(*28. Dezember 1963) Tochter und Erbin von Krone-Gründer Hans Dichand und Helga Dichand.

Das Wichtigste

  • Johanna Dichand, zweitältestes Kind von Hans und Helga Dichand, gehören seit 2018 12,5 Prozent der Anteile an der Kronen Zeitung. Witwe Helga und die Geschwister Michael und Christoph halten ebenfalls je 12,5 Prozent an Österreichs größter Tageszeitung aus dem Erbe von Hans Dichand.
  • Die viermal 12,5 Prozent an der Krone sind nach meinen Informationen durch Syndikats- oder Rahmenverträge aneinander gebunden. Krone-Herausgeber und -Chefredakteur Christoph Dichand ist Sprecher der Familien-Anteile.
  • Johanna Dichand führte bis zur Einstellung 1995 die Galerie Würthle ihres Vaters in der Wiener Innenstadt. Johanna Dichand ist (wie eine Stiftung ihres Bruders Christoph und seiner Frau Eva) an der Mutterholding des Wiener Auktionshauses Dorotheum beteiligt (rund 13,4 Prozent), sie ist zudem Mitglied des Aufsichtsrats der Dorotheum Gmbh.

Das Letzte: Updates zum Ausklappen


Schiedsgericht bestätigt „Krone“-Vorrechte der Dichands und lässt Funke-Gruppe abblitzen
Am 20. Mai 2020, am späten Vormittag, verschickt das Schweizer Schiedsgericht die definitive Entscheidung im langjährigen Gesellschafterstreit um die Vorrechte der Familie Dichand: Die Rahmenvereinbarungen mit der Funke-Gruppe über gut 7 Millionen garantierten Gewinn jährlich und das Sagen in der Redaktion für die Dichands sowie die Syndikatsverträge in der Mediaprint, die Stimmrechte der Funkes an die Dichands binden, gelten weiter. Sie sind nur zu kündigen, wenn man die Gesellschaftsverträge der Krone aufkündigt. Und wer das tut, muss seine Krone-Anteile dem Mitgesellschafter zum sehr günstigen Buchwert überlassen. Die Dichands rufen nach der Entscheidung (laut ihrer Anwältin Huberta Gheneff) die Funke-Gruppe auf, über einen Verkauf der Krone-Anteile zu verhandeln. Das taten sie (und Raiffeisen über jene am Kurier) schon 2018 – bis die Funke-Gruppe Immobilienmilliardär René Benko an ihrer Österreich-Holding beteiligte. 80 Millionen zahlte Benko für eine Minderheit dort, für die kompletten Funke-Anteile an beiden Zeitungen sollten weitere 80 Millionen fließen. Bedingung: Die Vorrechte der Dichands müssen fallen (womit Benko fix gerechnet haben soll). Der Vertrag soll auch Ausstiegsmöglichkeiten für Benkos Signa-Gruppe vorsehen. Funke-Gruppe und Benkos Signa lassen fünf Tage später verlauten: Sie verkaufen nicht. Und sie fechten die Entscheidung des Schiedsgerichts wegen aus ihrer Sicht "schwerwiegender Unregelmäßigkeiten" an.

Funke-Gruppe meldet „alleinige Kontrolle“ über „Krone“ bei Wettbewerbsbehörde an
Nächster (logischer) Eskalationsschritt im Streit der deutschen Funke-Gruppe mit der österreichischen Gründerfamilie Dichand über das Sagen bei der Kronen Zeitung: Die Funke-Gruppe meldet mit Jahresbeginn 2020 bei der Bundeswettbewerbsbehörde die "alleinige Kontrolle" über Österreichs größte Tageszeitung an. Sie verweist auf eine Regel der Gesellschaftsverträge über Stimmrechte bei der Krone: Die werden nach vollen Prozentpunkten (eigentlich vollen 1000 Schilling) berechnet. Die vier Erben von Gründer Hans Dichand teilten dessen 50 Prozent aber auf viermal 12,5 Prozent auf. Damit habe jede/r von ihnen nur 12 Prozent Stimmrecht, also zusammen 48 Prozent. Die Funke-Beteiligungsfirma hält aber 50 Prozent und habe demnach 50 Prozent der Stimmrechte und damit die Mehrheit. Damit argumentiert die Funke-Gruppe auch schon vor dem Handelsgericht Wien, wo sie damit seit 2019 Entlassung Christoph Dichands als Herausgeber und Chefredakteur durchsetzen will. Die Bundeswettbewerbsbehörde äußert "ernste Bedenken" gegen die Anmeldung, verweist auf gerichtlich zu klärende Auffassungsunterschiede zwischen Dichands und Funkes – und legt die Sache dem Kartellgericht (Oberlandesgericht) zur Prüfung vor. Damit dauert der Vorstoß erst einmal fünf bis sechs Monate (solange hat die erste Instanz Zeit), und in der absehbaren zweiten Instanz (Oberster Gerichthof) auch noch eine Weile.

Krone-Streit: Eva Dichand bestätigt Gespräche mit René Benko
Eva Dichand, Herausgeberin von der Gratiszeitung Heute und Frau von Krone-Herausgeber Christoph Dichand, bestätigt im Trend Gespräche mit René Benko. Die Dichands reagierten zunächst mehr als irritiert, als sich der Tiroler Immobilienmilliardär Ende 2018 mittelbar an Krone und Kurier beteiligte. Benko übernahm rund die Hälfte an einer Holdingfirma, in der die deutsche Funke-Mediengruppe ihre 50 Prozent an der Krone und fast 50 Prozent am Kurier gebündelt hat. Und Benko will die Funke-Anteile komplett übernehmen – wenn Vorrechte der Dichands wie ein millionenschwerer jährlich garantierter Gewinn und das Sagen bei Personal und Redaktion der Krone entweder rechtswirksam gekündigt sind (was die Dichands bei Schiedsgerichten bekämpfen) oder mit einem Verhandlungskompromiss neu gefasst werden. Eva Dichand, die an der Krone nicht beteiligt ist, am 6. September 2019 im Trend: "Wir warten auf ein Schiedsgerichtsurteil, das irgendwann zwischen September und Dezember kommen soll. Es ist auf jeden Fall Zeit, den Streit zu beenden. Die Gespräche sind, wie ich höre, weit fortgeschritten und verlaufen konstruktiv. Die Benko-Seite bemüht sich sehr."

Funke vs. Dichand: „Krone“-Streit vor dem Handelsgericht über Dichands Entlassung als Chefredakteur
Die Funke-Gruppe klagte beim Handelsgericht Wien gegen das Patt der Krone-Gesellschafter am 23. März 2019 zu ihrem Antrag, Christoph Dichand wegen Spesenvorwürfen (die er entschieden bestreitet) als Chefredakteur mit sofortiger Wirkung zu entlassen und ihn als Herausgeber der Krone abzuberufen. Bis das laufende Schiedsgericht (erwartet: im September 2019) entschieden hat, ob Funke-Gruppe die Rahmenvereinbarungen mit den Dichands über Vorrechte rechtswirksam kündigen konnte, wird das Verfahren unterbrochen. Denn die Vereinbarungen aus 1987 und 2003 sagen sehr global, dass ein Schiedsgericht Rechtsstreit der Krone-Gesellschafter klären muss. Erkenntnisse aus der Verhandlung mit Christoph Dichand und Andreas Urban von der Funke-Gruppe: Die Vereinbarung aus 1987 sah 60 Millionen Schilling jährlichen Vorabgewinn für die Dichands vor, später wurden daraus 100 Millionen (7,3 Millionen Euro), für die nötigenfalls die Mitgesellschafter der Dichands geradestehen müssen. Unterschrieben wurde erst die Rahmenvereinbarung vom 24. Jänner 2003 (mit Verweis auf die erste), darüber soll es laut Dichands auch einen Gesellschafterbeschluss geben.

Krone-Erbe 8 Jahre nach Dichands Tod geregelt
Gut 8 Jahre nach dem Tod von Gründer Hans Dichand hat sich seine Familie über das Erbe geeinigt. Am 27. September 2018 werden die neuen Anteile an der Kronen Zeitung ins Firmenbuch eingetragen: Witwe Helga und die Kinder Michael, Johanna und Christoph halten nun je 12,5 Prozent an Österreichs größter Tageszeitung, die deutsche Funke-Gruppe vorerst weiter die übrigen 50 Prozent. Die Aufteilung liefert der Funke-Gruppe bald interessante neue Angriffspunkte, die etwa bei Klagen über Dichands Entlassung als Chefredakteur und Herausgeber vor dem Handelsgericht Wien eine Rolle spielen werden: Die Krone-Verträge sehen eine Stimme pro 1000 Schilling Einlage vor. Dichands und Funke haben jeweils 250.000 Schilling Einlage. Durch die Teilung haben Helga, Michael, Johanna und Christoph Dichand aber jeweils 12,5 Prozent und damit 62.500 Schilling Einlage. 500 sind keine vollen 1000, argumentiert die Funke-Gruppe nun in Klagen, die Dichands hätten durch die Teilung nur noch 248 Stimmen, die Funkes 250.

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