Von Profil bis Weekend, von Terra Mater bis TV Media, von Datum vielleicht sogar bis zur Ganzen Woche: Bunt sind sie oft, besonders gestaltet, doch da längst nicht mehr klar von Zeitungen zu unterscheiden. In Österreich ein hoch konzentrierter Markt. Und: Der hat auch schon bessere Zeiten erlebt.

Das Wichtigste

  • In den Werbestatistiken Focus Marketing Research sind Zeitschriften ein relativ kleiner Sektor – mit rund 6,6 Prozent des Bruttowerbevolumens etwa in der Liga des Mediums Radio.
  • Marktführer in einem nicht gerade boomenden Markt ist die VGN, lange bekannt als Verlagsgruppe News, mit News, TV-Media, Woman, Trend, Gusto, Auto Revue und anderen Titeln und rund 80 Millionen Euro Umsatz. Sie gehört seit 2018 zu 75 Prozent Geschäftsführer und Verleger Horst Pirker (* 3. Dezember 1959) sowie und seinem Sohn Georg Pirker (17. Juli 1987) und zu 25 Prozent der Familie Fellner (Mediengruppe Österreich), die 1992 mit News den Grundstein für die VGN legte. 2019 verkauft die VGN Profil dem Kurier zurück. Der Kurier war bis 2018 an der VGN beteiligt; die Profil-Redaktionsgesellschaft gehörte dem Kurier ohnehin auch nach der Magazinfusion von 2001 (Formil-Fusion).
  • Nummer zwei schrumpft schneller. Die (großteils zusammengekaufte) Styria-Magazingruppe schrumpft seit vielen Jahren – zu ihr gehören etwa noch die Wienerin, Miss, Diva, das Sportmagazin hat sie Ende 2018 eingestellt wie schon 2015 die Sportwoche, Wiener und Motorradmagazin wurden 2015 abgegeben.
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Das Letzte: Updates zum Ausklappen


Media-Analyse 2018/19: Falter legt als einziger Titel bundesweit zu
Die Media-Analyse veröffentlicht die Reichweiten für Juli 2018 bis Juni 2019. Nur ein Titel kann bundesweit signifikant - also um mehr als die statistische Schwankungsbreite - zulegen: Der Falter steigert sich national von 2 auf 3,1 Prozent, in Wien von 5,3 auf 7 Prozent. Auf DIEMEDIEN.at verwende ich die jährlichen Media-Analyse-Werte (jeweils von Jänner bis Dezember). Die Daten für 2018/19 finden Sie unter diesem Link.

Profil geht wieder ganz an den Kurier
Die VGN (früher: Verlagsgruppe News) verkauft das Nachrichtenmagazin Profil und seine Verlagsagenden dem Kurier zurück. Der Deal wird am 19. September 2019 intern kommuniziert, die Zustimmung des Kurier-Aufsichtsrats und der Wettbewerbsbehörde stehen da noch aus. Dem Zeitungshaus gehörte seit der "Formil-Fusion" nur noch die Redaktionsgesellschaft des Profil. Die Teilung war eine der Auflagen des skurrilen Formil-Urteil aus 2001, das dem Kurier erlaubte, seine Magazine in die damals schon marktbeherrschende Magazingruppe um News einzubringen und sich mit 25,3 Prozent an der VGN zu beteiligen. Die 25,3 Prozent verlor der Kurier unfreiwillig 2018: VGN-Neo-Mehrheitseigentümer Horst Pirker zieht zusammen mit den VGN-Gründern Familie Fellner eine Option aus 2001 und holt sich die Kurier-Anteile kostenlos zurück. Der Kaufpreis berechnete sich laut Option aus 2001 nach den Ergebnissen der VGN, und die machte in den drei relevanten Jahren Verluste. Seither gehört die VGN zu 75 Prozent Pirker und zu 25 Prozent den Fellners. Der Kurier dürfte rund 6 Millionen Euro für den Deal bezahlt haben. Mit dem Verkauf werden aber eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten zwischen aktuellen und früheren VGN-Eigentümern bereinigt und damit auch Kredite gegenüber der VGN erlassen. Der Deal dürfte damit für die VGN einen Gesamtbenefit von zwischen 13 und 15 Millionen Euro bedeuten.

Kurier nicht mehr Gesellschafter der VGN (Verlagsgruppe News)
Im Firmenbuch wird festgeschrieben: Die VGN/Verlagsgruppe News gehört nun zu 75 Prozent der Familie Pirker und zu 75 Prozent der Gründerfamilie Fellner. Sie haben gegen den Willen des Kurier eine Option auf die Anteile aus 2001 gezogen.

News-Mehrheitseigentümer Pirker und Fellners zieht die Option auf Anteile des Kurier an der VGN
Die Option stammt noch aus Zeiten der Formil-Fusion der Kurier-Magazine mit der Verlagsgruppe News. Pirker sagt, die damals Mehrheitseigentümer Gruner+Jahr eingeräumte Option sei auf ihn übergegangen; der Kurier bestreitet das (wenngleich ohne Erfolg). Der Verkaufspreis für die 25,3 Prozent an der News-Gruppe bemisst sich an deren Ergebnissen der vergangenen drei Jahre. Und 2014 bis 2016 schrieb der Magazinkonzern Verluste. Der Coup gelingt, Pirker und die Fellners bekommen die Anteile also sehr günstig. Der Kurier forderte früher dafür das 2001 eingebrachte Nachrichtenmagazin Profil, Pirker lehnt das lange ab. 2019 verkauft er Profil dem Kurier zurück.

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