Gleich zum Amtsantitt als Bundeskanzler begann Werner Faymann (SPÖ) zusammen mit seinem Medienstaatssekretär und später Medienminister Josef Ostermayer öffentlich an der Demontage von Alexander Wrabetz als ORF-Chef zu arbeiten. Nur: Ihr Favorit Karl Amon winkt ab. Und Gerhard Zeiler als potenzieller Herausforderer um den Kanzlerjob auf dem Küniglberg ist ihnen noch weit weniger sympathisch als Alexander Wrabetz. Der bleibt also und wird 2011 auch mangels genehmerer Alternativen wiederbestellt – womöglich nicht zum letzten Mal.

Dieses Lexikonstichwort ist noch sehr knapp und fokussiert auf Faymanns schwieriges Verhältnis zu seinem Parteigenossen und ORF-Chef Alexander Wrabetz, weil geschrieben für die Wrabetz-Biografie auf DIEMEDIEN.at, dafür lohnt sich ein Bezahlzugang vorerst nicht. Etwas mehr über Faymanns inniges Verhältnis zum Boulevard finden Sie unter Stichwörtern wie Heute, Wolfgang Jansky, Kronen Zeitung, Hans Dichand, Eva Dichand, Medientransparenz, Wolfgang Fellner

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Krone-Innenpolitikchef Claus Pándi wird nach Salzburg versetzt
Claus Páandi, langjähriger Innenpolitikchef der Krone und Intimus von Exkanzler Werner Faymann und Exkanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) wird, kundgetan am 5. September 2018, mit November 2018 als Chefredakteur der Salzburg-Krone nach Westen geschickt. Pándi teilte die Begeisterung des Kleinformats für die Regierung Sebastian Kurz in seinen Texten nicht durchgängig. Und: Ein Regional-Chefredakteur bedeutet einen finanziellen Bonus gegenüber den bisherigen Einkommensverhältnissen, höre ich aus der Krone.

Einem kommen 2008/2009 die Katastrophenmeldungen vom Küniglberg über Verluste jenseits der 100 Millionen höchst gelegen: Werner Faymann, seit Frühsommer SPÖ-Chef und Bundeskanzler der Republik. Ihm wäre ein Vertrauensmann wie der damalige TV-Chefredakteur Karl Amon weit lieber an der ORF-Spitze als Alexander Wrabetz. Und Faymanns Regierungspartner ÖVP, vor allem die Niederösterreicher dort, würde sich nur zu gerne für die Niederlage ihrer Monika Lindner 2006 rächen.

Allein, es fehlen, wie auch später, die Gegenkandidaten: Amon, alles andere als Manager oder gar Sanierer, winkt ab und wird 2010 lieber Radiodirektor unter Wrabetz.

Für die ÖVP wechselt Wrabetz die Finanzdirektorin ein – gegen die niederösterreichische Generalshoffnung Richard Grasl. Die Bürgerlichen wollen ihrem neuen Finanzer auf dem Küniglberg den Start erleichtern und geben Ende 2010 mit seinem Engagement bisher blockierte 160 Millionen Euro Republikszuschuss über vier Jahre für Gebührenbefreiungen frei. Natürlich unter Sparbedingungen – damit können General Wrabetz und Finanzer Grasl ohnehin fällige Kürzungen intern mit dem Spardruck des ORF-Gesetzes und der Gebührenabgeltung erklären. Grasl läuft sich als Finanzdirektor erst für die ORF-Generalswahl 2016 warm.

Einer, der den ORF-General garantiert könnte, und der sich in der Zeit gerade wieder für die ORF-Führung interessiert, kommt für Faymann nicht infrage – Gerhard Zeiler. Schon damals ein potenzieller Herausforderer Faymanns für den Job des Bundeskanzlers.

Ablaufdatum im Gesetz

Der Entwurf für ein neues ORF-Gesetz, der im April 2009 kursiert, macht nur zu deutlich, dass Kanzler Werner Faymann und sein Medienstaatssekretär Josef Ostermayer den ORF-General loswerden wollen: „Die ordentliche Funktionsperiode des am 27. Februar 2006 zuletzt konstituierten Stiftungsrates, des zuletzt am 3. Februar 2006 konstituierten Publikumsrates und des zuletzt gewählten Generaldirektors des Österreichischen Rundfunks endet mit Kundmachung dieses Bundesgesetzes“. So lautet damals der Paragraf 45 in Ostermayers Entwurf.

Auch dieses Ablaufdatum übersteht Alexander Wrabetz an der ORF-Spitze: Im 2010 beschlossenen ORF-Gesetz fehlt die Passage. Faymanns Wunschkandidat Karl Amon wollte nicht General werden, und offenbar auch kein anderer Vertrauensmann des Kanzlers.