(*26. Februar 1972) Österreichs rascheste Verlegerinnenkarriere: Eva Kriebernegg, aus Graz stammende, zielstrebig-bestimmte Angestellte einer Investmentfirma, wurde binnen weniger Jahre zu Eva Dichand, zur Zeitungsherausgeberin und -geschäftsführerin, zur Stifterin des Mehrheitseigentums an einer der größten Tageszeitungen im Land – der Gratiszeitung Heute. Die Mehrheit ging inzwischen an die Schweizer Tamedia (Online) und die von Sozialdemokraten geführte Periodika-Privatstiftung (Print). Die Frau des Krone-Bosses Christoph Dichand beziehungsweise ihre Stiftung hält an beiden noch rund 24,5 Prozent.

Das Letzte: Updates zum Ausklappen


Eva Dichand zu Falter-Bericht über Wahlkampf-Kalkulation der ÖVP
Heute-Herausgeberin Eva Dichand twittert über die Recherchen des Falter über kreative Verbuchung von Wahlkampfmitteln am 10. September 2019:  

Krone-Streit: Eva Dichand bestätigt Gespräche mit René Benko
Eva Dichand, Herausgeberin von der Gratiszeitung Heute und Frau von Krone-Herausgeber Christoph Dichand, bestätigt im Trend Gespräche mit René Benko. Die Dichands reagierten zunächst mehr als irritiert, als sich der Tiroler Immobilienmilliardär Ende 2018 mittelbar an Krone und Kurier beteiligte. Benko übernahm rund die Hälfte an einer Holdingfirma, in der die deutsche Funke-Mediengruppe ihre 50 Prozent an der Krone und fast 50 Prozent am Kurier gebündelt hat. Und Benko will die Funke-Anteile komplett übernehmen – wenn Vorrechte der Dichands wie ein millionenschwerer jährlich garantierter Gewinn und das Sagen bei Personal und Redaktion der Krone entweder rechtswirksam gekündigt sind (was die Dichands bei Schiedsgerichten bekämpfen) oder mit einem Verhandlungskompromiss neu gefasst werden. Eva Dichand, die an der Krone nicht beteiligt ist, am 6. September 2019 im Trend: "Wir warten auf ein Schiedsgerichtsurteil, das irgendwann zwischen September und Dezember kommen soll. Es ist auf jeden Fall Zeit, den Streit zu beenden. Die Gespräche sind, wie ich höre, weit fortgeschritten und verlaufen konstruktiv. Die Benko-Seite bemüht sich sehr."

Die 100 reichsten Österreicher 2019 – mit Medien-Playern wie Mateschitz, Benko, Dichand, Falk, Taus
Die Österreichsten 2019: Das Wirtschaftsmagazin Trend reiht und taxiert, wie alle Jahre im Sommer, die 100 reichsten Menschen und Familien des Landes. Unter ihnen finden sich auch einige Schlüsselspieler der Medienbranche. Ein Überblick aus Medien-Sicht, hoffentlich einigermaßen vollständig – Anregungen immer willkommen:  
 
  • Platz 2 mit laut Trend 15,6 Milliarden Euro: Dietrich Mateschitz. Der Dosenmilliardär leistet sich und seinem Konzern ein Red Bull Media House mit Servus TV, Redbull.com, ein Red Bulletin, Servus in Stadt und Land, eine Produktionsfirma und ein Magazin namens Terra Mater sowie eine Rechercheplattform namens Addendum.
  • Platz 8 mit 4,1 Milliarden Euro: René Benko. Der Immobilien- und Handelstycoon ist seit Ende 2018 mittelbar an Krone und Kurier beteiligt – über eine Beteiligungsgesellschaft der deutschen Funke Mediengruppe und mit der Option, die gesamten 50 Prozent an der Krone (und wohl auch der fast 50 Prozent am Kurier) von den Deutschen zu übernehmen, wenn die Vorrechte der Miteigentümer Dichand erfolgreich gekündigt sind. Im September 2019 wird mit einer Entscheidung eines Schiedsgerichts nach Schweizer Recht darüber gerechnet.
  • Platz 59 mit 680 Millionen Euro: Familie Dichand. Den Krone-Erben Helga, Michael, Johanna und Christoph Dichand gehört neben 50 Prozent an Österreichs größter Zeitung noch eine gewaltige Kunstsammlung und die eine oder andere Immobilie. Unter den Nachkommen von Hans Dichand (+2010) und Helga Dichand hat nur Christoph Dichand hat Kinder (zwei Söhne, eine Tochter) aus seiner Ehe mit Eva Dichand (Heute).
  • Platz 61 mit 400 bis 650 Millionen Euro: Noah und Samuel Falk, die Erben von Ex-Krone-Mitbegründer und Ganze Woche-Boss Kurt Falk (+2005). Noah führt die auflagenstärkste Wochenzeitung/-illustrierte ohne seinen Bruder mit Falks ehemaliger Assistentin.
  • Platz 79, ebenfalls in der Liga 400 bis 650 Millionen: Josef Taus. Der Industrielle und ehemalige ÖVP-Chef betreibt etwa die Zeitungsdruckerei Herold. Der medieninteressierte Unternehmer verhandelte etwa auch schon einmal über eine Beteiligung an Datum.
Mediale Verbindungen oder Medien-Geschichte haben auch noch ein paar andere der Österreichsten, die mir auffielen: Aus den Weiten der Familien Porsche und Piech (Platz 1 mit 37 Milliarden) kommt auch der Anwalt Hans Michel Piech, der rund 12,5 Prozent an der ST VerlagsbeteiligungsgesmbH hinter dem Falter hält. Der Bauindustrielle Hans Peter (Platz 22 mit 1,81 Milliarden) ist nicht nur wesentlicher Financier der Neos, sondern auch ihr Stiftungsrat im ORF (ab 2014 und auch 2019 noch). Immobilien- und Bank-Multimillionär Günther Kerbler (Platz 71 mit 400 bis 650 Millionen) versuchte in den 1990ern schon einmal, ein Wirtschaftsmagazin zu betreiben (New Business), er versuchte, die AZ zu retten, er half, den Falter durch gröbere Schwierigkeiten zu bringen und unterstützte ein alternatives Wiener Fernsehprojekt namens TIV.

Krone-Erbe 8 Jahre nach Dichands Tod geregelt
Gut 8 Jahre nach dem Tod von Gründer Hans Dichand hat sich seine Familie über das Erbe geeinigt. Am 27. September 2018 werden die neuen Anteile an der Kronen Zeitung ins Firmenbuch eingetragen: Witwe Helga und die Kinder Michael, Johanna und Christoph halten nun je 12,5 Prozent an Österreichs größter Tageszeitung, die deutsche Funke-Gruppe vorerst weiter die übrigen 50 Prozent. Die Aufteilung liefert der Funke-Gruppe bald interessante neue Angriffspunkte, die etwa bei Klagen über Dichands Entlassung als Chefredakteur und Herausgeber vor dem Handelsgericht Wien eine Rolle spielen werden: Die Krone-Verträge sehen eine Stimme pro 1000 Schilling Einlage vor. Dichands und Funke haben jeweils 250.000 Schilling Einlage. Durch die Teilung haben Helga, Michael, Johanna und Christoph Dichand aber jeweils 12,5 Prozent und damit 62.500 Schilling Einlage. 500 sind keine vollen 1000, argumentiert die Funke-Gruppe nun in Klagen, die Dichands hätten durch die Teilung nur noch 248 Stimmen, die Funkes 250.

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