Wer ist der wichtigster Player in Österreichs Medienlandschaft? Sie.

Genau, Sie. Sie nutzen Medien, so genannte soziale zum Beispiel. Sie nutzen vielleicht auch direkt journalistische oder andere Medienplattformen im Netz. Sie zahlen dafür oder nicht, sehen die Werbung dort, oder blockieren sie. Entscheidungen mit existenzieller Tragweite für Medien.

Und Sie treffen noch viele mehr: Sie kaufen die eine oder die andere Zeitung, dieses oder jenes Magazin, abonnieren sie gar, oder blättern sie durch, wenn sie ihnen unterkommen – und erzählen davon, wenn Marktforscher nach Ihrem Medienkonsum fragen. Oder eben keine, weil Sie dieselbe Überzeugung haben wie ein längst in Medienstudien legendärer, wiewohl namenloser US‐Student: Wenn eine Nachricht wichtig ist, wird sie mich schon erreichen.

Sie hören Radio oder nicht, Ö3 oder Kronehit oder FM4 oder Superfly oder Radio Osttirol oder Ö1, oder längst nur noch Spotify. Und Sie zahlen Rundfunkgebühren – oder eben nicht. Sie sehen fern, ORF 1 oder 2 oder 3 oder Puls 4 oder RTL oder ProSieben oder gotv oder Arte. Wenn die Sendung läuft, oder Tage danach in den Mediatheken der Sender. Oder gegen Geld auf Netflix, auf der ORF‐Plattform Flimmit, auf Amazon Prime oder Maxdome von ProSiebenSat.1.

Sie wählen jene Menschen, die in Bundes‐, Landes‐ und Gemeindepolitik über Mediengesetze entscheiden, über Medienbehörden und Richter und Staatsanwälte, über Förderungen und lange über weit mehr als 200 Millionen Euro jährlicher Werbebuchungen – Buchungen, mit denen diese Menschen oft bestimmte Erwartungen an Medien und ihre Berichterstattung verbinden.

Sie posten und teilen Inhalte – und Sie hinterfragen und prüfen (hoffentlich) ihren Wahrheitsgehalt und ihre Quellen, die Bilder und Videos und Links, die Sie verbreiten. Damit bestimmen Sie wesentlich  den politischen Diskurs mit. Den gesellschaftlichen, politischen und auch wirtschaftlichen Erfolg von Halb‐, Falsch‐ und Desinformation. Und damit das gesellschaftliche Klima für das politische Führungspersonal.