• Einfluss auf den ORF ist über Jahrzehnte eine wesentliche, die Medienpolitik bestimmende Hoffnung vieler Regierungen. Mit Wahlergebnissen und Besetzungen im ressortzuständigen Kanzleramt wechseln häufig auch die Besetzungen im öffentlich-rechtlichen ORF – im Aufsichtsorgan Stiftungsrat (bis 2001: Kuratorium) des ORF, an der Spitze des ORF oder zumindest in den Direktionen darunter, und in vielen weiteren Führungspositionen des Unternehmens.
  • Mit Regierungsantritt von ÖVP/FPÖ 2017 etwa werden die Channel Manager und Chefredakteure von ORF 1 und ORF 2 nicht wie über fast ein rot-schwarzes Jahrzehnt hinweg geplant, sondern aktuell passend besetzt. Nicht zuletzt, damit der 2011 als SPÖ-Wunsch eingesetzte TV-Chefredakteur von einem Tag auf den anderen seine Funktion verliert.
  • Aber: Personalwünsche von Parteien müssen natürlich nicht zwingend Parteisoldaten sein. Der langjährige Radio-Chefredakteur hat seinen Job nicht zuletzt, weil einst die ÖVP seine Bestellung gut fand – aber die Radio-Innenpolitik berichtet über Jahre überaus distant und regierungskritisch, auch als die ÖVP wieder das Kanzleramt übernimmt. Er verwahrt sich ebenso gegen die Punzierung ÖVP-nahe wie der ORF-2-Chefredakteur ab 2017 gegen jene als FPÖ-Kandidat. Die Grünen wiederum verhandeln sich in der Koalition mit der ÖVP 2021 für ihre (zur Bestellung nicht nötige) Zustimmung zu Roland Weißmann als ORF-General ein Vorschlagsrecht für zwei Direktorenjobs – Finanzen und TV-Programm – heraus. Sie nominieren Eva Schindlauer und Stefanie Groiss-Horowitz, eher nicht als Grüne Apparatschiks bekannt.
  • Dieses Lexikonstichwort zeichnet diese von der Regierungspolitik (in Bund und Ländern) geprägte Personalpolitik im ORF über die vergangenen Jahrzehnte bis zur 2021 gerade neuen, großen Umbesetzung im ORF unter dem neuen General Roland Weißmann nach. Nicht bis ins letzte Detail, aber in großen Zügen. Wenn Ihnen eine wesentliche Entwicklung fehlt – lassen Sie es mich bitte wissen.

Stichwort noch in Arbeit.

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