Spät, absichtlich restriktiv und zumindest fahrlässig dilettantisch ließ Österreich privates Radio zu. Das Ergebnis: 2016 kontrolliert ein Unternehmen, der öffentlich-rechtliche ORF, fast drei Viertel des Hörermarktes, zwei Drittel der Werbezielgruppe und an die zwei Drittel des Werbemarktes. Unter den Privatsendern gibt es nur einen Kanal, der bundesweit funkt. Aber in der digitalen Web-Welt kümmern Österreichs Radio-Regeln ohnehin nur noch bedingt.

Das Letzte: Updates zum Ausklappen


Die Fellners starten ihr bundesweites „Radio Austria“ am 26. Oktober 2019
Österreichs zweite bundesweite Privatradiolizenz (nach Kronehit 2004) wäre beinahe noch vor dem Start an den deutschen Medienkonzern Bauer gegangen und hätte zugleich eine neue Tempo-Höchstleistung der Fellner-Family beim Verkaufen von Medien bedeutet. Allein: Es wurde nichts aus dem Blitzsale noch vor dem Sendestart. Und Wolfgang Fellner tut am 9. August 2019 kund, dass seine Gruppe die nationale Lizenz ab 26. Oktober 2019, dem Nationalfeiertag, "zu 100 Prozent österreichisch und zu 100 Prozent Fellner" bespielen wird. Die (laut Fellner) "Antenne Österreich Mediengruppe" werde den Sender betreiben, als Firma gibt es diese Mediengruppe an diesem 9. August 2019 (noch) nicht im Firmenbuch. Radio Austria soll das Programm für eine ältere Zielgruppe zwischen 30 und 50 heißen, es verspricht den "Sound deines Lebens" und wirbt mit "Wir lieben Österreich, wir lieben Hits". Den Start verzögerten nicht allein die Verkaufsverhandlungen (die gaben aber den Ausschlag), sondern auch die Neuwahl des Nationalrats. Radio ist nicht gerade das Wahlwerbemedium der Wahl, und nach der Nationalratswahl sind deutlich mehr Plakatflächen zur Bewerbung frei.

Bundesweite Radiolizenz für Fellner-Gruppe
Familie Fellner (Mediengruppe Österreich) bekommt von der Medienbehörde KommAustria im Tausch für ihre Radiolizenzen (und einige zugekaufte von Lounge FM) eine bundesweite Radiolizenz, die zweite Kronehit (2004). Die Fellners wollen den Sender noch vor dem Sommer 2019 samt einer Reihe von Streaming-Spartenkanälen starten. Es wird – auch wegen Verkaufsverhandlungen schon vor dem Start mit der deutschen Bauer-Gruppe – dann doch 26. Oktober 2019.

DAB+: Medienbehörde vergibt Digitalradioplattform für Wien
Die KommAustria vergibt die technische Plattform für DAB+ im Raum Wien an die RTG Radio Technikum GmbH von Verein Fachhochschule Technikum Wien (50 %), Fischer & Masik OG (25 %, gehört je zur Hälfte RTG-Geschäftsführer Gernot Fischer und Werner Masik) sowie Christian Brunner (25 %). Schon am 31. Jänner 2017 hat die KommAustria neben Wien auch eine österreichweite Digitalradioplattform ausgeschrieben. ORF und Kronehit wollen bisher nicht mitmachen. 2019 startet der österreichweite Betrieb dieses Digitalradiostandards.

Um diesen Inhalt zu lesen, benötigen Sie einen kostenpflichtigen Zugang – den gibt es unter diesem Link.

Sie haben bereits einen Zugang? Bitte loggen Sie sich im Menü unter Anmelden ein.