Michael Fleischhacker (* 26. Mai 1969) ist Journalist und Medienmacher mit ausgeprägter intellektueller Lust an Widerspruch, Provokation Kontrapunkt zu all dem, was er als Common Sense, Mainstream oder Mehrheitsmeinung identifiziert. War schon Chefredakteur der Presse, Erfinder von NZZ.at und Initiator von Dietrich Mateschitz' Medienprojekt Addendum. Das führt er auch als Chefredakteur und Co-Geschäftsführer der Betreibergesellschaft und hilft er ein bisschen zu finanzieren als Diskussionsleiter von Mateschitz' Servus TV. Bis 15. September 2020, mit dem Datum ist das Projekt Addendum beendet.

Das Wichtigste

  • Mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz als Stifter und Financier hat Michael Fleischhacker 2017 die Rechercheplattform Addendum gestartet, getragen von einer Gesellschaft und einer Stiftung namens Quo Vadis Veritas. Mateschitz begleitete das Projekt im April 2017 mit einem Wutbürger-Interview in der Kleinen Zeitung ein. Das belastetet das Bild der Plattform zunächst als "Alpen-Breitbart", was QVV sehr nachdrücklich zurückwies.
  • Michael Fleischhacker erklärte mir seinen Sinn für Widerspruch in einem Standard-Interview im Juni 2018 so: "Aus Überzeugung. Der Experimentalphysiker und Mathematiker Georg Christoph Lichtenberg hat gesagt: Wenn alle das Gleiche denken, wird nicht viel gedacht. Ich sehe meine Berufung darin dazu beizutragen, dass nicht alle das Gleiche denken. Denn dann wird mehr gedacht. Wissen, das alle teilen, ist mir zutiefst verdächtig. Ich habe Angst vor Emotionen von politischen Großkörpern – und zwar vor allen gleich viel, ob rechts oder anderswo. Politische Großkörper neigen dazu, andere niederzutrampeln. Woher das kommt, weiß ich nicht. Ich hege diese Grundskepsis aber auch gegenüber meinen eigenen Überzeugungen."
  • Fleischhacker moderiert seit Sommer 2014 auf Servus TV die Diskussionssendung Talk im Hangar-7. Mit der Einladung von Rechtsextremen wie Identären-Chef Martin Sellner (20. Oktober 2016) über eine Studie zu jungen Muslimen in Wien) oder von Götz Kubitschek, Vordenker der sogenannten Neuen Rechten, (4. Oktober 2019) sorgt Fleischhacker für Kritik und Debatten.
  • Von 2004 bis 2012 war Fleischhacker Chefredakteur der Presse (Styria), er entwickelte insbesondere Die Presse am Sonntag.
  • Fleischhacker war von 1991 bis 1999 bei der Kleinen Zeitung (Styria), zunächst in der Außenpolitik, ab 1994 als Redakteur in der Chefredaktion, ab 1995 Chef vom Dienst, ab 1998 stellvertretender Chefredakteur. 2000/2001 als Chef vom Dienst beim Standard. Ab 2002 bei der Presse, zunächst als Stellvertreter von Chefredakteur Andreas Unterberger.
  • Danach schrieb Fleischhacker einen Abgesang auf die Zeitung (Die Zeitung. Ein Nachruf 2014) und entwickelte die Onlinezeitung NZZ.at für den Konzern der Neuen Zürcher Zeitung als Chefredakteur und Manager (März 2014 bis Jänner 2017). Kurz nach seinem Abgang beendet die NZZ das Bezahlportal in Österreich mangels wirtschaftlicher Perspektive im April 2017.

Lexikonstichwort in Arbeit, allein dafür lohnt ein Bezahlzugang vorerst nicht.

Das Letzte: Updates zum Ausklappen


Dietrich Mateschitz stellt Rechercheplattform „Addendum“ nach drei Jahren ein
Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz verabschiedet sich per Aussendung am 4. August 2020 von seiner Rechercheplattform Addendum, die er über seine Quo-Vadis-Veritas-Stiftung seit 2017 finanziert hat. 57 Mitarbeiter, darunter hochkarätige (vor allem auch Daten-)Journalistinnen und Journalisten, verlieren ihren Job. Addendum hat in den Corona-Monaten stark auf den regierungskritischen Mediziner Martin Sprenger gesetzt, in den Tagen vor dem Ende veröffentlichte die Plattform noch eine große und profunde Recherche über die Telegram-Aktivitäten Rechtsextremer, darunter Identitären-Chef Martin Sellner, und ihre Verbindungen zu Verschwörungstheoretikern. Daraus lassen sich Theorien zum Ende von Addendum stricken. Klar ist: Gutsherr Mateschitz hat es sich wieder einmal anders überlegt, er wünscht sich nun "lösungsorientierte Projekte jenseits der politischen Alltagsauseinandersetzungen" von den journalistischen Medienaktivitäten, die er unterstützt. Die soll nun ein neues Medienprojekt liefern, an dem ein Kernteam nach meinen Informationen schon arbeitet, als die Botschaft vom AddENDum verlautbart wird. In Stellenanzeigen werden da gerade Journalistinnen und Journalisten für Print, Online und Social Media für eine neue crossmediale Plattform gesucht, die Deutschland, Österreich und die Schweiz abdecken soll mit einem "neuen faktenbasierten Stil". Klingt stark nach Mateschitz.  Red Bull Media House Servus TV.

Delendum: „Addendum“ stellt TV-Magazin „Factum“ auf Servus TV nach vier Monaten ein
Ein Studio, eine Mannschaft - aber bei Dietrich Mateschitz geht es manchmal auch beflügelt schnell wieder dem Ende zu: Am 20. März 2019 gestartet, beendet Addendum-Chef und Präsentator Michael Fleischhacker das wöchentliche politische Magazin Factum der von ihm geführten Rechercheplattform auch schon wieder – immerhin auch im Abgang offensiv und transparent kommuniziert. Man wolle sich wieder auf die Kernaufgabe des Rechercheportals der Quo Vadis Veritas-Stiftung (Stifter: allergrößtenteils Red-Bull-Chef Mateschitz) konzentrieren - also Rechercheprojekte, und nicht TV-Magazine.

Stefan Kaltenbrunner verlässt „Addendum“ Richtung Puls 4/Puls 24
Stefan Kaltenbrunner, erst im Sommer 2018 als Online-Chefredakteur vom Kurier zu Addendum gewechselt, verlässt Dietrich Mateschitz' Rechercheplattform auch schon wieder und wird Chefredakteur Online und bald auch des Nachrichtensenders Puls 24 bei ProSiebenSat.1Puls4.

Dietrich Mateschitz Plattform Addendum startet
Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz Quo Vadis Veritas Stiftung hat ihre journalistische Plattform Addendum mit einem ersten Rechercheprojekt ("Asyl - ein überholtes Konzept?") gestartet. Die All-Stars-Crew unter Michael Fleischhacker soll nach Mateschitz Vorstellungen aufzeigen, was in traditionellen Medien "fehlt" und so "näher an die Wahrheit" kommen. Die Ankündigung der Plattform mit Mateschitz' Wutbürger-Interview über das "Meinungsdiktat des politisch Korrekten“ in der Kleine Zeitung im April hat das Projekt im öffentlichen Bild etwas vorbelastet.

Österreichischer CEO Veit Dengler verlässt Schweizer NZZ-Konzern
Neos-Mitbegründer Veit Dengler verlässt wegen Auffassungsunterschieden über die weitere Strategie den Schweizer Verlagskonzern NZZ-Gruppe, den er seit 2013 leitete. Denglers Internationalisierungs-Pilotprojekt NZZ.at, ein Bezahlportal für Österreich, wurde mangels wirtschaflticher Aussicht mit Ende April 2017 eingestellt. Dengler heuert im April 2018 beim deutschen Magazin- und Radiokonzern Bauer an, im April 2019 wird er dort Chief Operating Officer (COO). 2019 verhandelt Bauer nach meinen Infos sehr konkret mit der Mediengruppe Österreich, um deren gerade frisch ausgestellte bundesweite Radiolizenz zu übernehmen; die Fellners machen den Sender schließlich unter dem Titel Radio Austria doch selbst.

Neue Zürcher Zeitung stellt ihr Bezahlportal für Österreich – NZZ.at – ein
Das von Michael Fleischhacker konzipierte, im Jänner 2015 gestartete und bis Herbst 2016 geleitete Österreich-Portal des Konzerns der Neuen Zürcher Zeitung hat seine "Ziele nicht erreicht" und wird mit Ende April 2017 eingestellt. Fleischhacker ist da schon Projektmanager für Dietrich Mateschitz' Stiftung Quo Vadis Veritas und die Plattform Addendum.

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