Erst kommt der ORF, und dann kommt lange nichts. Der öffentlich-rechtliche, überwiegend von Gebühren finanzierte Rundfunk nimmt Jahr für Jahr mehr ein als die größten drei bis vier Verlage zusammen. Hier die Rangliste nach Umsätzen, die ich alljährlich für derStandard.at/Etat zusammenstelle:

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diemedien.at über die größten Medienhäuser – Link-Überblick

ORF

Österreichs weitaus größter Medienkonzern, Marktbeherrscher in Fernsehen, Radio und Online. Der ORF nimmt im Jahr – insbesondere durch rund 600 Millionen Euro Rundfunkgebühren – mehr ein als die vier größten Verlagshäuser zusammen, darunter Mediaprint und Styria. Und er setzt etwa doppelt soviel um wie alle Fernseh- und Radiogruppen in der Übersicht. Der ORF gehört einer im Prinzip gemeinnützigen Stiftung, bis 2001 war er eine Anstalt öffentlichen Rechts. Die Aufsichtsgremien besetzen öffentliche Institutionen wie Parteien im Nationalrat, Bundesregierung, Bundesländer, indirekt bestimmt einige der Bundeskanzler, direkt der ORF-Betriebsrat.

Hier geht es zum diemedien.at-Buch über den ORF …

Mediaprint

Österreichs größter Zeitungskonzern, gemeinsamer Verlag von Kronen Zeitung und Kurier, die sich die Mediaprint-Gesellschaftsanteile 50:50 und den Gewinn 70:30 aufteilen. Der Reichweitenriese Krone gehört 50:50 der Gründerfamilie Dichand und der deutschen Funke-Mediengruppe; der Kurier zu etwas mehr als 50 Prozent Raiffeisen und zu knapp unter 50 Prozent der Funke-Gruppe. Große Druckereien in Wien, Salzburg (mit den Salzburger Nachrichten) und Kärnten, großer Zustellapparat, teils mit Bundesländerzeitungen.

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über die Mediaprint …

Und hier geht’s zum diemedien.at-Buch über die Krone …

Styria Media Group

Die Styria im Besitz einer katholischen Privatstiftung ist Österreichs drittgrößter Medienkonzern und zweitgrößter Verlagskonzern nach dem ORF und der Mediaprint. Wirtschaftlicher Muskel: die Kleine Zeitung– dank ihrer tiefen Regionalisierung und geschickten Vermarktung ist sie größte Tageszeitung mit jeweils gut 50 Prozent Reichweite in Kärnten und der Steirmark. Die beiden südlichen Bundesländer Österreichs sind die Styria-Heimmärkte, abgedeckt mit Antenne-Radios, Gratiswochenzeitungen, Onlineplattformen. National präsent mit Die Presse, dem Gratiswochenzeitungsring RMA (50 Prozent), dem Marktplatzportal Willhaben.at (50 Prozent), der Online-Vermarktungsplattform Styria Digital One, den Bundesländerinnen-Monatsmagazinen (25,1 Prozent). Zeitungsmarktbeherrscher in Kroatien.

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über die Styria …

Sky

In Österreich ist Sky mit 170 Millionen Umsatz im Geschäftsjahr 2016/17 insbesondere mit Pay-TV-Verträgen für Endkunden größtes privates Rundfunkunternehmen – jedenfalls bis zur Konsolidierung von ATV in die ProSiebenSat1Puls4-Gruppe mit dem Geschäftsjahr 2017. Nach Unternehmensangaben 391.000 Abonnenten in Österreich Mitte 2017. Sky Österreich gehört zu Sky Deutschland, Mutterkonzern Sky Plc ist eine britische Abofernsehgruppe mit Sky-Ablegern in Deutschland/Österreich, Großbritannien/Irland, Italien unter der Kontrolle von Rupert Murdochs Entertaiment- und Bewegtbildholding 21st Century Fox.

Hier geht’s zum (noch nicht viel üppigeren) Lexikonstichwort über Sky …

ProSiebenSat1Puls4

Er hat als letzter begonnen und ist längst erster im Privatfernsehen: Nach RTL und nach Sat1 begann Markus Breitenecker erst 1998, ein Werbefenster für Österreich in ProSieben zu vermarkten. Der erste Schritt zur dominierenden privaten TV-Vermarktungs- und Programmgruppe in Österreich. 2000 hilft der Mutterkonzern beim Wachstum: ProSieben und Sat1, beide aus der Münchner Eigentümerfamilie Kirch, aber bisher getrennt geführt, fusionieren zu ProSiebenSat1.

Ab 26. Jänner 2004 gibt es auch Nachrichten (Austria Top News) für Österreich, produziert von einem der ersten österreichischen Privatender, den ProSieben-Vermarkter Markus Breitenecker maßgeblich unterstützt hat: Puls TV, damals noch ein Stadtsender für Wien. Ab 21. Juni 2004 läuft eine gemeinsame Morgenshow Café Puls auf Puls und Breiteneckers Österreich-Kanälen. Ab 2007 gehört auch Puls 4 ganz offiziell zur Gruppe, wird – unter einigen Schmerzen und Irrungen – zum nationalen Vollprogramm umgebaut und gegen ATV positioniert.

Während ProSiebenSat1Puls4 beeindruckende zweistellige Ergebnisse abliefert, schreibt ATV jährlich zweistellige Verluste. Und obwohl ProSiebenSat1Puls4 längst größter privater Fernsehkonzern ist, kann er 2017 auch noch ATV übernehmen. Die (Regierungs-)Politik hatte noch weniger Lust auf ATV im Besitz von Krone oder Österreich. Und Breitenecker argumentierte vor der Behörde etwa mit den weit höheren Umsätzen des ORF.

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über ProSiebenSat1Puls4 …

Moser Holding

Die Moser Holding, beständig unter Österreichs fünf umsatzstärksten Verlagskonzernen, gehört der Erbenfamilie Gründers Joseph Stehan Moser. Erst 2023 allerdings können die acht Nachkommen über ihre zusammen 75,01 Prozent am dominierenden Tiroler Medienkonzern verfügen – spätestens dann ist wohl mit Verkauf zu rechnen. Und wenn die Mosers verkaufen, wird sich auch die Bank für Tirol und Vorarlberg von ihren 24,99 Prozent verabschieden. 2009/2010 wollte die Styria (Kleine Zeitung) all ihre Regionalmedien mit jenen der Moser Holding zusammenlegen; der Deal scheiterte an den handelnden Personen und ihren wirtschaftlichen Befunden.

Kern des Moserschen Medienhauses und seiner Dominanz im Land ist die Tiroler Tageszeitung samt Sonntagszeitung und kleinformatigem Gratis-Ableger TT kompakt. Die Krone setzt ihr seit 1992 mit einer eigenen Tirol-Ausgabe zu. Moser Holding und Styria revanchieren sich mit der RMA (Regionalmedien Austria AG) – der österreichweite Gratiswochenzeitungsring um Bezirksblätter, Meine Woche und Wiener Bezirkszeitung ist reichweitenstärkstes Printmedium in Österreich.

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über die Moser Holding …

Mediengruppe Österreich

Die Mediengruppe Österreich ist ein Konglomerat aus zeitweilig mehr als 50 Firmen mit unterschiedlichen Eigentümern – die aber im Wesentlichen der Verlegerfamilie Fellner und ihren Stiftungen beziehungsweise nahestehenden Personen und Unternehmen zuzuordnen sind. Familie Fellner, das meint vor allem Zeitungsgründer und Herausgeber Wolfgang Fellner (* 13. Oktober 1954) sowie seinen jüngeren Bruder, ewigen Mitstreiter und kaufmännisch-finanziellen Kapazunder Helmuth Fellner (*13. August 1956) sowie Wolfgang Fellners älteren Sohn und Mit-Manager Niki Fellner (* 21. März 1985). Die Mediengruppe umfasst im Wesentlichen die – überwiegend gratis verteilte – Tageszeitung Österreich, die ihr täglich in der Bezahlversion beigelegten Magazine wie Madonna oder seit 2017 Seitenblicke Magazin, die Radiosender Oe24 zwischen Wien und Tirol und Antenne Salzburg, Portale wie oe24.at samt wetter.at und das Reisebüro joe24.at, seit September 2016 den TV-Kanal Oe24.TV. Die Liste lässt sich alle paar Wochen um neue Projekte erweitern (und wieder reduzieren).

Wolfgang Fellner spricht 2017 von hohen Renditen, ohne die Bezugsgrößen zu nennen. Der – nicht konsolidierte – Gesamtkomplex dürfte inzwischen grob positive Ergebnisse erreichen, auch dank intensiver Buchung öffentlicher Stellen (Medientransparenz) und wechselnder Jahresabschluss-Stichtage der Dutzenden Trägerfirmen. Die Fellners halten 2017 noch 18,675 Prozent Finanzbeteiligung an der Verlagsgruppe News, die sie 1992 gegründet haben. Mehrfach schon haben sie ihre Gründungen verkauft und ihnen bald darauf mit neuen Medien und ihren alten Geschäftsmethoden für Vermarktung, Werbeverkauf und Medienproduktion Konkurrenz gemacht.

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über die Mediengruppe Österreich …

RMA – Regionalmedien Austria

Österreichs größtes Printmedium – wenn man die Reichweite der fast 130 überwiegend wöchentlichen Gratiszeitungen und ihre Kooperationspartner zusammennimmt. Sie erreichen laut Media-Analyse (2016) wöchentlich fast 50 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ab 14 Jahren. Der Gratiswochenzeitungsring gehört zu je 50 Prozent den beiden großen Regionalverlagen Styria Media Group (Kleine Zeitung, Die Presse, Willhaben.at) und Moser Holding (Tiroler Tageszeitung).

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über die RMA …

Russmedia

Vorarlbergs beherrschendes Medienhaus Russmedia mit Vorarlberger Nachrichten, Neue Vorarlberger, Vorarlberg Online, Wochenzeitungen, Magazinen und und gehört Eugen A. Russ ( 6. Jänner 1961) (61,5 Prozent) und den Erben seiner Tante Sophie Kempf-Russ (38,5 Prozent), größtenteils über Stiftungen. Russ setzte früh und forsch auf Kundenbindung durch Zusatznutzen – vom eigenen Mobilfunkanbieter bis zum eigenen Stromtarif.

Eugen A. Russ und seine Familie betrieben bis Mitte 2017 zudem Zeitungen und Onlinedienste in Ungarn und Rumänien. Noch im Portfolio: Kleinanzeigenportale in Deutschland, allerlei Markt- und Mietportale, teils mit globalem Anspruch, 2017 in einer Russmedia Digital-Holding gebündelt, Vienna Online, Russmedia ist beteiligt an Arabella-Radios etwa in Wien und Niederösterreich. Man kann auch bei Unternehmen mit Russ-Beteiligung essen (in Lech am Arlberg), sich über Drinks austauschen (Flaviar, eines von vielen Startups bei Speedinvest), einen gebrauchten Bagger oder Reitmäher kaufen (Mascus), ein Wohnmobil oder Werkzeug mieten (Erento) oder ein Snowboard ausborgen (Alpinresorts.com).

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über Russmedia …

Verlagsgruppe News

Die Verlagsgruppe News mit News, Profil, TV-Media, Woman, Trend, Auto-Revue und einer Reihe weiterer Titel ist Österreichs weitaus umsatzstärkste, marktbeherrschende Magazingruppe – und doch Riese, der über Jahre Verluste schreibt, jedenfalls auch noch 2016. Die Fellner-Brüder haben die Verlagsgruppe 1992 gegründet und mit ihren ewigen Geschäftsprinzipien in lichte Höhen gepusht, wieder einmal die Mehrheit verkauft und 2001 noch den größten, zuvor aggressiv angegriffenen Mitbewerber gegen jede kartellrechtliche Regel und Vernunft geschluckt – die Kurier-Magazine um Profil und Trend – mehr zu dem atemberaubenden Super-Gau des Magazinmarkts unter Formil-Fusion.

2003 stiegen die Fellners operativ aus, 2006 begannen sie, der Verlagsgruppe News mit Österreich und seinen Magazinen Konkurrenz zu machen. Die Fellners halten noch 18,675 Prozent Finanzbeteiligung (und sind offenbar recht fordernde Gesellschafter), dem Kurier gehören seit der Formil-Fusion 25,3 Prozent an der Verlagsgruppe News. Die Mehrheit – 56,025 Prozent – hat die deutsche Bertelsmann-Tochter Gruner+Jahr 2016 Horst Pirker überantwortet, dem Geschäftsführer seit Mitte 2014 und Herausgeber der Verlagsgruppe.

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Niederösterreichisches Pressehaus

Das Niederösterreichische Pressehaus mit den Niederösterreichischen Nachrichten und der BVZ gehört zu 54 Prozent direkt der Diözese St. Pölten. Weitere 26 Prozent hält der Pressverein in der Diözese St. Pölten, der auch den Herausgeber und den Aufsichtsratsvorsitzenden des Pressehauses bestimmt. 20 Prozent – wohl mit Option oder jedenfalls Vorkaufsrecht auf mehr – gehören Raiffeisen Niederösterreich-Wien.

2015 muss der langjährige Chefredakteur, Verlagsleiter und Geschäftsführer Harald Knabl sehr plötzlich gehen. Hintergrund: wohl die wirtschaftliche Entwicklung des Verlagshauses. Eine Controllerin übernimmt für ein paar Monate, inzwischen führen ein ehemaliger Mediaprint-Manager und einer, der als CEO schon den einst roten Druckriesen Leykam Let’s Print und den bayerischen Direktmarketer Meiller GHP verkauft hat. Kein Zufall: Das Pressehaus sucht 2016/17 Partner für seine Druckerei. Obfrau des Pressvereins und damit Herausgeberin von NÖN und BVZ wurde Anfang 2017 die rechtskonservative Journalistin und Presse-Kolumnistin Gudula Walterskirchen.

Journalistisches Geschäftsprinzip der NÖN: Unzählige nebenberufliche und Hobby-Autoren schreiben über das Geschehen in ihrem Bezirk, eine Riege von hauptberuflichen Profis baut die Beiträge zu einer Regionalzeitung zusammen.

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Wimmer Holding (Oberösterreichische Nachrichten)

Der Wimmer Holding gehören zwar die reichweitenstärkste (kostenlose) Wochenzeitung im Land – Tips – und die regionale Kauftageszeitung Oberösterreichische Nachrichten, doch zumindest so wie das Blattmachen beschäftigt das oberösterreichische Medienhaus im Besitz der Familie Cuturi in den 2010er Jahren das Bauen: Die Gruppe errichtet einen gewaltigen Komplex von Einkaufszentrum, Wohnanlage, Veranstaltungssaal und Hotel auf einem Areal von 11.900 Quadratmetern in bester Linzer Innenstadtlage. Diese „Promenaden-Galerien“ beherbergen nicht nur das Medienhaus, sie dürften auch als wesentliche wirtschaftliche Stütze der Wimmer Holding dienen.

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APA – Austria Presse Agentur

Österreichs marktbeherrschende Nachrichtenagentur gehört dem ORF und den meisten Tageszeitungen bis auf Krone und Heute. Sie versorgt ihre Eigentümer, aber ebenso öffentliche Stellen, Parteien, Unternehmen und andere Medien mit Informationen, Bildern, Grafiken, Videos – diese Schlüsselrolle sorgt für besondere Aufmerksamkeit der Politik – die regelmäßig versucht, Vertrauensleute für Führungsjobs in der APA in Stellung zu bringen. Die APA verbreitet über ihre Plattform auch Aussendungen in eigener Verantwortung etwa von Unternehmen, öffentlichen Stellen, Parteien – unter der Bezeichnung OTS für Originaltextservice. Sie ist technischer Dienstleister insbesondere für Medien und mit dem APA Medialab auch Entwicklungshelfer.

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Red Bull Media House

Red Bull ist kein Medienunternehmen, sondern vor allem ein milliardenschwerer Softdrink-Weltkonzern. Aber Red Bull ist inzwischen auch ein Medienunternehmen – gebündelt im Red Bull Media House. Es produziert Inhalte über Red-Bull-Events und -Stars für Medien in aller Welt (Content-Marketing) und betreibt ein multinationales, schon recht globales Magazin (Red Bulletin), ein globales, inzwischen allein digital angelegtes Fernsehprojekt (Red Bull TV), Mobile- und anderen Onlineaktivitäten; zudem Österreichs größtes Kaufmagazin (Servus in Stadt und Land) und noch ein paar Zeitschriften sowie einen (auch politisch) heimatverbundenen TV-Sender (Servus TV) für Österreich und Umgebung, zeitweilig mit Versionen für Deutschland und Schweiz. Und Red Bull investiert jedenfalls 2012 bis 2015 gewaltig in seine Medienaktivitäten – 250 bis fast 400 Millionen Euro pro Jahr lassen sich nachvollziehen. 2017 investiert Mateschitz, größtenteils persönlich und abseits des Red Bull Media House zudem kräftig in Quo Vadis Veritas, eine Redaktion im Besitz einer gleichnamigen Stiftung, mit der deklarierten Aufgabe, „näher an die Wahrheit“ als andere Medien zu kommen.

Red Bull ist ein Familienunternehmen: 49 Prozent gehören der TC Agrotrading Co Ltd. mit Sitz in Hong Kong und im Besitz der Familie des 2012 gestorbenen, aus Thailand stammenden Red-Bull-Erfinders Chaleo Yoovidhya; zwei Prozent an Red Bull hält dessen Sohn Chalerm Yoovidhya; und 49 Prozent Red-Bull-Gründer und -Boss Dietrich Mateschitz (* 25. Mai 1944). Dessen Sohn ist im Konzern tätig.

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über die Red-Bull-Medien

Salzburger Nachrichten Gruppe

Auch in Salzburg prägt ein Familienunternehmen traditionell die Medienszene: Die Mediengruppe um die Qualitätstageszeitung Salzburger Nachrichten mit überregionalem Anspruch, mit den Wochenzeitungen Salzburger Fenster (gratis) und Salzburger Woche sowie Gratiszeitungen in Bayern gehört den Erben eines der beiden ersten privaten Betreiber nach 1945: Herausgeber Max Dasch (*15. Juni 1946) (55,96 Prozent) und seiner Schwester Gertrude Kaindl-Hönig (44,04 Prozent). Max Daschs Sohn Maximilian Dasch (*24. Juli 1983) ist Mitglied der Geschäftsführung. Als wesentliches wirtschaftliches Standbein gelten Immobilienbesitz und -geschäft.

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über die Unternehmensgruppe um die Salzburger Nachrichten

Standard-Gruppe

Im Zeitungsmarkt positioniert sich Der Standard als Qualitätszeitung in einem Zielgruppensegment; die Onlineplattform derStandard.at war lange das größte Portal einer österreichischen Zeitung im Netz, sie spielt in der Web-Analyse in einer Liga mit den Onlineadressen der Massentitel, krone.at und oe24.at. derStandard.at war 1995 erstes Onlineportal einer deutschsprachigen Zeitung, er konnte sich als eigenständiges Unternehmen eigenständig entwickeln und wurde nicht etwa in Online-Krisenzeiten vom Zeitungsverlag zurückgepfiffen. Die Standard-Gruppe gehört zu 85,64 Prozent der Bronner Familien Privatstiftung des Gründers Oscar Bronner (*14. Jänner 1943); Bronner hält selbst 12,55 Prozent, die übrigen 1,81 Prozent gehören einer Handvoll langjähriger Mitarbeiter von derStandard.at. Alleinvorstand seit 2017: Bronners ältester Sohn Alexander Mitteräcker, seit 2000 in Vorstand/Geschäftsführung, ist ab 2017 Alleinvorstand der Gruppe.

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über die Standard-Gruppe

Heute-Gruppe

Die Gratiszeitung Heute entstand in einem zumindest originellen Setting: Die Mitgesellschafter in der Mediaprint, die deutsche Funke-Gruppe und Raiffeisen, hatten Krone-Herausgeber und -Hälfteeigentümer Hans Dichand im Frühjahr 2004 Dichands Lieblingsprojekt abgedreht – die Mediaprint-Gratistageszeitung U-Express. Dichand bittet die lange schon verfeindeten Funkes noch, sie mögen ihm erlauben, eine eigene Gratiszeitung zu gründen.

Wenige Wochen nach dem (abschlägig beantworteten) Bittbrief an die Funkes gründet Wolfgang Jansky, bis dahin Pressesprecher des Wiener Wohnbaustadtrats und Dichand-Wahlneffen Werner Faymann (SPÖ), 2004 Heute mit der Mannschaft des U-Express und einem Kredit der (SPÖ-Wien-nahen) Bank Austria. Dichands Schwiegertochter Eva Dichand wird bald Geschäftsführerin und Herausgeberin des Gratiszeitungsverlags – und ihre Stiftung namens Pluto Mehrheitseignerin, wie sie allerdings erst 2012 unter dem Druck des neuen Medien- und Medientransparenzgesetzes offenlegt. Das Medientransparenzgesetz bestätigt alsbald einen wesentlichen Anteil öffentlicher Inserate.

2016 steigt die Schweizer Tamedia-Gruppe bei Heute ein. Mit 25,5 Prozent beim Zeitungsverlag – damit hat die von SPÖ-nahen Vorstandsmitgliedern geführte Periodika Privatstiftung hier eine knappe Mehrheit von 50,1 Prozent. Denn: Eva Dichands Pluto hat in zwei Schritten je rund ein Viertel der Anteile am Verlag an die Periodika und an die Schweizer verkauft.

An Heute.at kaufte die Tamedia 50,1 Prozent – kurz vor dem Einstieg übertrugen die beiden Stiftungen die Online-Gesellschaft zu gleichen Teilen an Wolfgang Jansky und Eva Dichand persönlich, die dann der Tamedia 50,1 Prozent verkauften und noch je 24,4 Prozent an der Digitalgesellschaft halten.

Hier geht’s vorerst zum Lexikonstichwort über die Zeitung Heute

ATV

Österreichs erster privater bundesweiter Fernsehsender ab 2003 steht in der Rangliste für das Jahr 2016 zum letzten Mal: Im Frühjahr 2017 übernimmt die schon zuvor größte österreichische Privatfernseh- und Werbefenstergruppe ProSiebenSat1Puls4 ATV von Herbert Kloibers Tele München Gruppe.

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über ATV

Echo Medienhaus

Seit Mitte 2012 müssen öffentliche Stellen Aufträge an parteinahe Unternehmen dem Rechnungshof bekanntgeben. Im selben Jahr schrieb das Echo Medienhaus nach Jahren der Gewinne erstmals deutliche Verluste. Seit Ende 2013 gehört Echo nicht mehr einem SPÖ-Wien-nahen Verein, sondern seinem Manager Christian Pöttler (*13. Februar 1960), dessen Freund (und Feibra-Gründer) Anton Feistl sowie dessen Sohn – ein zunächst beteiligter SPÖ-naher Steuerberater hat seine Anteile inzwischen abgegeben. Echo gibt das kostenlose Wiener Bezirksblatt heraus, etwa auf Heute-Flughöhe reichweitenstärkstes Printmedium in Wien. Und Echo veranstaltet große Wiener Events und Aktionen vom Donauinselfest bis zur großen, breit gesponserten Lesestoffverteilung „Eine Stadt ein Buch“. An den Bezirksblättern ist die Mediaprint beteiligt, mit Moser Holding und Styria verbindet Echo das Stadtmagazin Wien live und das Frauenmagazin Wien live Look, herausgegeben wie die (übrigen) Bundesländerinnen-Gratismagazine von Pöttlers Gattin Uschi Fellner-Pöttler.

Hier geht’s zum Lexikonstichwort über das Echo Medienhaus