Hier finden Sie Links und Literaturtipps über zugängliche Quellen für Daten, Fakten, Recht, aktuelle Informationen im Überblick.

Noch in Arbeit.

Mediendaten und Medienanalysen

Nutzung der Mediengattungen

Der Media-Server liefert – über eine große Umfrage mit 15.000 Interviews der Marktforschungsinstitute Ifes und GfK – vergleichbare Daten über Nutzungszeiten und Nutzungsumfang der Mediengattungen samt Soziodemografie. Daten über einzelne Medien – aus Studien wie Media-Analyse, Radiotest, Teletest, ÖWA Plus – sollen in diese Studie fusioniert werden. Erste globale Media-Server-Daten über die Nutzung der Mediengattungen im Tagesverlauf sind seit ab Mitte November 2015 verfügbar – auf der Seite des Vereins Media-Server. Der Trägerverein der ÖWA (Web-Analyse) verabschiedet sich im Anfang 2017 aus dem Media-Server, nach eigenen Angaben aus Kostengründen.

 

Web-Nutzung

Das Meinungsforschungsinstitut Integral fragt seit 1996 für seinen Austrian Internet Monitor (AIM) Online-Zugang und Onlinenutzung ab, in derzeit 1000 jährlichen Telefoninterviews und pro Quartal 1000 bis 1500 Online-Interviews. Die Daten sind laut Integral repräsentativ für die Bevölkerung ab 14 Jahren.

63 Prozent der Bevölkerung ab 14 nutzen das Internet laut AIM täglich, 77 Prozent zumindest wöchentlich und 84 Prozent überhaupt – Stand: 1. Quartal 2015. Die Daten des AIM sind nur zum Teil frei zugänglich.

Web-Zugriffsdaten

ÖWA

Die Österreichische Web-Analyse (ÖWA Basic) zählt – mit einem so genannten Zählpixel auf den teilnehmenden Seiten – die Zugriffe auf Webseiten. Sie liefert Visits (einzelne Besuche von Webseiten), Page Impressions (Aufrufe von Einzelseiten auf Websites, etwa Artikeln) und Unique Clients. Der Wert gibt an, über wieviele unterschiedliche Geräte auf Webseiten zugegriffen wurde – also etwa von unterschiedlichen PCs, Laptops, Tablets, Smartphones oder womit auch immer Mensch (oder Maschinen/Programme) surfen können.

Und die ÖWA liefert Werte über die Nutzungszeit pro Vist, eine in der Vermarktung von Werbung wesentliche Größe.

Frei zugängliche Daten der ÖWA Basic finden Sie unter diesem Link auf der ÖWA-Seite.

Ein Trägerverein organisiert die ÖWA, Mitglieder sind österreichische Webplattformen und Mediaagenturen.

Alexa.com

Die nutzungsstärksten Seiten sind nicht in der ÖWA abgebildet. Alexa.com liefert – vielleicht etwas grobere – Anhaltspunkte über die reale Rangliste im Online-Traffic auch einzelner Länder. Und wer zahlt (oder einen Testaccount nimmt), bekommt auch Größenordnungen dazu geliefert.

Die Rangliste für Österreich finden sie unter diesem Link. Die – nicht ganz überraschenden – Top 5 demnach, Stand September 2015: Google.at, Facebook.comYoutube.com, Google.com, Amazon.de. Erst auf Platz 6 steht ORF.at, dahinter Wikipedia.at, Willhaben.at und derStandard.at auf Rang 9, gefolgt von GMX- und Yahoo-Adressen.

Alexa.com gehört übrigens zu Amazon.

Google Analytics

Google Analytics liefert Seitenbetreibern vor allem Daten über das eigene Portal aus dem großen Google-Datenpool.

Web-Reichweiten

Der Trägerverein der ÖWA untersucht auch regelmäßig die Reichweiten von Webseiten in Österreich. Die Studie nennt sich ÖWA Plus, und sie basiert im Prinzip auf den Daten der ÖWA, kombiniert mit einer repräsentativen Befragung. Sie weist sogenannte Unique Clients aus, also im Prinzip unterschiedliche Personen und nicht Geräte.

Die zugänglichen Daten der ÖWA Plus finden Sie unter diesem Link auf der Webseite der ÖWA. Bitte beachten Sie die Voreinstellung, worauf sich die Daten beziehen: Unter Grundgesamtheit ist Internetnutzer voreingestellt, das lässt sich ändern auf Gesamtbevölkerung – und ist damit schon vergleichbarer mit anderen Reichweitenstudien. Die beziehen sich zudem meist auf die Nutzung pro Tag (gestern); die ÖWA-Plus-Seite ist allerdings (unter Zeitraum) auf durchschnittlicher Monat voreingestellt. Das lässt sich auf wöchentliche, tägliche oder werktägliche Anzeige umstellen. Auf Tagesbasis liefert die Seite allerdings keine Reichweitendaten mehr für einzelne Bundesländer.

TV-Reichweiten und –Marktanteile

Der Teletest liefert Daten über den (klassischen) Fernsehmarkt mit zeitversetztem Abruf bis zu sechs Tage nach Ausstrahlung, vorerst ohne webbasierte Nutzung auf PC oder mobil. Das Marktforschungsinstitut GfK zeichnet den TV-Konsum von rund 3200 Menschen ab zwölf Jahren und rund 340 Kindern in 1570 Teletest-Haushalten auf, repräsentativ für die Bevölkerung.

Öffentlich zugängliche Daten finden Sie auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft Teletest, die den Teletest seit 2007 beauftragt – www.agtt.at – sowie auf den Seiten der Sender, für den ORF etwa unter mediaresearch.orf.at.

Radio-Reichweiten und –Marktanteile

Der Radiotest von GfK ist das Messinstrument für den Radiokonsum in Österreich – jeweils aktuelle Daten finden Sie etwa auf der Website der Privatradiovermarkterin RMS. Seine halbjährlich veröffentlichten Ergebnisse basieren auf rund 13.000 computerunterstützten Telefoninterviews.

Aber Obacht: Im April 2016 räumt GfK Austria ein, dass die Ergebnisse des Radiotest in den vergangenen fünf Jahren falsch waren: Mitarbeiter des Instituts hätten Schwankungen „geglättet“. Die Glättung wirkte sich nach ersten Erkenntnissen zum überwiegenden Teil zugunsten von ORF-Sendern aus, vor allem Ö3. Ihnen wurden bis zu zwei, drei Prozentpunkte mehr ausgewiesen, als die Interviews ergaben. GfK korrigierte die Werte im Frühjahr 2016.

Printreichweiten

Die Media-Analyse liefert jährlich zweimal Reichweiten- und Leserzahlen für Österreichs Printmedien. Basis: eine Umfrage mit rund 15.500 Interviews pro Jahr. Achtung: Bitte immer nur Kalenderjahr-Daten mit Kalenderjahr-Daten und Halbjahres-Daten mit Halbjahres-Daten vergleichen (die Hälfte der Daten und Interviews sind sonst ident). Und auf statistische Schwankungsbreiten achten, bevor man Veränderungen behauptet oder Größenvergleiche formuliert.

Printauflagen

Die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) veröffentlicht halbjährlich Daten über Druckauflagen, verbreitete und verkaufte Exemplare in vielen, sehr detaillierten Kategorien. Die Mitgliedsmedien melden die Daten, Wirtschaftsprüfer kontrollieren sie bei neuen Teilnehmern jedenfalls, danach stichprobenartig. Die News-Gruppe schaffte dennoch, die Daten unerkannt über Jahre hochzulügen.

International

USA: State of the News Media (Berichte jährlich mit Zwischenergebnissen) des Pew Research Center

Digital News Report des Reuters Institute – und hier der Sonderbericht 2015 mit Daten auch zu Österreich (PDF)

Eigentümer und wirtschaftliche Lage

Firmenbuch

Im Firmenbuch sind Beteiligungsverhältnisse (bis auf Sonderkonstruktionen wie stille Gesellschafter oder Treuhandverhältnisse) zu dokumentieren. Größere Gesellschaften müssen etwa auch jährlich ausführliche Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen vorlegen. Aber: Zugänge sind kostenpflichtig und nicht frei zugänglich.

Offenlegung

Medien sind zur Offenlegung ihrer Besitzverhältnisse verpflichtet, und wohl auch dank Medientransparenzgesetz sind die Angaben inzwischen häufig sehr detailliert und nützlich.

Standard-Medien-Ranking

Am einfachsten zugänglich: Eigentumsverhältnisse und Kennzahlen sammle ich jedes Jahr im Frühjahr/Frühsommer für meine Übersicht der größten Medienhäuser auf derStandard.at/Etat, die aktuellste Variante finden Sie unter diesem Link.

Elektronische Medien: Senderlisten, Behördenentscheidungen

Unter http://www.rtr.at (Link zum Medien-Teil) finden Sie Unmengen von Informationen über elektronische Medien, relevante Gesetze, Lizenzen, Frequenzen und Förderungen:

Förderungen

Förderungen von Medienbehörde und RTR

Medienbehörde beziehungsweise RTR vergeben eine Reihe von Förderungen, meist auf Anraten von sozialpartnerschaftlich und/oder wissenschaftlich besetzten Beiräten. Die Links zu den Förder-Regeln und –Summen:

Medientransparenz: Werbung öffentlicher Stellen, Förderungen, Rundfunkgebühren

Seit 2012 müssen rund 5600 öffentliche Stellen – Ministerien, Landesregierungen, Firmen, Vereine, Stiftungen und andere Institutionen unter öffentlicher Kontrolle – der Medienbehörde viermal jährlich melden, für wieviel Geld sie im jeweiligen Quartal Werbung in welchen Medien gebucht hat. Die Medienbehörde veröffentlicht die (recht unübersichtlichen) Daten hier, der Rechnungshof prüft sie im Nachhinein auf ihre Richtigkeit und Vollständigkeit. Erste Erkenntnisse: Gemeldet werden (wegen Bagatellgrenzen teils zurecht) etwa die Hälfte bis zwei Drittel der tatsächlichen Buchungen.

Der Standard ordnet (meist) die öffentlichen Werbebuchungen aufbereitet Medien und Medienkonzernen zu, Daten finden Sie hier.

Öffentliche Stellen müssen der Medienbehörde auch ihre Förderungen für Medien mitteilen einschließlich der auf vier Quartale aufgeteilten, insgesamt (2014) 589,369362 Millionen an Rundfunkgebühren für den ORF. Oder auch die 1,08 Millionen Euro pro Jahr der Stadt Wien für Okto sowie rund 300.000 Euro für Radio Orange, beides nicht kommerzielle Community-Sender.

Aktuelle Infos über die Medienbranche

Für’s Erste ein paar ausgewählte, hoffentlich hilfreiche Links:

derStandard.at/Etat ist ein eigener Channel des Standard über Medien und Werbung, in der Zeitung gibt es Dienstag bis Samstag einen Medienteil namens „Kommunikation“. Ich bin dort Medienredakteur.

Der Kurier berichtet täglich über Medien, online finden Sie den Bereich hier auf kurier.at oder in seinem Branchendienst atmedia.at.

Die Presse berichtet regelmäßig über Medien, online finden Sie den Bereich hier auf diepresse.com.

Der Falter hat jede Woche eigene, sehr empfehlenswerte Medienseiten.

Die wöchentliche Branchenzeitung Horizont finden Sie unter horizont.at im Netz.

Fehler und Verfehlungen von Österreichs Medien und Journalisten dokumentiert der Watchblog Kobuk auf Kobuk.at und gern auch auf seiner Facebook-Seite. Beim österreichischen Journalismustag 2016 lieferte Fahrnberger eine recht pointierte Fehlleistungsschau österreichischer Medien aus Kobuk-Sicht, seine Präsentation finden Sie als PDF unter diesem Link.

Guten und laufenden Überblick auch über internationale aktuelle Branchenentwicklungen (mit Schwerpunkt Deutschland) und –neuigkeiten liefert der Branchendienst turi2.de insbesondere auch mit seinen Newslettern.

Lesenswert: Literaturhinweise

Die Mediatisierung der Gesellschaft und ihre Paradoxien Matthias Karmasin, 2016, Facultas Verlag

Österreichische Rundfunkgesetze Michael Kogler, Matthias Traimer, Michael Truppe, 2010, Medien & Recht

Medienpolitische Weichenstellung in Österreich – Rückblick und Vorausschau. Ein ExpertInnen-Delphi zur Medienpolitik Hannes Haas und Cornelia Brantner, 2011, Projektbericht für das Bundeskanzleramt.

Wozu brauchen wir noch Journalisten? Armin Wolf, herausgegeben von Hannes Haas, 2013, Picus-Verlag

Journalisten müssen supersauber sein – Anspruch und Wirklichkeit in der Medienwelt Alexandra Föderl-Schmid , herausgegeben von Hannes Haas„ 2013, Picus-Verlag

Der Journalisten-Report (bisher in vier Ausgaben) des Medienhaus Wien, mehr dazu hier.