Österreichs größter Zeitungskonzern mit dem Auflagen- und Reichweitenriesen Kronen Zeitung und dem Kurier.
  • Marktposition Die Mediaprint beherrscht den Zeitungsmarkt bundesweit und im Osten des Landes. Auch wenn sich in Wien die nicht zum Konzern gehörende, aber verwandte Gratiszeitung Heute vor die Kronen Zeitung geschoben hat.
  • Größter klassischer Verlagskonzern im Land mit mehr als 400 Millionen Euro Umsatz. Nur der Rundfunkriese ORF und, dank der Beiträge aus dem Mutterkonzern Red Bull, das Red Bull Media House weisen höhere Einnahmen aus.
  • Eigentümer Die Mediaprint ist die gemeinsame Verlagstochter von Krone und Kurier mit je 50 Prozent der Gesellschaftsanteile; die Gewinne werden nach den Kommanditanteilen 70:30 verteilt.
  • Die Kronen Zeitung gehört zu je 50 Prozent Familie Dichand und – gemeinsam – der deutschen Funke Mediengruppe und dem österreichischen Immobilienmilliardär René Benko, der die kompletten Funke-Anteile übernehmen will.
  • Der Kurier gehört zu 50,66 Prozent dem genossenschaftlichen Finanz- und Industriekonzern Raiffeisen und die übrigen 49,44 Prozent Funke/Benko.
  • Auflösungserscheinungen werden dem Koloss seit vielen Jahren nachgesagt – aber so einfach geht das nicht.

Das Letzte: Updates zum Ausklappen


Krone-Streit: Eva Dichand bestätigt Gespräche mit René Benko
Eva Dichand, Herausgeberin von der Gratiszeitung Heute und Frau von Krone-Herausgeber Christoph Dichand, bestätigt im Trend Gespräche mit René Benko. Die Dichands reagierten zunächst mehr als irritiert, als sich der Tiroler Immobilienmilliardär Ende 2018 mittelbar an Krone und Kurier beteiligte. Benko übernahm rund die Hälfte an einer Holdingfirma, in der die deutsche Funke-Mediengruppe ihre 50 Prozent an der Krone und fast 50 Prozent am Kurier gebündelt hat. Und Benko will die Funke-Anteile komplett übernehmen – wenn Vorrechte der Dichands wie ein millionenschwerer jährlich garantierter Gewinn und das Sagen bei Personal und Redaktion der Krone entweder rechtswirksam gekündigt sind (was die Dichands bei Schiedsgerichten bekämpfen) oder mit einem Verhandlungskompromiss neu gefasst werden. Eva Dichand, die an der Krone nicht beteiligt ist, am 6. September 2019 im Trend: "Wir warten auf ein Schiedsgerichtsurteil, das irgendwann zwischen September und Dezember kommen soll. Es ist auf jeden Fall Zeit, den Streit zu beenden. Die Gespräche sind, wie ich höre, weit fortgeschritten und verlaufen konstruktiv. Die Benko-Seite bemüht sich sehr."

Richard Schmitt verlässt die „Krone“ und geht zu „Oe24“
Richard Schmitt (*13. August 1968), der ab 2011 krone.at auch im Social-Media-Zusammenspiel mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache groß gemacht hat, verlässt die Krone mit 31. Juli 2019 und wechselt direkt zu Oe24 der Familie Fellner als Chefredakteur Online und TV. Im heimlich aufgenommenen Ibiza-Video wollte Strache 2017 einer angeblichen russischen Milliardärstochter die Übernahme der Krone näherbringen, um sie auf FPÖ-Linie zu bringen. An anderer Stelle lobt Strache Schmitt. Als Spiegel und Süddeutsche Zeitung Ausschnitte am 17. Mai 2019 veröffentlichen, entscheidet das den schon länger laufenden Machtkampf zwischen Schmitt und Krone-Chefredakteur Klaus Herrmann. Herrmann führt mit Juli auch krone.at, Schmitt wird zum Projektleiter für eine Streamingplattform verräumt und geht. Schmitt war schon Chefredakteur des U-Express und von Heute (2004 bis 2011) mit Rückkehrrecht zur Krone. Für die Krone arbeitete Schmitt seit seinem 18. Lebensjahr - bei der Oberösterreich-Ausgabe, wo sein Vater Vize-Chefredakteur war.

Helmut Brandstätter gibt „Kurier“-Herausgeber auf und wird Neos-Kandidat
Helmut Brandstätter (*24. April 1955) gibt am 23. Juli 2019 grob ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages auch den Herausgeberjob beim Kurier auf und wird Kandidat auf Listenplatz 2 der Neos für die Nationalratswahl 2019. Am 20. Juli gingen erste Leseproben aus seinem Buch über Kurz & Kickl (Kremayr & Scheriau) in die Öffentlichkeit, in dem er den Umgang von ÖVP-Chef und Kanzler Sebastian Kurz und seiner Medienleute mit Medien und insbesondere Interventionen und Interventionsversuche beim Kurier und seinen Eigentümern - die Mehrheit gehört Raiffeisen - recht anschaulich schildert. Ende September 2018 musste Brandstätter die Funktion des Kurier-Chefredakteurs vorzeitig an Martina Salomon abgeben.

Neues STANDARD-Ranking der größten österreichischen Medienhäuser
Alle Jahre wieder stelle ich für den STANDARD eine Übersicht der größten Medienhäuser Österreichs zusammen, gereiht nach (möglichst) konsoldierten Umsätzen nach Eigenangaben, Jahresabschluss oder - wo bis zur Veröffentlichung nichts davon aufzutreiben ist - Schätzungen. Die Übersicht finden Sie, regelmäßig aktualisiert, auch auf DIEMEDIEN.at.

Die 100 reichsten Österreicher 2019 – mit Medien-Playern wie Mateschitz, Benko, Dichand, Falk, Taus
Die Österreichsten 2019: Das Wirtschaftsmagazin Trend reiht und taxiert, wie alle Jahre im Sommer, die 100 reichsten Menschen und Familien des Landes. Unter ihnen finden sich auch einige Schlüsselspieler der Medienbranche. Ein Überblick aus Medien-Sicht, hoffentlich einigermaßen vollständig – Anregungen immer willkommen:  
 
  • Platz 2 mit laut Trend 15,6 Milliarden Euro: Dietrich Mateschitz. Der Dosenmilliardär leistet sich und seinem Konzern ein Red Bull Media House mit Servus TV, Redbull.com, ein Red Bulletin, Servus in Stadt und Land, eine Produktionsfirma und ein Magazin namens Terra Mater sowie eine Rechercheplattform namens Addendum.
  • Platz 8 mit 4,1 Milliarden Euro: René Benko. Der Immobilien- und Handelstycoon ist seit Ende 2018 mittelbar an Krone und Kurier beteiligt – über eine Beteiligungsgesellschaft der deutschen Funke Mediengruppe und mit der Option, die gesamten 50 Prozent an der Krone (und wohl auch der fast 50 Prozent am Kurier) von den Deutschen zu übernehmen, wenn die Vorrechte der Miteigentümer Dichand erfolgreich gekündigt sind. Im September 2019 wird mit einer Entscheidung eines Schiedsgerichts nach Schweizer Recht darüber gerechnet.
  • Platz 59 mit 680 Millionen Euro: Familie Dichand. Den Krone-Erben Helga, Michael, Johanna und Christoph Dichand gehört neben 50 Prozent an Österreichs größter Zeitung noch eine gewaltige Kunstsammlung und die eine oder andere Immobilie. Unter den Nachkommen von Hans Dichand (+2010) und Helga Dichand hat nur Christoph Dichand hat Kinder (zwei Söhne, eine Tochter) aus seiner Ehe mit Eva Dichand (Heute).
  • Platz 61 mit 400 bis 650 Millionen Euro: Noah und Samuel Falk, die Erben von Ex-Krone-Mitbegründer und Ganze Woche-Boss Kurt Falk (+2005). Noah führt die auflagenstärkste Wochenzeitung/-illustrierte ohne seinen Bruder mit Falks ehemaliger Assistentin.
  • Platz 79, ebenfalls in der Liga 400 bis 650 Millionen: Josef Taus. Der Industrielle und ehemalige ÖVP-Chef betreibt etwa die Zeitungsdruckerei Herold. Der medieninteressierte Unternehmer verhandelte etwa auch schon einmal über eine Beteiligung an Datum.
Mediale Verbindungen oder Medien-Geschichte haben auch noch ein paar andere der Österreichsten, die mir auffielen: Aus den Weiten der Familien Porsche und Piech (Platz 1 mit 37 Milliarden) kommt auch der Anwalt Hans Michel Piech, der rund 12,5 Prozent an der ST VerlagsbeteiligungsgesmbH hinter dem Falter hält. Der Bauindustrielle Hans Peter (Platz 22 mit 1,81 Milliarden) ist nicht nur wesentlicher Financier der Neos, sondern auch ihr Stiftungsrat im ORF (ab 2014 und auch 2019 noch). Immobilien- und Bank-Multimillionär Günther Kerbler (Platz 71 mit 400 bis 650 Millionen) versuchte in den 1990ern schon einmal, ein Wirtschaftsmagazin zu betreiben (New Business), er versuchte, die AZ zu retten, er half, den Falter durch gröbere Schwierigkeiten zu bringen und unterstützte ein alternatives Wiener Fernsehprojekt namens TIV.

Ibizagate: Ende der ÖVP-FPÖ-Koalition, Neuwahlen – und ein aufatmender ORF-General
Heinz-Christian Strache tritt am 18. Mai 2019 als Vizekanzler und FPÖ-Chef zurück und Kanzler Sebastian Kurz beendet die Koalition einen Tag nach Bekanntwerden des 2017 heimlich aufgenommenen Videos, in dem die FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte Staatsaufträge für die Übernahme und FP-freundliche Ausrichtung der Krone in Aussicht stellen, und am besten dazu einen ORF-Sender. Die türkis-blaue Regierung zerbröselt. – Alexander Wrabetz bleibt also noch länger ORF-Generaldirektor. Mit der ÖVP-FPÖ-Regierung fällt auch der Plan für ein neues ORF-Gesetz noch 2019.

Benkos Signa-Gruppe steigt (mittelbar) bei Krone und Kurier ein
Am 12. November gibt die Funke-Gruppe bekannt, dass Immobilien- und Handelsmilliardär René Benko Funke knapp die Hälfte ihrer Beteiligungen an Krone und Kurier abnimmt. Benkos Signa-Gruppe kauft 49 Prozent der Funke-Holding WAZ Ausland Holding GmbH, die 50 Prozent an der Krone und fast 50 Prozent am Kurier hält. Durchgerechnet gehören der Signa damit 24,5 Prozent an der Krone und 24,22 Prozent am Kurier. Die Funke-Gruppe plant schon länger den Rückzug aus Österreich. [fid_faktum include_post="8200" include_mode="foldout" include_clue="Benko, Kurz, Schiedsgericht: Der Stand der Ermittlungen im März 2019" /] Einen Überblick über den ewigen Krieg der Gesellschafter des Kampfblatts Krone, über Motive und Tücken finden Sie unter diesem Link. Wer erwartet was von Benkos mittelbarem Einstieg bei Krone und Kurier? – Meine (sehr spekulative) Analyse der Möglichkeiten aus dem November 2018 finden Sie unter diesem Link.  

Österreich gegen Wiener Linien: Jahrzehnt-Kartellverfahren über Gratiszeitungsboxen endet mit Vergleich
Fast ein Jahrzehnt prozessierte die Mediengruppe Österreich gegen die Wiener Verkehrsbetriebe und ihren Vertrag mit Konkurrent Heute über Stellplätze für Entnahmeboxen in den U-Bahnen. Anfang September einigte man sich auf einen Vergleich, im Oktober macht ihn die Wettbewerbsbehörde offiziell. Heute in den Stationen, Österreich davor mit zusammen gut 500 Boxen ist okay, künftige Diskriminierung wird ausgeschlossen. Krone und Heute spekulieren über millionenschwere Entschädigungs- oder Kompensationszahlungen an die Fellner-Gruppe, die dementiert die kolportierte Höhe von 5 Millionen Euro. Fellners und Dichands klagen nun einander wegen der Artikel und Konter darüber wieder einmal, Eva Dichand verlangt die komplete Offenlegung des Vergleichs. Die BWB-Zusammenfassung gibt's hier.

Vorzeitig neue Chefredakteurin für den Kurier
Helmut Brandstätter muss die Chefredaktion des Kurier, mehrheitlich im Besitz von Raiffeisen, vorzeitig an Stellvertreterin Martina Salomon abgeben. Brandstätter war eng mit Ex-SPÖ-Chef und -Kanzler Werner Faymann. Salomon positioniert sich in Kommentaren und Kolumnen recht rechtskonservativ. Brandstätter bleibt vorerst - unbefristet - Herausgeber. Bis Ende Juli 2019, da bekommt "Brandy" den zweiten Listenplatz der Neos für die Nationalratswahl.

Mediaprint-Manager Bogocz abgelöst, Niemöller übernimmt Funke-Funktion
Die Funke-Gruppe wechselt nach dreieinhalb Jahren ihren Geschäftsführer in der Mediaprint ab: Axel Bogocz, Anfang 2014 als Geschäftsführer der News-Gruppe abgelöst, muss auch beim größten Zeitungskonzern gehen. Christoph Niemöller (49), 2007 bis 2016 Geschäftsführer von NOZ-Medien, einem der größeren regionalen Medienhäuser Deutschlands mit 25 Tageszeitungen, übernimmt Bogocz Job in der Mediaprint und auch gleich jene des Co-Geschäftsführers bei der Krone (als Nachfolger von Bernhard Schneider).

Krone-Verträge ab sofort kündbar
Mit Ende 2017 sind die Verträge der Krone-Gesellschafter, Familie Dichand und Funke-Gruppe, kündbar. Die Dichands stehen auf dem Standpunkt: Nur durch Kündigung der Gesellschaftsverträge bei der Krone. Wenn sich die seit Jahrzehnten streitenden Eigentümer von Österreichs weitaus größter Tageszeitung nicht auf Kauf/Verkauf der Anteile einigen – wird diese Kündigung der nächste Fall für ein Schiedsgericht nach Schweizer Recht. Mehr unter Kronen Zeitung.

Schweizer Höchstgericht weist Beschwerde der Funke-Gruppe gegen Krone-Schiedsgericht ab
Das Schweizer Bundesgericht bestätigt damit die Ablehnung des Schiedsgerichts im März 2017 gegen die Funke-Kündigung der Syndikatsverträge mit den Dichands. Mehr unter Kronen Zeitung.

Funke-Mann Michael Wüller wird Vorsitzender des Mediaprint-Gesellschafterausschusses
Bisher hatte die Funktion Dichand/Krone-Vertreter Wolfgang Altermann. Dessen Mandat im Gesellschafterausschuss übernimmt Kurt Stiassny – nach rasch verstummter Kritik von Kurier-Gesellschafter Raiffeisen, Stiassnys Vorstandsmandat in Eva Dichands Heute-Stiftung Pluto wäre damit unvereinbar. Mehr unter Kronen Zeitung

Funke-Millionen für die Dichands
Die Funke-Gruppe überweist den Dichands nach Ausfertigung des jüngsten Schiedsurteils vom März im Juni 2017 bisher einbehaltene Garantiegewinne (für die die Deutschen laut Syndikatsverträgen geradestehen müssen, wenn das laufende Geschäft sie nicht hergibt). Kolportiert: zweistellige Millionenbeträge. Mehr unter Kronen Zeitung

Schiedsgericht lehnt Kündigung der Krone-Verträge ab
2014 sprach die deutsche Funke-Grupppe, Hälfteeigentümerin des Kleinformats seit 1987, die Kündigung der Syndikatsverträge mit den Dichands über deren Vorrechte bei der Krone aus, etwa Garantiegewinn für die Österreicher. Im März 2017 weist das damit befasste Schiedsgericht nach Schweizer Recht die Funke-Kündigung der Verträge und der Vorrechte der Dichands ab - mit der formalen Begründung, sie wäre zu früh erfolgt. Erst mit Ende 2017 könnten die Verträge gekündigt werden. Mehr unter Kronen Zeitung.

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