Österreich zählt nicht zu den bevölkerungsreichsten Ländern Europas, und auch nach dem Bruttoinlandsprodukt, absolut betrachtet, liegt Schnitzelland nicht unbedingt im Spitzenfeld Europas. Sein öffentlich-rechtlicher Rundfunk freilich spielt im Europavergleich ganz vorne mit – wenn es um Gebühreneinnahmen und kommerzielle Umsätze geht. Auch in absoluten Zahlen. Ein Vorgeschmack.

Der ORF ist eine der reichsten Rundfunkanstalten Europas, zeigen internationale Vergleiche unter gut 40 Staaten, Stand Ende 2015:

  • Nur in fünf Ländern nehmen die Anstalten absolut mehr ein als in Österreich – und in Deutschland etwa sind das viele öffentlich-rechtliche Häuser.
  • Nur vier öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehanstalten unter gut drei Dutzend nehmen pro Jahr mehr ein als der ORF.
  • Nur in vier Ländern erwirtschaften die öffentlichen Sender auch pro Einwohner/in mehr als der ORF.
  • Auf Rang sieben liegen Österreichs Rundfunk-Einnahmen im Vergleich mit dem Bruttonationalprodukt – klar vor etwa der Schweiz, Finnland, Dänemark, Irland und Meilen vor Frankreich, Italien und Spanien.
  • Nur in zwei Ländern unter mehr als 40 können und dürfen die öffentlichen Sender höhere kommerzielle Einnahmen erzielen als der ORF, jeweils verglichen mit ihrem Gesamtbudget. Vor Österreich liegen da nur Malta und Polen – wo die TV-Werbung mit dem radikalen Umbau der rechtskonservativen Regierung 2015/2016 deutlich gekürzt wird.
  • Und nur in einem Land in Europa hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen höheren Anteil „sonstige“ kommerzielle Einnahmen als der ORF (also von Sonderwerbeformen bis zu Sende-Dienstleistungen der ORF-Tochter ORS für Private). Im Vergleich der einzelnen Anstalten liegt der ORF hier – Kopf an Kopf etwa mit der BBC unter den Top 4.

Mehr über den ORF im internationalen Finanzvergleich finden Sie ab sofort (unter diesem Link) im Abschnitt ORF und Geld – etwa die zehn höchsten Rundfunk-Gebühren in Europa, die höchsten Gebühren pro Kopf und vergleichen mit dem Bruttoinlandsprodukt oder auch die zehn höchsten kommerziellen Einnahmen öffentlich-rechtlicher Anstalten in Europa.

Die Kürzungs-Meister

Hier nur noch kurz eine andere Perspektive auf Europas Rundfunkanstalten im Vergleich: Zwei Dutzend Rundfunkanstalten mussten seit 2010 teils dramatische Kürzungen ihrer Budgets verkraften. Die werbefreie spanische RTVE verlor etwa 2,9 Milliarden Euro Staatszuschuss. Die britische BBC gut 230 Millionen – noch ohne die 920 Millionen, mit denen die britische Regierung der BBC bisher die Gebührenbefreiungen für über 75jährige abgegolten hat. Die italienische Rai muss mit fast 230 Millionen Euro weniger auskommen, France Televisions mit fast 120 Millionen weniger. Der ORF fehlt in diesen zwei Dutzend öffentlich-rechtlichen Kürzungsopfern Europas, Stand Ende 2015.