Bürgerlicher Weggefährte Richard Grasls, TV-Chefproducer und ab 2017 Vize-Finanzdirektor. Könnte mit Rückenwind der ÖVP noch einiges werden.

* 16. März 1968 Beinahe wäre Roland Weissmann, in weniger digitalen Zeiten noch Weißmann, 2016 ORF-Finanzdirektor geworden – und damit Nachfolger seines langjährigen Chefs Richard Grasl. SPÖ, Grüne und andere legten sich in letzter Minute quer. Doch weil es gilt, die ÖVP wieder an Bord zu holen, bleibt Weissmann Chefproducer und damit Herr über die Fernseh-Budgets – jedenfalls solange es diese von Grasl 2012 eingerichtete Struktur gibt. Und Weissmann bekommt zusätzlich den neu geschaffenen Titel des Vize-Finanzdirektors (analog zu Technik-Vize Thomas Prantner). Der Linzer Weissmann kommt 1995 ins Landesstudio Niederösterreich (Grasl ist dort seit 1992), er wechselt 1998 als Chef vom Dienst zu Ö3 und 2000 in die zentrale Radio-Nachrichtenredaktion. 2003 geht er als Wortchef von Radio Niederösterreich zurück nach St. Pölten, da ist Grasl schon Chefredakteur, unter ihm wird Weissmann 2007 Fernsehchef, er leitet Niederösterreich heute. 2010 folgt Weissmann Grasl als Büroleiter in die ORF-Finanzdirektion, 2012 wird er Chefproducer.

Lexikonstichwort noch sehr knapp, alleine dafür lohnt sich der Bezahlzugang vorerst nicht.

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ÖVP-nahe Mehrheit im ORF-Stiftungsrat – Türkis bestimmt nächste ORF-Führung
Die Regierung von ÖVP und Grünen beschickt am 11. März 2020 die 9 Regierungsmandate und 6 Parteimandate (auf Vorschlag der Parlamentsparteien) im Stiftungsrat neu. Ergebnis: eine türkise Mehrheit im obersten ORF-Gremium, die nötigenfalls auch alleine die nächste ORF-Führung bestimmen kann. Die ÖVP-Fraktion ("Freundeskreis") kommt auf 16 Mandate im Stiftungsrat, vier weitere Unabhängige im Stiftungsrat (entsandt von Regierung, Betriebsrat) stehen der ÖVP näher als anderen Parteien oder können zumindest als bürgerlich eingestuft werden. Für die Bestellung der ORF-Führung - regulär im Sommer 2021 mit 2022 - braucht es 18 Mandate aus insgesamt 35. Enthaltungen senken das nötige Quorum. Die SPÖ hat nun 5 Mandate, die FPÖ 4, die Grünen 3 und die Neos 1, dazu kommt eine Handvoll deklariert Unabhängiger. Die 2020 Neuen im Stiftungsrat:
  • Jürgen Beilein (Ex-ÖVP-Ministersprecher) auf ÖVP-Regierungsmandat
  • Ruth Strondl (Kunsthistorisches Museum, davor ÖVP-Ministerien) auf als unabhängig definiertem Regierungsmandat
  • Bernhard Tschrepitsch (CV-nahe Akademikerhilfe) auf als unabhängig definiertem Regierungsmandat
  • Marianne Schüttner (Betriebsrat, ORF-Finanzdirektion, Unabhängige-Listenkollegin von Radiobetriebsrätin Gudrun Stindl) auf einem Mandat des neu besetzten ORF-Zentralbetriebsrats
  • Andrea Danmayr (Uni für angewandte Kunst) auf Grünem Regierungsmandat
  • Lothar Lockl (Strategieberater, früher Manager und Kampagnenmanager der Grünen und 2016 von Alexander Van der Bellen) auf Grünem Regierungsmandat
  • Sigrid Pilz (Wiener Patientenanwältin) auf Grünem Parteimandat

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