• Ferdinand Wegscheider (2. September 1960) ist Geschäftsführer und "Intendant" des Red-Bull-Senders Servus TV und strategischer Steuermann auf dem rechten Weg des Senders etwa auf den Spuren des, vorsichtig formuliert, umstrittenen deutschen Mediziners und Corona-Skeptikers Sucharit Bakhdi und möglichst weit abseits der den übrigen Medien, und ganz nahe an den Vorstellungen von Eigentümer und Mastermind Dietrich Mateschitz.
  • Mutterkonzern Red Bull, gegründet und geführt von Dietrich Mateschitz, finanziert Servus TV um das Jahr 2020 eine vielmillionenschwere Einkaufstour im Sportrechtemarkt mit Euro 2024 und 2028, Champions League, Europa League, Formel 1. Die Quoten ziehen 2019/2020 – auch wegen Wegscheiders Nachrichtenkurs und "Quizmaster" – merklich an. Im Gesamtpublikum schließt Servus zu Puls 4 und ATV auf und überholt sie immer wieder.
  • Ferdinand Wegscheider tritt selbst auf Servus TV mit wöchentlichen, als "Satire" ausgewiesenen TV-Glossen als "Der Wegscheider" auf. Der deutsche Branchendienst DWDL beschrieb im Oktober 2020 (aus Anlass des Corona-Quartetts mit Dauergast Bakhdi) das Format so: "Wegscheider spricht permanent von 'Mainstream Medien', einer 'Plandemie', kritisiert eine angeblich bewusste 'Verängstigung der Bevölkerung' (zu welchem Zweck?) sowie 'linke Lohnschreiber'. Wer sich nicht dem 'Meinungsdiktat' unterordne, werde als Spinner gebrandmarkt oder ins rechtsextreme Lager gerückt. Nun ist Ferdinand Wegscheider weder ein Covidiot noch ein Rechtsextremist, aber mit seiner Sprache und dem 'Corona-Quartett' hat er sich und ServusTV aus einem anständigen, gesellschaftlichen Diskurs auf Augenhöhe entfernt." Medienanalyst Peter Plaikner beschrieb Wegscheiders Nachrichtenkurs Anfang 2021 in der Furche als "in Richtung des großen Bruders Fox News".
  • Wegscheider schloss Jus an der Uni Salzburg mit dem Doktortitel ab, er arbeitete als Redakteur für den ORF Salzburg. Am 17. September 1995 startete er zusammen mit Christian Jörgner, zuvor ebenfalls beim ORF, im Kabelnetz der Salzburger Safe den Privatsender Salzburg TV. Seither kämpfte er mit Hungerstreiks (in einem Container in der Salzburger Innenstadt) und nicht genehmigten Sendeanlagen um die Zulassung privaten Fernsehens. Salzburg TV begann im Dezember 2002 als erster zugelassener Privatsender über Antenne zu senden. 2004 übernahmen Wirtschaftskammer Salzburg, Raiffeisen und Bankhaus Spängler 95 Prozent der Anteile an Salzburg TV und bewahrten den Sender so vor der Insolvenz. 2007 kaufte Mateschitz die Anteile – und bald danach 2008 auch Wegscheider. 2014 kam Wegscheider zurück zu Servus TV zunächst als Infochef, ab 2016 führt er den Sender wieder, nun für Mateschitz.
  • 2011 bis 2016 hatte (und besaß) Wegscheider die Jedermann TV GmbH in Salzburg (liquidiert). Seit 2017 ist er als Geschäftsführer der Servus Medien GmbH (früher: Red Bull Media House TV GmbH) eingetragen.

Mehr über Servus TV und Wegscheider vorerst unter dem Stichwort Servus TV.

Das Letzte: Updates zum Ein-/Ausklappen

Servus TV setzt seine vielmillionenschwere Einkaufstour im Sportrechtemarkt spektakulär fort: Am 1. April 2021 verkündet der Sender den exklusiven Erwerb der TV-Rechte an den Fußballeuropameisterschaften 2024 und 2028 für Österreich sowie Qualifikationsspiele für diese beiden Euros sowie die Weltmeisterschaft 2026. Der bisherige Rechtehalter ORF sichert sich 42 Qualifikationsspiele und rechnet womöglich mit Sublizenzen. Geschätzter (aber von Servus TV als zu hoch eingestufter) Wert der Euros-Rechte: An die 50 Millionen Euro. Mit Champions League, Europa League, Formel 1 und Co dürften an die 100 Millionen Euro an Rechtekosten zusammenkommen.
Servus TV aus dem selbst F1-Rennställe betreibenden Hause Red Bull übernimmt die TV-Liverechte an der Formel 1 für drei Jahre von 2021 bis 2023. Der ORF bekommt die Hälfte der Übertragungen als Sublizenznehmer. Den großen Preis von Österreich in Spielberg übertragen beide Sender parallel. Das tun Servus TV und ORF in einer gemeinsamen Presseaussendung am 7. Juli 2020 offiziell kund. Bisher dürfte die Formel 1 den ORF in den vergangenen Jahren (nach meinen groben Infos) zwischen 10 und 15 Millionen Euro gekostet haben.
Jan Fleischhauer bekommt mit 7. April eine wöchentliche, neun Minuten lange TV-Kolumne bei Servus TV für Deutschland, wenn man so will: Der Wegscheider für den größeren Markt. Titel: Jan Fleischhauer – 9 Minuten netto, dienstags um 19.09 Uhr. Die Süddeutsche Zeitung ordnete ihn als konservativen "Chefprovokateur" des Spiegel mit der Kolumne "Der schwarze Kanal" ein, als Fleischhauer 2019 zu Focus wechselt.

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