Ernst Swoboda (* 4. Jänner 1959) zeigt eindrucksvoll, wie es einen langjährigen, kämpferischen Mediaprint-Justitiar brauchen kann, um Österreichs ertrag- und erfolgreichstes Privatradio auf die Beine zu stellen.

Das Wichtigste

  • Es braucht einige glücklose Anläufe wie 88.6, Radio Rpn und Kronehitr@dio sowie eine ÖVP-FPÖ-Regierung, damit Österreichs größter Verlagskonzern Mediaprint mit dem Reichweitenriesen Krone und dem Kurier wirtschaftlich erfolgreiches Privatradio zustandebringt. Und es braucht dafür Ernst Swoboda, bis dahin Justitiar der Mediaprint.
  • Als Swoboda mit April 2004 die Geschäftsführung des Kronehitr@dio übernimmt, soll er den Sender eigentlich nach zwei teuren, aber nicht durchschlagend erfolgreichen Anläufen zu überregionalem Privatradio nur noch ordentlich verkaufen. Der Deal mit Energy/NRJ ist eigentlich schon durch, da überzeugt Swoboda die Eigentümer von Krone und Kurier (Dichand, Funke, Raiffeisen) im Juli 2004, es doch noch einmal zu versuchen.
  • Im Dezember erlauben ÖVP und FPÖ per Novelle bundesweites Privatradio ohne regionalen Programmaufwand, Tage später hat Kronehit die Lizenz. Die einzige bis 2019. Kronehit entwickelt sich unter Swobodas Führung zu einem der allerprofitabelsten Teile des Zeitungsriesen Mediaprint, in manchen Jahren hat der Sender mit kaum mehr als einem Zwanzigstel Umsatz mehr Ergebnis als die Mediaprint. In Zahlen: rund 24 Millionen Euro Umsatz, 5 bis 6 Millionen Euro Ergebnis (2017 mit einmaligen Entschädigungen der GfK für Radiotest-Glättungen sogar 9 Millionen).
  • Kongeniale Nummer zwei bei Kronehit: Rüdiger Landgraf (* 4. September 1968), Programmchef und Prokurist und langjähriger Chefredakteur.
  • Seit dem nicht ganz freiwilligen Abgang von Gerhard Riedler (* 3. Oktober 1962) als Geschäftsführer der Mediaprint im Sommer 2018 ist Swoboda auch neben Michael Eder (* 21. September 1981) Geschäftsleiter der Krone Multimedia (Krone.at), seit Anfang 2018 auch Co-Geschäftsführer von Walter Zinggl (20. Jänner 1962) bei der RTL-Vermarkterin IP Austria, die zur Hälfte der Krone gehört.
  • Vor Kronehit war Ernst Swoboda lange gefürchteter Justitiar der Mediaprint, zuständig für die vielen Rechtsstreitigkeiten der Krone und ihrer Verlagstochter – vom Medienrecht (Swoboda schrieb einen ausführlichen Kommentar zum Presserecht, erschienen bei Medien & Recht, zuletzt 1999) bis zu Wettbewerbsverfahren etwa gegen die Moser Holding, gegen Kurt Falks Medien wie täglich alles und Ganze Woche, gegen Fellner-Medien und gegen den Falter.

Positionen

  • Ernst Swoboda und Kronehit gehen nicht ins Digitalradio DAB+. Ein (voerst gescheiterter) ORF-Versuch, dort ein jüngeres Ö3X (gegen Kronehit) zu starten, verleidet ihnen die Technologie zusätzlich. Kronehit setzt neben Ukw auf Streaming.
  • Ernst Swoboda ist langjähriger Präsident des Privatsenderverbandes VÖP. 2016 plädiert Swoboda dafür, den ORF aus dem Bundesbudget zu finanzieren (die Idee greift 2017 die ÖVP/FPÖ-Regierung auf). Swoboda führt mit Kronehit zudem ein Verfahren, um die GIS-Gebühren auszuhebeln.

Stichwort in Arbeit, alleine dafür lohnt sich voerst kein Bezahlzugang.

Radio Kronehit Mediaprint

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