Gregor Schütze (* 20. November 1983) ist einer der Schlüsselspieler von Sebastian Kurz in der Medienpolitik. Der PR-Unternehmer sitzt seit 2018 im ORF-Stiftungsrat und wird 2019 als möglicher neuer Fraktionschef der Türkisen im obersten ORF-Gremium gehandelt. Oder auch als ORF-Manager – wenn die Governance-Regeln nicht zwei Jahre Abkühlphase für Stiftungsräte vorsähen, die ins Management des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wechseln wollen.

Das Wichtigste

  • Der Oberösterreicher Gernot Schütze, der sehr strahlend lächeln kann, begann seine schwarze Karriere schon in der Schule als Bundessprecher der Schülerunion (2003/4). Schütze studierte Jus und begleitete Maria Fekter (ÖVP) als Sprecher und Kabinettsmitarbeiter ihre rund fünf Jahre als Innen- und später Finanzministerin von 2008 bis 2013. In der Zeit absolvierte er auch den Strategischen Führungslehrgang der Österreichischen Bundesregierung.
  • Mit 14. Oktober 2013 wird Schütze neben Martin Gastinger Miglied der Geschäftsführung des Privatsenders ATV, damals noch im Besitz des aus Wien stammenden Münchner Medienhändlers Herbert Kloiber. Aber nur für ein knappes Jahr, dann macht sich Schütze selbstständig.
  • Mit seiner Frau Viktoria Pirker-Schütze betreibt er das Elternberatungsprogramm "endlich-durchschlafen.at" mit Erfahrung von drei eigenen Kindern. An der gleichnamigen Firma ist 2017 neben seiner Frau noch mit 25 Prozent der Anteile die PM1-BeteiligungsgmbH von Philipp Maderthaner beteiligt. Maderthaner war bis 2011 Kommunikationschef der ÖVP, er zählt zu Sebastian Kurz engster Runde von Vertrauten und gestaltete seine Kommunikation wesentlich mit. Die PM1 hält auch 90 Prozent an der Campaigning Bureau Kampagnenberatung GmbH.
  • Im März 2017 gründet Schütze eine eigene Kommunikatonsagentur (zunächst Schütze Kommunikationsberatung, inzwischen Schütze Positionierung). In dieser GesmbH geht auch die Durchschlaf-Firma auf, Stand 2019 hält Schütze alle Anteile, seine Frau ist wie er Geschäftsführer. Kunden sind neben Maderthaner etwa Palmers, Ankerbrot, das Grazer Blockchain-Startup Lab10. Schütze ist (anfangs) auch in einer Agenturgemeinschaft, die das "Gipfelpicknick" von Kanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz auf der Planai bei Schladming zu Beginn der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs im Juni 2018 organisiert, für das laut parlamentarischer Anfrage der Neos samt Bewerbung insgessamt 2,7 Millionen Euro anfallen.
  • Die ÖVP-FPÖ-Koalition von Sebastian Kurz entsendet Schütze Ende Februar 2018 auf einem türkisen Regierungsticket in das wichtigste ORF-Gremium. Er könnte dort auf Sicht Fraktionschef des vorerst größten "Freundeskreises" der ÖVP-nahen Stiftungsräte werden. Oder auch mehr – irgendwo zwischen Küniglberg und Kanzleramt. Wenn er nicht zu sehr an seinem aktiven Unternehmertum hängt – daneben geht sich maximal der Freundeskreisleiter aus. Er hat immerhin eine Co-Geschäftsführerin in der Familie.

Lexikonstichwort in Arbeit, dafür lohnt sich ein Bezahlzugang vorerst nicht.

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