Exvizekanzler, Ex-FPÖ-Chef, Rechtsanwalt und Stiftungsrat der FPÖ, ab 2018 Vorsitzender des türkis-blauen ORF-Stiftungsrats.

*6. März 1944 Norbert Steger entsandte die FPÖ in den Stiftungsrat. Am 17. Mai 2018 wird er gemäß Regierungsdeal von ÖVP und FPÖ 2017 Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats, des zentralen ORF-Entscheidungsgremiums. Nun 15 ÖVP-nahe, 8 FPÖ-nahe, ein unabhängiger Katholikenvertreter und der Stiftungsrat des rot-blauen Burgenland wählen ihn. Franz Medwenitsch (ÖVP) wird einstimmig zum Vize wiederbestellt.2011 stimmte der Rechtsanwalt, ehemalige FPÖ-Obmann (vor Jörg Haider) und Vizekanzler, gegen die Parteilinie für die Wiederwahl von Alexander Wrabetz. 2016 mit der ÖVP und dem Team Stronach für Richard Grasl. Bei dieser Unterlegenheit erklärte Steger, er arbeite ohnehin für die FPÖ schon an einem neuen ORF-Gesetz – wie es meist zur Ablöse bestehender ORF-Führungen dient. Tochter Petra ist ab 2013 FPÖ-Abgeordnete im Nationalrat und wurde 2017 beinahe Sport-Staatssekretärin.

Wrabetz-Wähler gegen FPÖ-Chef Strache

Norbert Steger stimmte 2011 gar gegen die Vorstellungen des Parteichefs im ORF-Stiftungsrat für Alexander Wrabetz, schon damals Heinz-Christian Strache. Strache erklärt „entsetzt“ über Stegers Stimme für Wrabetz öffentlich, er habe mit Steger vereinbart, dass der als ORF-Stiftungsrat die Wünsche, Vorgaben und Interessen der FPÖ vertritt und Wrabetz nicht wählt. Einen Tag vor der Abstimmung habe man abgesprochen, dass sich Steger zumindest der Stimme enthalte. Am Wahltag selbst wollte Strache Steger 6 SMS zur Erinnerung daran geschickt haben, die Steger nicht beantwortete. ORF-Stiftungsräte unterliegen übrigens nach dem Gesetz ausdrücklich keinen Weisungen, sie müssen ausschließlich ihre gesetzlichen Pflichten in der Funktion erfüllen (zum Beispiel geeignete Führungskräfte bestellen). Davon wussten die Parteispitzen der FPÖ 2011 offenbar ebensowenig, wie vom Umstand, dass Stiftungsräte nicht einfach abberufen werden können. Das kündigte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky nach Wrabetz‘ Wahl 2011 Steger an. Steger blieb – und wurde 2018 in türkis-blauen Zeiten gar Vorsitzender des Stiftungsrats.

Stichwort in Arbeit, alleine dafür lohnt sich der Bezahlzugang vorerst nicht.

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