Das Medienjahr 2020 ist geprägt von der weltweiten Pandemie des aggressiven Corona-Virus Sars-CoV-2 und der Viruserkrankung Covid-19, die von China ausging, von Beschränkungen des öffentlichen Lebens auch in Österreich, von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie insbesondere auf Werbebuchungen, eine der zentralen Finanzierungsquellen von Medien. Bei vielen Medienbetrieben in Österreich ist ab März/April 2020 Kurzarbeit ein Thema, die Republik fördert diese Maßnahme über das AMS und versucht den wirtschafltichen Krisenfolgen mit insgesamt rund 38 (Stand März) Milliarden Euro an Subventionen (der Wirtschaft allgemein) entgegenzuwirken.

Hier versuche ich eine Übersicht der prägenden Ereignisse der vergangenen Jahre – noch im Experimentierstadium und selbst mit Bezahlzugang noch nicht zugänglich.

Eine Timeline der wichtigsten Medienereignisse seit 1945 finden Sie unter diesem Link auf DIEMEDIEN.at.

Die wichtigsten Medienereignisse der vergangenen Jahre finden Sie hier in den Updates auf DIEMEDIEN.at.

Weitere relevante Ereignisse finden Sie hier in den Updates:

Das Letzte: Updates zum Ausklappen


Olympische Sommerspiele Corona-bedingt auf 2021 vertagt – nach Fußball-EM und, und, und…
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und Japan sagen am 24. März 2020 die Olympischen Sommerspiele in Tokio 2020 definitiv ab und verschieben das globale Sport- und vor allem Fernsehgroßereignis um ein Jahr auf 2021 – wie zuvor etwa schon die Fußball-Europameisterschaft 2020 in Frankreich wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde und viele kleinere und größere medienrelevanten Ereignisse 2020 aufgeschoben oder abgesagt wurden, von Song Contest bis Dancing Stars bis Romy-Gala des Kurier. Fußball-WM und -EM sowie Olympische Spiele heben die ORF-Quoten üblicherweise in geraden Jahren um den einen oder anderen Prozentpunkt. Zugleich treiben sie die Rechte- und Produktionskosten des ORF-Fernsehsports in diesen geraden Jahren um rund 20 Millionen Euro Richtung 100 Millionen.

Armin Wolf, Tarek Leitner, Nadja Bernhard ziehen für zwei Wochen als „Zeit im Bild“-WG in Isolationsbereich auf den Küniglberg
Der ORF richtet im März 2020 Isolationsbereiche ein, um insbesondere seine Information vor Corona-Ausfällen abzusichern. Am 24. März 2020 ziehen zunächst die Moderatoren Armin Wolf, Tarek Leitner, Nadja Bernhard und Margit Laufer samt Team für zwei Wochen auf den Küniglberg. Die Infomannschaft von Ö1 lehnt einen Isolationsbereich ab – was für einigen Konfliktstoff mit der ORF-Führung, insbesondere dem Sicherheitschef Pius Strobl sorgt. Fällt die Ö1-Info virusbedingt aus, soll daraufhin Ö3 auch die Ö1-Journale übernehmen, lässt die ORF-Führung daraufhin verlauten.

ÖVP-nahe Mehrheit im ORF-Stiftungsrat – Türkis bestimmt nächste ORF-Führung
Die Regierung von ÖVP und Grünen beschickt am 11. März 2020 die 9 Regierungsmandate und 6 Parteimandate (auf Vorschlag der Parlamentsparteien) im Stiftungsrat neu. Ergebnis: eine türkise Mehrheit im obersten ORF-Gremium, die nötigenfalls auch alleine die nächste ORF-Führung bestimmen kann. Die ÖVP-Fraktion ("Freundeskreis") kommt auf 16 Mandate im Stiftungsrat, vier weitere Unabhängige im Stiftungsrat (entsandt von Regierung, Betriebsrat) stehen der ÖVP näher als anderen Parteien oder können zumindest als bürgerlich eingestuft werden. Für die Bestellung der ORF-Führung - regulär im Sommer 2021 mit 2022 - braucht es 18 Mandate aus insgesamt 35. Enthaltungen senken das nötige Quorum. Die SPÖ hat nun 5 Mandate, die FPÖ 4, die Grünen 3 und die Neos 1, dazu kommt eine Handvoll deklariert Unabhängiger. Die 2020 Neuen im Stiftungsrat:
  • Jürgen Beilein (Ex-ÖVP-Ministersprecher) auf ÖVP-Regierungsmandat
  • Ruth Strondl (Kunsthistorisches Museum, davor ÖVP-Ministerien) auf als unabhängig definiertem Regierungsmandat
  • Bernhard Tschrepitsch (CV-nahe Akademikerhilfe) auf als unabhängig definiertem Regierungsmandat
  • Marianne Schüttner (Betriebsrat, ORF-Finanzdirektion, Unabhängige-Listenkollegin von Radiobetriebsrätin Gudrun Stindl) auf einem Mandat des neu besetzten ORF-Zentralbetriebsrats
  • Andrea Danmayr (Uni für angewandte Kunst) auf Grünem Regierungsmandat
  • Lothar Lockl (Strategieberater, früher Manager und Kampagnenmanager der Grünen und 2016 von Alexander Van der Bellen) auf Grünem Regierungsmandat
  • Sigrid Pilz (Wiener Patientenanwältin) auf Grünem Parteimandat

Corona: ORF schaltet „Zeit im Bild“ um 19.30 auf alle Kanäle durch
Der ORF positioniert sich in der Corona-Ausnahmesituation im Frühjahr 2020 – ohnehin in steter Verteidigungshaltung für seine Gebührenfinanzierung und vor dem nächsten Generalswahljahr 2021 – als staatstragende Zentralanstalt für Information, Service und Motivation. Am 13. März fährt die Regierung das öffentliche Leben im Land drastisch zurück, der ORF ist da längst und der Situation entsprechend in den großen Sondersendungsmodus gewechselt. Und ab 15. März 2020 nimmt der ORF eine Rede von Kanzler Sebastian Kurz in der Zeit im Bild -Sendezeit zum Anlass, die Hauptnachrichten um 19.30 Uhr gleich auf alle vier ORF-Kanäle durchzuschalten. Diese Zeit im Bild hat (ohne spätere Abrufe) die meisten Zuschauer, seit der ORF 1991 die elektronische Quotenmessung begann: 2,77 Millionen im Sendungsschnitt, bei der Kanzlerrede waren es 2,92 Millionen. 67 beziehungsweise 68 Prozent Marktanteil. ORF-Chef Alexander Wrabetz ließ ohnehin erst in den Wochen zuvor wieder prüfen, ob die von ihm 2007 mit der (leider nur angekündigt) "größten Programmreform aller Zeiten" beendete Durchschaltung der Zeit im Bild auf ORF 1 und ORF 2 nicht doch wiederkehren soll. Die Arbeitsgruppe sagte nein, Corona bietet einen mehr als angemessenen Anlass, sie trotzdem auszuprobieren. Am 15. März sehen die ZiB auf ORF 2 2,24 Millionen, in ORF 1immerhin 442.000. Am 16. März sind 254.000 in ORF 1 dabei, insgesamt verfolgten 2,53 Millionen diese ORF-Hauptnachrichten auf allen Kanälen zusammen. Der ORF bleibt fürs erste dabei: Zunächst für eine Woche geplant steht die Zeit im Bild auch am 31. März noch um 19.30 Uhr im Programm von ORF 2 ebenso wie jenem von ORF 1.

Regierungskampagne zur Corona-Krise für kolportierte 15 Millionen Euro
Die Regierung reagiert ab 15. März 2020 mit einer gewaltigen Werbekampagne auf Werbeausfälle bei Österreichs Medienhäusern als Corona-Folge ("Schau auf dich, bleib zuhause"). Kolportiertes Volumen: 15 Millionen Euro. 2019 gab die Regierung insgesamt für Werbung rund 25 Millionen Euro aus. Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Zeitungsverbandes VÖZ spricht im Ö1-Mittagsjournal (28. März 2020) von Stornoraten im Bereich von 40 bis 50 Prozent und Ausfällen von rund 40 Millionen Euro bei Österreichs Zeitungen, Zeitschriften und Fachzeitschriften. Verleger rufen nach Sonderförderungen für Druck und Vertrieb und schicken ihre Medienunternehmen reihenweise ab April 2020 in Kurzarbeit.

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