Im Geschäft mit dem Premium-Livesport zeigt Servus TV aus dem Hause Mateschitz 2019/20 die finanzielle Potenz des Red-Bull-Bosses: Champions League, Europa League und Formel 1 holt sich der Salzburger Dosensender für Österreich, Tennis vor allem mit dem Bull-gesponserten Dominic Thiem zeigt der Sender schon länger. Die Skirechte liegen, vorerst jedenfalls, noch beim ORF. Gleich alle Uefa-Bewerbe ab 2021/22 bis 2023/24 live sichert sich Sky - in Deutschland verliert die Plattform die Rechte indes an Dazn und Amazon Prime.

Das Letzte: Updates zum Ausklappen


Servus TV / Red Bull kauft Formel-1-Rechte – und teilt 50:50 mit dem ORF
Servus TV aus dem selbst F1-Rennställe betreibenden Hause Red Bull übernimmt die TV-Liverechte an der Formel 1 für drei Jahre von 2021 bis 2023. Der ORF bekommt die Hälfte der Übertragungen als Sublizenznehmer. Den großen Preis von Österreich in Spielberg übertragen beide Sender parallel. Das tun Servus TV und ORF in einer gemeinsamen Presseaussendung am 7. Juli 2020 offiziell kund. Bisher dürfte die Formel 1 den ORF in den vergangenen Jahren (nach meinen groben Infos) zwischen 10 und 15 Millionen Euro gekostet haben.

Bundesliga geistert nach Corona für ein Gastspiel zurück in den ORF
Sogenannte Geisterspiele in Corona-bedingt leere Stadien lassen Livespiele der österreichischen Bundesliga im Frühjahr 2020 trotz Exklusivvertrag mit Sky in den ORF zurückkehren: Mit Red Bull Salzburg beginnt der ORF am 3. Juli eine Serie von 15 Livespielen, die Sky ihm für kolportierte 5 Millionen Euro (es sollen tatsächlich weniger sein) sublizenziert hat. Sportrechte

Olympische Sommerspiele Corona-bedingt auf 2021 vertagt – nach Fußball-EM und, und, und…
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und Japan sagen am 24. März 2020 die Olympischen Sommerspiele in Tokio 2020 definitiv ab und verschieben das globale Sport- und vor allem Fernsehgroßereignis um ein Jahr auf 2021 – wie zuvor etwa schon die Fußball-Europameisterschaft 2020 in Frankreich wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde und viele kleinere und größere medienrelevanten Ereignisse 2020 aufgeschoben oder abgesagt wurden, von Song Contest bis Dancing Stars bis Romy-Gala des Kurier. Fußball-WM und -EM sowie Olympische Spiele heben die ORF-Quoten üblicherweise in geraden Jahren um den einen oder anderen Prozentpunkt. Zugleich treiben sie die Rechte- und Produktionskosten des ORF-Fernsehsports in diesen geraden Jahren um rund 20 Millionen Euro Richtung 100 Millionen.

Champions League und Europa League ab 2021/22 bei Sky und Servus TV, ORF bekommt Euro-League-Spiele
Sky Österreich macht erst am 18. August 2020 offiziell, wer in Österreich alle 282 Spiele in allen Bewerben des europäischen Fußballbundes Uefa (Champions League, Europa League, Europa Conference League) zwischen 2021/22 und 2023/24 zeigen wird – diese Rechte holt sich die Pay-Plattform im Gegensatz zu Deutschland, wo sie gegen Dazn und Amazon Prime komplett leer ausgeht. 252 Spiele (in der Champions League etwa der Dienstag) hat Sky exklusiv. 18 Spiele der Champions League und Spiele der Europa League hat sich schon Ende 2019 Dietrich Mateschitz' Servus TV gesicherte. Die Champions League teilen sich bis dahin die Pay-Plattformen Sky und Dazn, die Europa League liegt bei Dazn mit Free-TV-Spielen bei Puls 4. Der ORF sichert sich ab 2021/22 ein Rechtepaket an der Europa League (Donnerstagspiele). Erst im Mai 2020 verlautet von Servus TV offiziell: Ab Sommer 2021 zeigt der Mateschitz-Kanal nach eigenen Angaben pro Saison 33 Spiele aus Champions League (Erstauswahlrechte für Mittwochspiele) sowie Europa League und Europe Conference League (was sich rechnerisch mit den Sky-Angaben nicht ganz leicht ausgeht). Der Fokus liegt auf Red-Bull-Vereinen. Allein Servus soll laut einer Quelle 17 bis 18 Millionen geboten haben, bestätigt ist das nicht. Sportrechte

Sky verliert Champions-League-Rechte (in Deutschland)
Die Übertragungsrechte an der Champions League für Deutschland werden erstmals seit 20 Jahren ganz ohne Sky vergeben. Die Sportstreamingplattform Dazn zeigt den Großteil der Begegnungen in den drei Saisonen 2021/22, 2022/23 und 2023/24 live, Amazon Prime Video sichert sich die Dienstagspiele. Das ZDF kauft das – erstmals extra ausgeschriebene – Finalspiel. Bisher zeigten Sky und Dazn die Champions League seit 2018/19 für kolportierte 200 Millionen Euro pro Saison. Die Österreich-Rechte an Champions und Europa League hat die Uefa getrennt ausgeschrieben, die Vergabe dauert im Dezember 2019 länger als jene in Deutschland.

Thiem beschert Servus TV fast 700.000 Zuschauer – höchste Quote zu hohem Preis
679.000 Menschen verfolgen am 17. November 2019 das Finale des ATP-Turniers in London zwischen Dominic Thiem und Stephanos Tsitsipas auf Servus TV. 695.000 wurden es noch mit den Nachschauern in den sieben Tagen nach der Ausstrahlung, die noch in die Teletest-Sendungswerte eingerechnet werden. Im ORF erzählt man sich (und den eigenen Aufsichtsräten und mir), das Finale des Red-Bull-Stars Thiem im Free TV habe Servus TV einen siebenstelligen Betrag gekostet, die Rede ist von 1,2 Millionen Euro. Red Bull und seine Medien kommentieren Geschäftszahlen nicht, und auch dazu schweigt man auf Anfrage.

ORF verlängert Skirechte für Auslandsbewerbe bis 2016
Im Oktober 2019 verlängert der ORF seine Verträge mit der Agentur Infront über die Auslands-Skirechte (alpin, nordisch, Snowboard) bis 2026 – ausgenommen die Bewerbe des Schweizer Skiverbands, mit dem der ORF einen gesonderten Vertrag hat. Und ausgenommen die ÖSV-Rechte für die (quotenstärksten) Bewerbe im Inland. Dieser Vertrag des ORF läuft noch bis Ende 2022. Die höchsten Ski-Quoten 2018/19: 1,8 Millionen Menschen sahen im Schnitt den Herren-Slalom in Schladming (2. Durchgang), 1,4 Millionen den Herren-Slalom in Kitzbühel (2. Durchgang), 1,26 Millionen den Super-G der Herren in Kitzbühel, 1,18 den Slalom in Wengen und 1,16 Millionen die Abfahrt in Kitzbühel.

TV-Marktanteile: Servus TV zieht im August 2019 gleich mit ATV und Puls 4
Dietrich Mateschitz' Red-Bull-Kanal Servus TV holt im August 2019 erstmals die österreischen Privatsender der ProSiebenSat1Puls4-Gruppe ein: 3,4 Prozent Marktanteil (nach 2,4 im August 2019 und 3 im Juli) schaffte der Sender vor allem dank Sport: MotoGP in Spielberg brachte den besten Sendungsmarktanteil in der Geschichte, ATP-Tennis mit Dominic Thiem aus Kitzbühel und ein Testspiel von Red Bull Salzburg gegen Real Madrid stützten die Quote ebenfalls. Das könnte Appetit auf mehr machen: Ende 2020 läuft der ORF-Vertrag mit der Formel 1 ab, in den Jahren danach die mit dem ÖSV vereinbarten Skirechte (Ende 2021 die Auslandsbewerbe, Ende 2022 die Inlandsbewerbe). In der Werbezielgruppe (12 bis 49 Jahre) steht es im Privatfunk im August 2019: 4,9 Prozent für Puls 4, 4,8 Prozent für ATV, 3 Prozent für das älter programmierte Servus TV.

Saisonauftakt Bundesliga und Champions League bei Sky (und Dazn)
Der ORF wird 2018 unfreiwillig ein gutes Stück unsportlicher: Die Livespiele der österreichischen Fußballbundesliga gehen ab 2018/19 – bis auf vier pro Saison sowie Highlightshows – komplett und exklusiv für zumindest vier Jahre an Sky. Der ORF bekommt Highlightshows, auf Sky (3) und A1.TV (1) laufen die letzten 4 Livespiele im Free-TV. Und die Rechte an der Champions League holten sich Sky und Dazn.

Österreichische Fußball-Bundesliga-Liverechte exklusiv an Sky
Die Clubkonferenz der Bundesliga entscheidet vor Allerheiligen, die TV-Rechte ab 2018/19 exklusiv an die Pay-Plattform zu vergeben. Nur noch vier Begegnungen pro Saison sollen im Free TV laufen, zudem eine oder zwei Highlightshows am Wochenende. Verhandlungspartner dafür: A1 und ORF. Die Liga jubelt über 40 Prozent Preissteigerung durch den Exklusivvertrag statt der Paarung Sky/ORF; Ligapräsident Rinner bestätigt: über vier Jahre je 34 Millionen Euro, eine Option für weitere vier Jahre sehe 41 Millionen pro Saison vor. 4 Spiele zeigt auch A1.TV mit einer Sublizenz. Beim ORF laufen nur noch Zusammenfassungen.

Dazn macht’s offiziell: Drei Jahre Europa League
Die Pay-Plattform Dazn tut offiziell kund, dass sie Liverechte an allen Europa-League-Spielen für drei Jahre ab 2018 gekauft hat. Puls 4 darf (weiter) 15 Begegnungen pro Saison im Free TV übertragen.

ÖSV-Skirechte wieder beim ORF
ÖSV und ORF tun kund, dass die für den ORF spielentscheidenden Wintersport-Fernsehrechte "zumindest" weitere drei Saisonen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk liegen. ÖSV-Bewerbe in Ski alpin (wie zum Beispiel Sölden, Kitzbühel, Flachau und Schladming), Ski nordisch (etwa das Neujahrsspringen), Snowboard und Freestyle (etwa vom Kreischberg). Die Wintersportrechte sollen vier Pakete umfassen, ohne Auslandsrechte sollen dafür nach einer (üblicherweise verlässlichen, hier aber nicht ganz sicheren) Quelle rund 9 Millionen Euro pro Saison anfallen. Nach meinen Infos hat der ORF die Rechte an den Auslandsrennen bis 2021 und jene an Inlandsrennen bis 2022.

Champions League an Sky und Dazn
ORF und ZDF verlieren die Livespiele der Champions League – die TV-Rechte im deutschsprachigen Raum gehen für drei Jahre ab der Saison 2018/19 exklusiv an die Pay-Plattformen Sky und Dazn. Kolportiert: für rund 200 Millionen Euro.

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