Wien
(50 %), Fischer & Masik OG (25 %, gehört je zur Hälfte RTG-Geschäftsführer Gernot Fischer und Werner Masik) sowie Christian Brunner (25 %). Schon am 31. Jänner 2017 hat die KommAustria neben Wien auch eine österreichweite Digitalradioplattform ausgeschrieben. ORF und Kronehit wollen bisher nicht mitmachen.
30. November 2017
Schweizer Höchstgericht weist Beschwerde der Funke-Gruppe gegen Krone-Schiedsgericht ab Das Bundesgericht bestätigt damit die Ablehnung des Schiedsgerichts im März 2017 gegen die Funke-Kündigung der Syndikatsverträge mit den Dichands. Mehr unter Kronen Zeitung.
31. Oktober 2017
Österreichische Fußball-Bundesliga-Liverechte exklusiv an Sky Die Clubkonferenz der Bundesliga entscheidet vor Allerheiligen, die TV-Rechte ab 2018/19 exklusiv an die Pay-Plattform zu vergeben. Nur noch vier Begegnungen pro Saison sollen im Free TV laufen, zudem eine oder zwei Highlightshows am Wochenende. Verhandlungspartner dafür: A1 und ORF. Die Liga jubelt über 40 Prozent Preissteigerung durch den Exklusivvertrag statt der Paarung Sky/ORF; Ligapräsident Rinner bestätigt: über vier Jahre je 34 Millionen Euro, eine Option für weitere vier Jahre sehe 41 Millionen pro Saison vor.
15. Oktober 2017
Erstmals Elefantenrunde der Privatsender am Nationalratswahlabend Die Privatsender ATV, Puls 4, Servus TV und Schau TV zeigen erstmals eine gemeinsame Runde der Spitzenkandidaten um 20.15 Uhr am Nationalratswahltag. Wolfgang Fellners Oe24TV wollte auch mitmachen, wurde aber nicht in die Runde aufgenommen. Der ORF hat die Parteispitzen schon 20 Minuten davor – und auch als die Politiker ins Private wechseln weiterhin mehr Quote als die Privaten gemeinsam. Die Medienbehörde prüft, ob die gemeinsame Wahlsendung nicht die Auflagen für die ATV-Übernahme durch ProSiebenSat1Puls4 verletzen.
4. Oktober 2017
Dazn macht’s offiziell: Drei Jahre Europa League Die Pay-Plattform Dazn tut offiziell kund,
dass sie Liverechte an allen Europa-League-Spielen für drei Jahre ab 2018 gekauft hat. Puls 4 darf (weiter) 15 Begegnungen pro Saison im Free TV übertragen.
2. Oktober 2017
Funke-Mann Michael Wüller wird Vorsitzender des Mediaprint-Gesellschafterausschusses Bisher hatte die Funktion Dichand/Krone-Vertreter Wolfgang Altermann. Dessen Mandat im Gesellschafterausschuss übernimmt Kurt Stiassny – nach rasch verstummter Kritik von Kurier-Gesellschafter Raiffeisen, Stiassnys Vorstandsmandat in Eva Dichands Heute-Stiftung Pluto wäre damit unvereinbar. Mehr unter Kronen Zeitung
8. November 2017
Martin Kotynek neuer Standard-Chefredakteur Der Neurowissenschafter mit Wurzeln in Perchtoldsdorf bei Wien wird neuer Chefredakteur der Standard-Medien. Begann bei der Süddeutschen, (SZ Wissen, Thema des Tages), war zuletzt bei Zeit OnlineVize-Chefredakteur.
November 2017
ProSiebenSat1-Konzernvorstandschef Thomas Ebeling verkündet vorzeitigen Abgang Ebeling katapultiert sich aus dem Job – nach Kurssturz und mehrfachen Gewinnwarnungen mit einem wenig freundlichen Befund über sein TV-Publikum. Das sei „ein bisschen fettleibig, ein bisschen arm“ und deshalb auch in Zeiten von Netflix treu. Er geht mit Ende Februar 2018 vorzeitig. Mehr unter ProSiebenSat1Puls4.
25. September 2017
Dietrich Mateschitz Plattform Addendum startet Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz Quo Vadis Veritas Stiftung hat ihre journalistische Plattform Addendum
mit einem ersten Rechercheprojekt („Asyl – ein überholtes Konzept?“) gestartet. Die All-Stars-Crew unter Michael Fleischhacker soll nach Mateschitz Vorstellungen aufzeigen, was in traditionellen Medien „fehlt“ und so „näher an die Wahrheit“ kommen. Die Ankündigung des Projekts mit Mateschitz‘ Wutbürger-Interview über das „Meinungsdiktat des politisch Korrekten“ in der Kleine Zeitung im April hat das Projekt im öffentlichen Bild etwas vorbelastet.
7. September 2017
ÖSV-Skirechte für drei Jahre beim ORF ÖSV und ORF tun kund, dass die für den ORF spielentscheidenden Wintersport-Fernsehrechte „zumindest“ weitere drei Saisonen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk liegen. ÖSV-Bewerbe in Ski alpin (wie zum Beispiel Sölden, Kitzbühel, Flachau und Schladming), Ski nordisch (etwa das Neujahrsspringen), Snowboard und Freestyle (etwa vom Kreischberg). Die Wintersportrechte sollen vier Pakete umfassen, ohne Auslandsrechte sollen dafür nach einer (üblicherweise verlässlichen, hier aber nicht ganz sicheren) Quelle rund 9 Millionen Euro pro Saison anfallen.
Ende August 2017
Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid geht Alexandra Föderl-Schmid, seit 1990 beim Standard, seit 2007 erste Chefredakteurin einer österreichischen Qualitätszeitung und seit 2012 Co-Herausgeberin neben Oscar Bronner.  Föderl-Schmid wird Israel-Korresondentin der Süddeutschen Zeitung.
21. August 2017
ORF-2-Daytime ab ins mobile Studio Damit sich Roland Brunhofers Entwicklung Guten Morgen Österreich mit ihrem mobilen Studio einfacher rechnen lässt, bekommt Brunhofer auch „Heute Leben“ am Vorabend ins mobile Studios. Dieses „Daheim in Österreich“ wird noch eine Weile durch Österreich tschundern müssen, bevor es die Quoten der Vorgängersendung erreicht, die es eigentlich übertreffen sollte.
August 2017
Funke-Millionen für die Dichands August 2017 Funke-Millionen für Dichands Die Funke-Gruppe überweist den Dichands nach Ausfertigung des jüngsten Schiedsurteils vom März im Juni 2017 bisher einbehaltene Garantiegewinne (für die die Deutschen laut Syndikatsverträgen geradestehen müssen, wenn das laufende Geschäft sie nicht hergibt). Kolportiert: zweistellige Millionenbeträge. Mehr unter Kronen Zeitung
24. Juli 2017
derStandard.de startet Ein Portal mit .de-Adresse für Deutschland startet; ein Pilotversuch lief bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Das zu wesentlichen Teilen mit Inhalten von derStandard.at befüllte Portal soll – naturgemäß – den Gesamttraffic maßgeblich steigern, und damit die Werbeeinnahmen. Ein ähnliches Design soll 2018 auch derStandard.at bekommen.
13. Juli 2017
Champions League an Sky und Dazn ORF und ZDF verlieren die Livespiele der Champions League – die TV-Rechte im deutschsprachigen Raum gehen für drei Jahre ab der Saison 2018/19 exklusiv an die Pay-Plattformen Sky und Dazn. Kolportiert: für rund 200 Millionen Euro.
Juli 2017
Abgang des Mediaprint-Geschäftsführers der Krone
Gerhard Riedler, absehbarer Nachfolger von Krone-Langzeitgeschäftsführer – die Funke-Gruppe nimmt Abrechnungsvorwürfe gegen Riedler als dringlichen Anlass für eine neuerliche Kündigung der Gesellschaftsverträge. Die Dichands reagieren mit umgehender einvernehmlicher Trennung, um den Kündigungsgrund zu beseitigen. Mehr unter Kronen Zeitung
Sommer 2017
Wahlkampf: Die Medien und Sebastian Kurz Den Nationalratswahlkampf 2017 prägt die Begeisterung vieler Medien – von Krone bis Österreich, von Kleine Zeitung und Die Presse bis Profil
– für ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz. Gerald Fleischmanns Medienstrategie funktioniert ausgezeichnet. Im Gegensatz zu Kampagne und Kommunikation der SPÖ unter Christian Kern – von internen „Prinzessinnen“-Befunden bis zu den „Die Wahrheit über…“-Facebookseiten von Tal Silberstein und seinen österreichischen Epigonen.
7. Juni 2017
Österreichischer CEO verlässt Schweizer NZZ-Konzern Neos-Mitbegründer Veit Dengler verlässt wegen Auffassungsunterschieden über die weitere Strategie den Schweizer Verlagskonzern NZZ-Gruppe, den er seit 2013 leitete. Denglers Internationalisierungs-Pilotprojekt NZZ.at wurde mit Ende April 2017 eingestellt.
30. April 2017
Mutterkonzern stellt NZZ.at ein Das von Michael Fleischhacker konzipierte, im Jänner 2015 gestarete und bis Herbst 2016 geleitete Österreich-Portal des Konzerns der Neuen Zürcher Zeitung hat seine „Ziele nicht erreicht“ und wird mit Ende April 2017 eingestellt. Fleischhacker ist da schon Projektmanager für Dietrich Mateschitz‘ Stiftung Quo Vadis Veritas und die Plattform Addendum.
27. April 2017
Seitenblicke-Magazin nun bei Fellners Dietrich Mateschitz‘ Red Bull Media House hat sich im Herbst 2016 vom Seitenblicke-Magazin verabschiedet, das der Red-Bull-Boss einst Gründern wie Walter Meischberger abgekauft hat. Nun übernimmt die Mediengruppe Österreich das Markenrecht vom ORF und führt es ab 27. April als Beilage für Abonnenten und Kaufmagazin weiter (statt des eigenen Stars-Magazins.
6. April 2017
Der ATV-Verkauf an ProSiebenSat1Puls4 ist abgeschlossen Mit der Übernahme von ATV und ATV 2 durch ProSiebenSat1Puls4 werden 70 Stellen beim Sender gestrichen. Geschäftsführer Martin Gastinger und bald auch Chefredakteur Alexander Millecker gehen. Krone/Mediaprint und Österreich interessierten sich ebenfalls für ATV/ATV 2. Eigentümer Herbert Kloiber wollte aber nur an ProSiebenSat1 verkaufen. Die Wettbewerbsbehörten erteilten unter Auflagen ihren Segen ohne Kartellverfahren. Mehr unter ProSiebenSat1Puls4
1. April 2017
GIS-Gebühr steigt um 6,5 Prozent Das Programmentgelt für den ORF steigt ab April um 6,5 Prozent, die erste seit fünf Jahren. Der ORF beantragte ursprünglich 7,7 Prozent mehr, musste es aber unter dem Druck von SPÖ und ÖVP etwas billiger geben. Die für die Prüfung zuständige Medienbehörde bezweifelt, ob die Erhöhung für fünf Jahre reicht. ORF-Chef Alexander Wrabetz verspricht, über die nächsten fünf Jahre 300 Millionen und 300 Jobs einzusparen.
6. März 2017
Schiedsgericht lehnt Kündigung der Krone-Verträge ab. 2014 sprach die deutsche Funke-Grupppe, Hälfteeigentümerin des Kleinformats seit 1987, die Kündigung der Syndikatsverträge mit den Dichands über deren Vorrechte bei der Krone aus, etwa Garantiegewinn für die Österreicher. Im März 2017 weist das damit befasste Schiedsgericht nach Schweizer Recht die Funke-Kündigung der Verträge und der Vorrechte der Dichands ab – mit der formalen Begründung, sie wäre zu früh erfolgt. Erst mit Ende 2017 könnten die Verträge gekündigt werden. Mehr unter Kronen Zeitung
15. Jänner 2017
Alexander Mitteräcker wird Alleinvorstand der Standard-Gruppe Alexander Mitteräcker (*7. Mai 1973) Oscar Bronners ältester Sohn, langjähriger Manager und Vorstand von derStandard.at und der Mediengruppe neben Wolfgang Bergmann wird nach Bergmanns Wechsel als Geschäftsführer zur Wiener Galerie Belvedere Alleinvorstand der Standard Medien AG und damit der Gruppe.
1. Jänner 2017
Alexander Wrabetz‘ dritte Amtszeit als ORF-General Mit 2027 beginnt Alexander Wrabetz dritte Amtszeit als Generaldirektor des ORF – das hat vor ihm in Serie noch niemand geschafft. Für fünf Jahre bis Ende 2021 sind er und sein Führungsteam (Kathrin Zechner (Programm), Monika Eigensperger (Radio), Andreas Nadler (Finanzen), Michael Götzhaber (Technik) bestellt. Die ÖVP-FPÖ-Regierung ab Dezember und ihr geplantes ORF-Gesetz dürften die Funktionsperiode verkürzen.