Hermann Petz führt das marktbeherrschende Medienunternehmen Tirols Moser Holding über Jahrzehnte, seit 2002 als Vorstandsvorsitzender und zunächst mit sehr forschem Expansionskurs über die Landesgrenzen hinaus.

Das Wichtigste

  • Der gelernte Innsbrucker Banker, Freund von kragenlosen Shirts unter dem Sakko und zurückgegelten, längeren Haaren feiert 2022 seine ersten 20 Jahre als Vorstandschef eines der größten österreichischen Verlagshäuser. Und diese Moser Holding will er in immer wieder noch größer machen. Petz übernimmt (ab 2006) die Oberösterreichische Rundschau und versucht mit ihr als Gratisblatt das Bundesland aufzurollen, handelt sich aber hauptsächlich fette Schulden ein. Er verhandelt mit der Grazer Styria Media Group einen Zusammenschluss all ihrer Regionalmedien, der absehbar größte Verlagskonzern des Landes scheitert 2009 dann doch vor allem an den Playern. Er baut mit der Styria den gemeinsamen Gratiswochenzeitungsriesen Regionalmedien Austria (RMA) (2009) und den Gratisregionalmagazinring unter dem Dachbegriff "Bundesländerinnen". Und er gründet munter zur Krone-Abwehr eine Gratistageszeitung (Neue Zeitung für Tirol 2004-2008) und Sonntagsblätter, stellt sie wieder ein und lässt wie unter der TT-Marke auch wieder aufleben.
  • Viele Eigentümer hat Petz als Vorstand schon kommen und gehen gesehen bei der Moser Holding AG. Der deutsche Verlagsriese Springer (Bild, Welt) hält noch 65 Prozent am Tiroler Medienhaus, als Petz 2002 operativer Vorstandschef wird. Ende 2002 verkauft Springer seine Anteile der Erbenfamilie Moser zurück, 2003 schon übernimmt die Südtiroler Verlagsgruppe Athesia (Dolomiten) 50 Prozent an der MoHo, 2007 sind die Südtiroler schon wieder weg. Mit der Übernahme der Oberösterreichischen Rundschau bekommt Raiffeisen Oberösterreich für seine Anteile an der Wochenzeitung 14,63 Prozent. Die Beteiligung verkauft Raiffeisen im Juni 2013, wenige Wochen darauf übernimmt die Hausbank der MoHo, die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) 24,99 Prozent.
  • Die Erben des Mitgründers Joseph Stephan Moser halten 75,01 Prozent, können aber bis 2023 nicht über ihre Anteile verfügen. Moser verfügte, dass die Anteile nach seinem Tod 30 Jahre von einem Treuhänder verwaltet werden. Bis zu seinem krankheitsbedingten Suizid am 2. November 2016 war das der Moser-Vertraute und Schweizer Wirtschaftsanwalt Ernst Buob. Seither verwaltet die Familienanteile der von Buob in seinem Testament nominierte Innsbrucker Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder Wilfried Stauder. Stauder ist ehemaliger Landtagsabgeordneter der ÖVP Tirol.
  • Petz und die Moser Holding pflegen ein sehr nahes Verhältnis zur Tiroler ÖVP.
  • Nach der Handelsakademie 1981 beginnt er bei der Tiroler Sparkasse (Kreditabteilung, Organisation und IT, schließlich Beteiligungen und Sonderfinanzierung), macht parallel den Magister der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.
  • 1990 kommt Petz als Assistent der Geschäftsleitung zur Unternehmensgruppe der Tiroler Tageszeitung (TT), deren Patriarch Joseph Stephan Moser lebt da noch, er stirbt 1993.
  • Petz übernimmt mit 1. Jänner 1992 die kaufmännische Leitung des Quasi-Monopolisten am Inn – im selben Jahr startet die Krone ihren Angriff auf das Heil’ge Land. Mit ihr und der Mediaprint wird Petz noch manches spannende Verfahren in Sachen Kartell und Wettbewerb ausfechten.
  • 1997 wird Petz Vorstandsmitglied der Moser Holding AG und übernimmt mit 1. Jänner 2002 die alleinige operative Gesamtverantwortung dieser TT-Mutter – Vorstandschef bleibt noch bis Jahresende Josef Propst. Ab Anfang 2003 ist Petz vorerst Alleinvorstand der Moser Holding. langjährige Vorstandskollegin seit 2004 ist Silvia Lieb (Finanzen).
  • Petz ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Lexikonstichwort in Arbeit, vorerst lohnt sich der Bezahlzugang alleine dafür nicht.

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