Das ORF-Popradio ist über Jahrzehnte reichweistenstärkster Sender in Österreich – und eine seiner wesentlichsten Werbe-Einnahmequellen des ORF. Bundesweite private Konkurrenz bekommt Ö3 erst 2004 mit Kronehit.

  • Einziges tatsächlich österreichweites Privatradio, gehört aber dem ORF. Den Status als Kommerzsender bestreitet Ö3-Chef Georg Spatt, früher kommerzieller Radiopirat, ebenso vehement wie der Rest der Anstalt.
  • Ö3 ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Säulen des ORF. Spielt mit 16 bis 17 Millionen Aufwand pro Jahr rund 56 Millionen Euro netto mit Werbung ein.
  • Ö3 ist beim Publikum ab 10 Jahren österreichweit und in den meisten Bundesländern Nummer eins nach Marktanteilen und Reichweiten – und den übrigen Regionen des Landes Nummer zwei nach dem jeweiligen ORF-Regionalradio. Nur in Vorarlberg liegt die private Antenne 2015 nach Marktanteilen einen Hauch vorne.
  • In der Werbezielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren liegt 2015 nur die Antenne Vorarlberg im Bundesland nach Marktanteilen vor Ö3, die Antenne Steiermark 2015 kommt im Bundesland nach Marktanteilen an Ö3 heran.
  • Das doch recht breite, chronikale und starlastige Seite Oe3.orf.at bringt auch ORF.at Zugriffe.

Geschichte

Am 1. Oktober 1967 gegründet unter ORF-General Gerd Bacher, erster Chef Ernst Grissemann (der Vater von Christoph Grissemann) mit „Wecker“ Rudi Klausnitzer, dem späteren Ö1-Chef Alfred Treiber und einem DJ Andreas alias André Heller. Damals eine bahnbrechende Innovation, danach Vorbild für viele öffentlich-rechtliche und private Popsender.

Als freilich die Antenne Steiermark im September 1995 als erstes legales Privatradio starten durfte, überholte der Styria-Sender Ö3 (und das ORF-Radio Steiermark) aus dem Stand, obwohl der damalige Ö3-Chef Edgar Böhm seinen Sender am 16. Jänner 1995 nach einem Relaunch marktsicher wähnte und dafür alle kratzigeren Elemente wie „Zickzack“ und „Musicbox“ zu FM4 ausgelagert hatte. Böhm musste die Senderführung 1996 Musikchef Bogdan Roscic übergeben, er wurde ist er Unterhaltungschef im ORF-Fernsehen.

Klassikfan Roscic bügelte den Sender mit den deutschen Radioberatungsprofis BCI auf stromlinienförmiges Privatradio. Rechtzeitig vor dem flächendeckenden Start der Privatsender am 1. April 1998, die nur regional gegen den hochprofessionellen ORF-Kommerzsender (mit damals noch erlaubter, fetter Fernsehpromotion) antreten müssen.

Austropop

Die internationale Ausrichtung sorgt fürderhin auch für ständige Auseinandersetzungen mit Vertretern der österreichischen Musikszene, die Austropop auf Ö3 vernachlässigt sehen. Der ORF reagiert mit Selbstverpflichtungen und bemüht sich so, gesetzliche Mindestquoten zu vermeiden.

Kommerz-Beschwerde

Eine Programmbeschwerde der Privatsender vor allem gegen Ö3 und dessen angeblich gesetzwidrig unausgewogene Programmierung blieb jedenfalls bis 2016 ohne Erfolg. Da entschied die Medienbehörde schon ein zweites Mal, dass die ORF-Radios insgesamt die vorgeschriebenen Programmanteile angemessen vorkommen lassen.

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